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Baumberg sucht sein Gleichgewicht

Lokalsport: Baumberg sucht sein Gleichgewicht
Kopfsache: Patrick Jöcks, Ivan Pusic und Toni Munoz-Bonilla (von links) wollen mit Baumberg den Überblick bewahren. Gleichzeitig brauchen die Sportfreunde für die Aufgabe in Bocholt hundert Prozent Leidenschaft. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Der Fußball-Oberligist macht derzeit nach einem starken Saisonstart eine Durststrecke durch. Ein Grund: Dem Team von Trainer Salah El Halimi fehlt vorne die Durchschlagskraft. Jetzt wartet die schwierige Aufgabe beim 1. FC Bocholt. Von Michael Deutzmann

So kann Ivan Pusic das unmöglich gemeint haben. Vor ein paar Wochen wartete auf den Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB) die Aufgabe beim ETB SW Essen, die am 24. September aufgrund der guten Platzierung beider Klubs ein Spitzenspiel war. Baumbergs Kapitän zeigte sich optimistisch - obwohl Baumberg gerade beim 0:4 gegen die SSVg. Velbert und beim 0:0 gegen den TV Jahn Hiesfeld zweimal keinen Treffer erzielt hatten: "Ich traue der Mannschaft alles zu." Die Gedanken galten natürlich der Hoffnung auf eine Rückkehr zum glänzenden Saisonstart mit fünf Spielen ohne Niederlage. Doch es kam ganz anders, denn Baumberg stand in der ersten Essener Hälfte neben sich und verlor am Ende trotz einer Aufholjagd mit 4:5. Auch die nächsten Partien brachten keinen Erfolg - 0:2 gegen Ratingen 04/19, 1:1 beim DSC 99 Düsseldorf, 1:1 gegen den FC Monheim. Folge: Die Position in der Tabellenspitze ist weg und Baumberg jetzt Zehnter. Vor dem Spiel am Sonntag (15 Uhr) beim 1. FC Bocholt sieht der Abstand nach unten nicht mehr ganz so komfortabel aus.

Vor allem in den ersten fünf Spielen schien die Defensive aus ewig haltbarem Beton zu bestehen. Die 11:2 Treffer reichten zu 13 der bisher erreichten 16 Punkte. Die Werte anschließend sind für die Baumberger dafür ernüchternd, denn weitere sechs Partien brachten drei Punkte und 6:13 Tore. Dreimal konnte die Mannschaft von Trainer Salah El Halimi gar keinen eigenen Treffer erzielen, sodass ihr Torverhältnis jetzt bei 17:15 steht. "Das ist defensiv insgesamt in Ordnung", sagt El Halimi, "aber vorne fehlt uns im Moment die Durchschlagskraft." Das war nicht nur in der vergangenen Saison noch ganz anders.

Als dort abgerechnet wurde, konnte Baumberg bei 41 Punkten als Zwölfter 76:68 Treffer vorweisen - was der Beleg in Zahlen für eine herausragende Offensiv-Qualität war. Ganz viel hatte es damit zu tun, dass Robin Hömig im Jahr eins nach der Rückkehr des Teams in die Oberliga der Saison seinen Stempel aufdrückte. Er brachte es insgesamt auf 27 Treffer - als Mittelfeldspieler. Gleichzeitig war er damit der unerreichte Top-Torjäger der Klasse. Jetzt hatte Hömig zunächst nicht die herausragende Form von 2016/2017, doch er arbeitet sich Stück für Stück zurück. Und die bislang drei Tore sind derzeit eher eine normale Ausbeute. Weniger normal: Es ist bis jetzt niemand da, der die Lücke entsprechend auffängt.

Miguel Lopez Torres war in der Landesliga-Saison 2014/2015 das Maß der Dinge, denn er brachte es alleine auf 31 Treffer und zusammen mit Hömig auf 50 (Baumberg insgesamt 107:49). Im ersten Oberliga-Jahr war der Spanier dann nicht immer gesund, aber immerhin noch zehn Mal erfolgreich. Das Bild in der aktuellen Saison: Fehlanzeige. Lopez Torres erlitt kurz nach dem Auftakt eine Oberschenkelverletzung, die ihn zu einer langen Pause zwang. Erst am vergangenen Sonntag stand er in der Schlussphase gegen Monheim wieder für ein paar Minuten auf dem Platz. Ein bisschen besser ging es Jannik Weber, der vor der Serie vom VfB Hilden an die Sandstraße gekommen war und die passende Alternative/Ergänzung zu Lopez Torres werden sollte. Doch daraus wurde nichts, weil Weber wegen einer Wadenverletzung ebenfalls lange ausfiel. Am 8. Oktober stand er erstmals in der Startelf und erzielte dann das 1:1 beim DSC 99 Düsseldorf. Klar: Auch Jannik Weber brauchte Zeit, bis er die beste mögliche Form erreicht hat.

Dem Versuch, zurück auf den Weg zum Erfolg zu gelangen, dürfte sich der 1. FC Bocholt widersetzen - denn den Sonntags-Gastgebern geht es (noch) schlechter als den Baumbergern, deren offizielles Saisonziel unverändert darin besteht, so schnell wie möglich die für den Klassenerhalt nötigen Punkte zu sammeln. Deutlich forscher waren von Anfang an die Bocholter, die ein gewichtiges Wort im Kampf um den Aufstieg zur Regionalliga mitreden wollten. Davon ist der 1. FC derzeit Lichtjahre entfernt: Rang 14, zehn Zähler, nur wegen der etwas besseren Tordifferenz nicht auf einem Abstiegsplatz. "Es treffen sich zwei Mannschaften, die gerade eine nicht so gute Phase haben", meint Baumbergs Coach, "ich erwarte ein Kampfspiel, in dem wir natürlich gerne etwas mitnehmen würden. Das wird sehr schwierig. Grundsätzlich hat Bocholt ein großes Potenzial und gehobene Klasse." Diese Einschätzung trifft verblüffend ähnlich auch auf die Baumberger zu - wenn denn der Kader komplett fit wäre und mal alle Puzzleteile an den richtigen Platz fallen. Dann könnten die Sportfreunde zurück zu den überzeugenden Ergebnissen vom Saisonstart finden. Vermutlich ist es das, was Kapitän Pusic gemeint hat.

Quelle: RP
 
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