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Analyse
Bei Baumberg stimmt die Mischung

Analyse: Bei Baumberg stimmt die Mischung
Der Vorsichtige: Trainer Salah El Halimi genießt Baumbergs Top-Position trotzdem. FOTO: Ralph Matzerath (ARCHIV)
Monheim. Der Fußball-Landesligist liegt nach sieben Spielen ungeschlagen an der Tabellenspitze. Der Aufschwung ist allerdings kein pures Glück und auch kein Produkt des Zufalls. Ein Grund: Die Vorsichtigen und die Super-Optimisten sorgen für ein Gleichgewicht. Von Michael Deutzmann

Der Fußball-Landesligist SF Baumberg (SFB) ist gerade dabei, sich selbst ein Rätsel aufzugeben. Möglicherweise lässt sich aber der Höhenflug, der die Mannschaft von Trainer Salah El Halimi an die Tabellenspitze geführt hat, relativ einfach erklären. Seit dem ersten Spieltag fallen viele Puzzleteile praktisch wie von selbst an die richtige Stelle - und doch hat der Aufschwung nichts mit Zufall oder reinem Glück zu tun. Die Wahrheit: Die Mischung macht es. Und die stimmt im Moment bis zur Grenze der Perfektion.

Es gibt eine spannende Teilung der Sportfreunde in zwei Lager - hier die der Vorsichtigen, dort die der Forschen. Trainer Salah El Halimi rechnet sich selbst eher zur Abteilung derjenigen, die abwarten wollen und mit dem Etikett "Top-Favorit" sowieso nichts anfangen können. "Bei uns hat vieles wirklich sehr gut gefruchtet", sagt der 39-Jährige, "andere stehen nur auf Platz zehn oder zwölf und wissen gar nicht, warum es bei ihnen nicht läuft. Im Moment stimmt mich die Mannschaft positiv. Aber es gibt kein Team, das ungeschoren über die Runden kommt."

Da liegt El Halimi mit seinem Vorsitzenden Jürgen Schick nahezu deckungsgleich auf einer Linie. "Die Mannschaft spielt gut und wir haben eine gute Mischung gefunden", erklärt der SFB-Chef, "aber es ist ja auch eine andere Liga. Wir arbeiten gezielt am Erfolg, aber den Aufstieg sehe ich noch nicht." Seiner Auffassung nach wird sich erst gegen andere Top-Teams zeigen, wie die Chancen tatsächlich aussehen: "Mit der Qualität, die wir in der Mannschaft haben, sollten wir im oberen Drittel mitmischen. Wir müssen allerdings noch konstanter werden."

Zumindest ein Teil des spielenden Personals lehnt sich ein bisschen oder sogar deutlich weiter aus dem Fenster als die Sportliche Leitung. Ein Fall ist Miguel Lopez Torres: "Mit der Mannschaft, die wir jetzt haben, muss man eigentlich wieder aufsteigen. Wenn ich irgendwo hingehe, möchte ich etwas erreichen. Ich bin nach Baumberg gekommen, um aufzusteigen." Seinen Teil trägt der vom Klassen-Konkurrenten FC Remscheid gekommene Stürmer bislang optimal bei, denn zehn Saisontreffer und mindestens ein Tor in jedem der bisher sieben Spiele sprechen für sich.

Da liegt Lopez Torres mit dem Teamkollegen Kosi Saka nahezu deckungsgleich auf einer Linie. "In dieser Saison gibt es für uns nichts anderes als den Aufstieg. Daran führt kein Weg vorbei", betont Saka, der ebenfalls eine wesentliche Stütze im SFB-Konstrukt ist. Als am Anfang der Saison Daniel Rey Alonso noch die Folgen einer langwierigen Verletzung (Syndesmoseband gerissen) aufarbeiten musste und Gordon Weniger einen Kreuzbandriss erlitt, rückte der Mittelfeldmann freiwillig in die Innenverteidigung - wo er gute Arbeit ablieferte.

Am vergangenen Wochenende durfte Rey Alonso zum ersten Mal seit einer halben Ewigkeit wieder aktiv mitmischen. Und Kosi Saka hatte wenig dagegen, auf seinen angestammten Platz im defensiven Mittelfeld zurückzukehren. Dort konnte er direkt den aus dienstlichen Gründen fehlenden Kapitän Hayreddin Maslar ersetzen. Es war der nächste Beweis dafür, dass offensichtlich die Mischung stimmt. Baumbergs Aufschwung hat wenig mit Glück oder Zufall zu tun.

Quelle: RP
 
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