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Lokalsport
Belohnt: Handballer erreichen Pokal-Endspiel

Langenfeld. Der Oberligist SG Langenfeld bezwang den TSV Aufderhöhe im mäßigen HVN-Halbfinale auch in der Höhe verdient mit 30:24 Toren. Von Michael Deutzmann

Schön sieht anders aus. Wer einen Handball-Abend aus der Feinkost-Abteilung erwartet hatte, dürfte enttäuscht gewesen sein. Es gab viel Kampf, Krampf und Stückwerk. Weil aber der Oberligist SG Langenfeld (SGL) nach 60 Minuten im Halbfinale des HVN-Pokals (Verbandsebene) ein völlig verdientes 30:24 (16:13) über den Klassen-Konkurrenten TSV Aufderhöhe in der Tasche hatte, rückte Trainer Dennis Werkmeister zuerst das Positive in den Vordergrund: "Wir haben klar gewonnen. Es ist alles in Ordnung." Langenfeld steht außerdem zum ersten Mal in seiner Handball-Geschichte im Verbands-Finale. Gegner dort wird an einem noch zu bestimmenden Termin die SG OSC Wölfe Rheinhausen sein (ebenfalls Oberliga).

Erstaunlich: Bis zum 6:6 (7.) oder 9:6 (9.) bewegten sich beide Seiten auf einen Trefferrekord zu. Fortan schaltete die SGL jedoch in der Torproduktion in den Sparmodus. Drei Beispiele im Minutentakt: Max Adams vergab nach einem Tempogegenstoß frei (11.), André Boelken scheiterte beim Siebenmeter (13.) und Philipp Wolter wollte den Angriff bei einem Dreher besonders kunstvoll beenden (14.). Die Liste wurde bis zur Pause immer länger - und keiner kam mehr richtig mit. "Ich weiß nicht, wie viel wir vergeben haben", fand der SGL-Coach, der sein Team immer wieder lautstark nach vorne trieb.

Am Abend ohne den großen Rhythmus waren schon vor der Pause die Unparteiischen beteiligt, die manche kaum nachvollziehbare Entscheidung einstreuten. In der zweiten Hälfte traf es die SGL besonders heftig, denn es gab sechs Zeitstrafen gegen Langenfeld - und nur eine gegen die Gäste. Werkmeister staunte: "Das war doch kein unfaires Spiel." Dank ihrer deutlichen Steigerung in der Abwehr starteten die Hausherren immerhin perfekt in die zweite Hälfte - 18:13 (32.). Über intensive Defensiv-Arbeit und ganz viel Leidenschaft steckte Langenfeld auch die eine oder andere Unterzahl-Situation unbeeindruckt weg. André Eich erhöhte auf 20:15 (37.), als Sven Kniesche für zwei Minuten draußen saß. Nach dem 21:15 (39.) durch Andreas Nelte gelang Max Adams das 22:15 (40.), als Nik-las Körner zusehen musste.

Noch etwas stärker war jene Szene in der 50. Minute, als Eich beim Treffer zum 26:19 eine weitere Kostprobe seiner individuellen Klasse gab. Der Regisseur war erfolgreich, obwohl in Dustin Thöne und André Boelken gerade zwei Langenfelder eine Zwei-Minuten-Strafe verbüßten. Die SGL stellte die bessere Mannschaft, die als Einheit überzeugte und glasklare Tempo-Vorteile hatte. Torhüter Tobias Geske war ein sicherer Rückhalt und wehrte ein paar Bälle spektakulär ab - um sich gerade deshalb über Aufderhöhes 18:23 (44.) richtig zu ärgern. Da fand der Ball am Innenpfosten vorbei durch eine praktisch nicht vorhandene Lücke den Weg ins Tor.

Beim 29:21 (55.) und 30:22 (56.) lag die SGL jeweils mit acht Treffern vorne, ehe sie es wieder gut mit den Gästen meinte und die Produktion erneut drastisch herunterschraubte. "Das war wie in der ersten Hälfte", bestätigte Werkmeister, für den die Partie in doppelter Hinsicht was Besonderes war - weil er beide Seiten gut kennt. Für Aufderhöhe war er von 2010 bis 2013 tätig und Langenfeld ist sein Heimatverein, den er mit Leidenschaft vorantreibt. Weil er diesen Faktor auch bei der Mannschaft erkannte, durfte das Schöne mal fehlen.

SG Langenfeld: Riebau, Geske - Thöne (2), Wolter (3), Preissegger, Menzlaff (4), Adams (2), Körner, Herff (1), Kniesche (4), Stolley (3), Eich (9/5), Boelken (1), Nelte (1).

Quelle: RP
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