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Bühnenreif: Langenfeld siegt im Theater

Lokalsport: Bühnenreif: Langenfeld siegt im Theater
Das Ziel im Blick: Vinzenz Preissegger, der insgesamt neun Tore erzielte, war in der Schlussphase einer der wesentliche Baustein zum hart erkämpften Sieg der Langenfelder Oberliga-Handballer. FOTO: Ralph Matzerath (ARCHIV)
Langenfeld. Der Handball-Oberligist gewann beim VfB Homberg in der ungewöhnlichen Glückauf-Halle mit 37:32. Trainer Dennis Werkmeister traf mutige personelle Entscheidungen. Vinzenz Preissegger erzielte auf der Zielgeraden fünf Treffer. Von Michael Deutzmann

Es war zumindest ausgesprochen unterhaltsam. Möglicherweise lag das auch daran, dass der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) seine Aufgabe beim Klassen-Neuling VfB Homberg in der Glückauf-Halle zu absolvieren hatte - einer Spielstätte, die multifunktionalen Charakter hat. Sport, Musik, Konzerte, Tanz oder Theater sind wohl gleichberechtigt. Auf der einen Seite ist die Bühne untergebracht - verdeckt durch einen dunklen Vorhang, oben versehen mit einer Leiste aus Scheinwerfern. Langenfeld ließ sich von den ungewöhnlichen Umständen zwar teilweise beeinflussen, brachte aber mit dem 37:32 (20:15) verdient zwei Punkte auf sein Konto. Trainer Dennis Werkmeister zeigte sich nach dem Happy End einer schwierigen Aufführung erleichtert: "Wir haben hier mit fünf Toren Unterschied gewonnen. Darüber dürfen wir uns freuen."

Der Coach steuerte einen Hauptakt bei. Seine mutige Entscheidung zum "Blockwechsel" hatte er kurz zuvor bereits angekündigt. Motto: Alle sechs Feldspieler runter, sechs neue rein. Beim 9:8 (13.) nahmen die Gäste eine Auszeit, nach der Tim Menzlaff, Vinzenz Preissegger, André Eich, Sven Kniesche, Dustin Thöne und Jonas Zimmermann auf der Bank blieben. Dafür betraten Andreas Nelte, André Boelken, Max Adams, Philipp Wolter, Mirko Stolley und Tim Schickhaus das Parkett. Der Gegner war verblüfft, blieb jedoch dran - 13:13 (19.).

Auf den Weg zum Erfolg bog die SGL im Schlussdrittel der ersten Hälfte ein. Aus dem 16:14 (53.) durch Andreas Nelte machten Jonas Zimmermann (24./25.) und Vinzenz Preissegger (26.) über Tempogegenstöße das 19:14, bevor sich die Unparteiischen endgültig zu Hauptdarstellern aufschwangen. Die Rote Karte gegen Dustin Thöne war eine krasse Fehlentscheidung, denn der Langenfelder hatte eine normale Abwehraktion durchgeführt (30.). Thöne konnte es kaum glauben: "Mit einer Zwei-Minuten-Strafe hätte ich vielleicht irgendwie leben können. Aber das?"

Die zweite Hälfte blieb hektisch, weil zahlreiche Fehler vorkamen und die Schiedsrichter durch bisweilen nicht nachvollziehare Entscheidungen unverändert das Chaos förderten. "Wir haben viel gewechselt", sagte Werkmeister, "aber wir hatten irgendwie nicht mehr das richtige Rezept." Der Vorsprung blieb allerdings weitgehend konstant - 24:19 (37.) 25:22 (42.), 28.23 (45.), 30:25 (50.), 32:27 (53.), 35:30 (58.), 37:32 (60.). Entscheidend daran beteiligt war vor allem Linksaußen Vinzenz Preissegger, der in den letzten neuneinhalb Minuten fünf Tore für die Gäste erzielte.

In den Bereichen Kampf und Leidenschaft wirkte die SGL wie ein Top-Team, während in anderen Punkten trotz der 37 eigenen Treffer genügend Luft nach oben da ist. Langenfeld wird sich bereits am nächsten Samstag (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den ebenfalls zu den Meisterschafts-Anwärtern zählenden TV Aldekerk steigern müssen. Homberg bestand über weite Strecken hauptsächlich aus dem überragenden Tobias Reich (14 Tore/davon zwei Siebenmeter), den Langenfeld oft nur unzulänglich in den Griff bekam. Aldekerk dürfte in der Breite mehr anzubieten haben.

SG Langenfeld: Scholl, Geske - Thöne (2), Wolter (1), Preissegger (9), Menzlaff (3), Adams (1), Schickhaus (3), Kniesche (4), Stolley (2), Eich (4/1), Boelken (1/1), Zimmermann (5), Nelte (2).

Quelle: RP
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