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Lokalsport
Das ist Langenfelds wichtigster Spieler

Langenfeld. Trainer Dennis Werkmeister sieht in Andreas Nelte ein "Zugpferd" für den Handball-Oberligisten SGL. Der 33 Jahre alte Abwehrchef und Kreisläufer, der als sehr selbstkritisch gilt, legt selbst vor allem viel Wert auf den Teamgeist. Von Michael Deutzmann

Grundsätzlich steht er gar nicht so sehr gerne im Mittelpunkt und große Worte nur des Redens wegen vermeidet er lieber. "Ich bin kein Lautsprecher, sondern eher der ruhige Typ", sagt Andreas Nelte. In seinem Lieblingssport sieht das beim Handballer aus Leidenschaft aber ein bisschen anders aus: Wo Nelte spielt, ist immer was los. Das ist allerdings kein großes Wunder, denn der 1,94-Meter-Mann gilt beim Oberligisten SG Langenfeld (SGL) auf der einen Seite als Abwehrchef. Dort gehört es zu seinen Aufgaben, nötigenfalls auch kräftig auszuteilen. Gleichzeitig ackert Nelte im Angriff als Kreisläufer, den die gegnerischen Deckungsspieler sehr oft nur durch mindestens ebenso kräftiges Austeilen unter Kontrolle bekommen. Trainer Dennis Werkmeister weiß genau, was er am 33-Jährigen hat: "Andi ist mein wichtigster Spieler und das Zugpferd für unsere Mannschaft."

Viele halten Nelte auf beiden Positionen zumindest für einen der besten Spieler in der Oberliga. Dieses Urteil scheint dem derart Gelobten sogar fast peinlich zu sein: "Handball ist ein Mannschaftssport." Auch das gehört zu den Eigenschaften, die sein Coach an ihm schätzt. "Er ist ein absoluter Teamplayer", betont Werkmeister. Der älteste Spieler im Kader gehört vermutlich sogar in die Kategorie "perfektionistisch", weil er immer etwas an sich selbst auszusetzen hat. Ein Beleg dafür war die Partie der SGL am ersten Spieltag in der neuen Saison gegen den ART Düsseldorf.

Langenfeld hatte in der Schlussphase einen 19:23-Rückstand aufgeholt und beim Stande von 24:23 eine knappe halbe Minute vor dem Ende den Ball. Sogar ein Sieg wäre jetzt noch möglich gewesen - wenn nicht Andreas Nelte einen Fehler gemacht hätte, den Düsseldorf zum 24:24-Endstand nutzen konnte. Niemand dachte daran, ihm einen Vorwurf zu machen, weil alle mit dem insgesamt glücklich wirkenden Unentschieden gut leben konnten. Doch der Spieler selbst war sein größter Kritiker: "Ich habe relativ hohe Ansprüche. Diese Aktion ging gar nicht." Dass er wegen eines dicken Knöchels beinahe eigentlich gar nicht hätte mitmachen sollen, ließ er ebenso unerwähnt wie seine fünf wichtigen Tore.

Nelte könnte glatt als Ur-Langenfelder durchgehen, weil er seit einer halben Ewigkeit für die SGL spielt. Die Treue zum Verein hat sehr viel damit zu tun, dass er sich in Langenfeld sehr wohlfühlt: "Wir verstehen uns super, betont der Abwehrchef, "ich habe hier viele sehr gute Freunde." Mitte 2007 kam der damals 25-Jährige von der Burscheider TG nach Langenfeld - und die SGL gehörte seinerzeit noch der Landesliga an. Der damalige Trainer Heino Kirchhoff entwarf früh die Idee, den Rückraumspieler als Aushilfs-Kreisläufer einzusetzen. Relativ rasch entwickelte sich daraus ein Wechsel des Arbeitsplatzes, an dem Nelte erstaunliche Qualitäten entwickelte. Ein Zurück mag er sich gar nicht mehr vorstellen: "Auf Oberliga-Niveau ginge das sowieso auf keinen Fall." Und auf seiner jetzigen Stelle sieht er im 22 Jahre jungen Dustin Thöne den richtigen Nachfolger: "Ihm gehört die Zukunft. Und ich bin froh, dass er sich so gut entwickelt. Dann kann ich irgendwann beruhigt aufhören."

Solange die Knochen halten und die Gesundheit mitspielt, will der in Leichlingen lebende Krankenkassen-Angestellte allerdings weitermachen. Wohin ihn der sportliche Weg mit Langenfeld führen könnte? "Da müssen wir erst mal abwarten. Wir waren letztes Jahr Vizemeister. Ich sage es mal so: Den achten Platz sollten wir schon hinkriegen", findet Nelte. Das wäre dann die Qualifikation für die ab 2016/2017 neue Nordrheinliga. Dass er mit Rang acht natürlich nie und nimmer zufrieden wäre, eint ihn mit seinem Trainer Werkmeister. Nelte ist und bleibt dabei Nelte: "Wir machen das als Einheit sehr gut. Und vielleicht ist es so, dass ich auch einen ganz brauchbaren Job mache." Eine mögliche Übersetzung: Wo er spielt, ist trotzdem immer was los.

Quelle: RP
 
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