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Katharina Bauer
"Das Kapitel Stabhochsprung ist noch lange nicht abgeschlossen"

Langenfeld. Leverkusen (sand) Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro waren in diesem Sommer das große Ziel von Katharina Bauer. Wenige Wochen zuvor im Juni platzten für die Stabhochspringerin des TSV Bayer Leverkusen aber alle Träume. Beim internationalen Meeting in Montreuil (Paris) zog sie sich einen Speichenbruch in der Hand zu. Bauer verfehlte mit ihrem Stab den Einstichkasten, stürzte rückwärts und versuchte, sich mit der Hand abzufangen - mit schmerzhaften Folgen. Das Saisonende war besiegelt.

Im Interview spricht sie über ihre schwere Zeit, den Heilungsprozess, das Aufbautraining und ihre Ziele.

Frau Bauer, Sie sind nach ihrer Verletzung zurück im Training. Wie gestaltet sich das zur Zeit?

Bauer "Alternativ. Das Gute an einer Handverletzung ist, dass ich viele Sachen trainieren kann. Das sind vor allem läuferische und sprinttechnische Elemente. Außerdem baue ich Stabilisationstraining und spezifisches Yoga mit Barbara Plaza ein. Mein Trainer Leszek Klima ist sehr kreativ und versucht, mit diversen Übungen meine spezifische Kraft aufzubauen - indem er mich beispielsweise mit einer Schlinge an der linken Hand am Reck befestigt, mit der anderen Hand halte ich mich fest, und er hilft mir, meine Beine hochzuziehen. Für Stabhochsprung sind diese Übungen wichtig. Ich versuche, sie bestmöglich zu improvisieren."

Beeinträchtigt Sie die Verletzung noch stark, und hat es Überwindung gekostet, wieder zu springen?

Bauer "Meine Verletzung beeinträchtigt mich noch, weil ich die Hand erst Ende Dezember wieder voll belasten kann. Springen ist demnach noch nicht möglich. Dennoch mache ich viele Stabläufe mit einem abgesägten leichten Stab und Stabkoordination über Briketts. Ich freue mich aber auf meine ersten Sprünge mit beiden Händen."

Sind Sie in der Hallensaison dabei?

bauer "Eher nicht. Ein langer Aufbau soll Ziel für ein optimales Ergebnis im Sommer sein."

Welche Ziele setzen Sie sich für die kommende Saison?

Bauer "Das Wichtigste für mich und meinen Trainer ist zunächst, die Hand nachhaltig gesund zu bekommen, um wieder erfolgreich springen zu können. Wenn es möglich ist, im Sommer wieder auf meinem alten Niveau Wettkämpfe zu bestreiten, sind die anvisierten Ziele die Weltmeisterschaften in London und die Universiade in Taipei."

Durch die Verletzung hatten Sie auch nicht mehr die Chance, die Norm für Rio zu erfüllen. War es schwer, dies zu akzeptieren, oder motiviert die Erfahrung zur Zeit eher?

Bauer "Natürlich war das ein harter Rückschlag. Ich war optimal vorbereitet, und dann kam der schreckliche Unfall in Montreuille, der durch äußere Faktoren hervorgerufen wurde. Ich bin aus dem Einstichkasten nach dem Einstechen rausgerutscht und rücklings auf den Rasen gefallen, wo keine vorgeschriebenen Vorkissen lagen. Lisa Ryzih ist damals das Rausrutschen aus dem Einstichkasten ebenfalls auf dieser Anlage passiert, was wir zuvor leider nicht wussten. Die Tatsache, dass ich nicht schuld war, hilft mir, wieder angstfrei an den Stab zurückzukehren. Nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können, worauf man sich vier Jahre vorbereitet, hat sehr weh getan. Das ist für mich eine noch stärkere Motivation, weiter dafür zu kämpfen, um mir diesen Traum von Olympia zu erfüllen. Mein Lebens-Kapitel im Stabhochsprung ist noch lange nicht geschlossen."

Quelle: RP
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