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Der FC Monheim hat jetzt ein echtes Team

Analyse: Der FC Monheim hat jetzt ein echtes Team
Alles in Butter: Christoph Lange, Luka Rozic und Nelson Freitag (von links) hatten am Sonntag nach dem 3:2-Erfolg über den BSC Union Solingen ebenfalls ziemlich schnell in den Feier-Modus umgeschaltet. h FOTO: Ralph Matzerat
Monheim. Der Fußball-Bezirksligist besiegelte durch das 3:2 gegen Solingen fünf Runden vor dem Saisonende die Meisterschaft und die Rückkehr in die Landesliga. Die Trainer Dennis Ruess und Manuel Windges geben jedem Spieler das Gefühl, dass er gebraucht wird. Von Martin Römer

Schon fünf Spieltage vor dem Ende der laufenden Saison konnte der Fußball-Bezirksligist FC Monheim (FCM) am Sonntag durch das 3:2 über den BSC Union Solingen die Rückkehr in die Landesliga besiegeln. Der FCM setzte damit den vorläufigen Schlusspunkt unter eine Spielzeit der Superlative, die womöglich sogar noch die famose Aufstiegssaison von 2012/2013 in den Schatten stellt. Monheim holte aus seinen bisherigen 27 Spielen bereits 71 Punkte und stellt dabei sowohl die deutlich beste Defensive (17 Gegentreffer) als auch den gefährlichsten Angriff (92 Tore). Als Hauptgrund für diese außergewöhnliche Dominanz betrachten die Monheimer selbst vor allem einen Aspekt: Aus einem Haufen von Einzelkönnern ist eine echte Mannschaft entstanden.

"Wir haben uns am Anfang der Saison mit einem großen Ziel getroffen. Das wurde nach außen etwas zurückhaltender kommuniziert - aber intern gab es nur dieses eine Ziel. Dem haben sich alle untergeordnet, jeder hat dazu beigetragen, jeder ist für den anderen eingestanden. Heute können wir uns freuen, dieses Ziel mit dieser tollen Mannschaft erreicht zu haben", sagt Mittelfeldmotor Patrick Becker, der vor der Saison vom Lokalrivalen Sportfreunden Baumberg ins Rheinstadion gewechselt war.

Dem Trainerteam gelang es, auch diejenigen Spieler bei Laune zu halten, die seltener zum Einsatz kamen. Jeder hatte das Gefühl, dass er ein wichtiger Teil der Mannschaft ist. "Einen Riesenanteil an dem Aufstieg haben die Jungs, die nicht im Fokus standen. Sie haben sich immer dem Ziel untergeordnet, haben immer Druck gemacht und haben zu jeder Zeit geholfen, wenn wir sie reingeschmissen haben", findet Trainer Dennis Ruess.

Ein besonders gutes Beispiel dafür liefert Kevin Okereke. In der Hinrunde kam der Außenbahnspieler kaum zum Einsatz, doch dann kämpfte er sich über eine gute Wintervorbereitung wieder heran und zeigte in der Rückserie regelmäßig seine Qualitäten. Wie Marvin Klein, der eine ähnliche Rolle einnahm, erzielte Okereke beim 3:2 über den BSC Union Solingen einen Treffer. Damit steuerten beide viel dazu bei, dass Monheim vorzeitig den Aufstieg feiern durfte.

Gerade in der Ausgeglichenheit des Kaders liegt der wohl größte Unterschied zur Aufstiegsmannschaft von vor drei Jahren. Auch damals dominierte der FCM die Liga nach Belieben und er machte den Sprung in die Landesliga ebenfalls fünf Spieltage vor Schluss fest. Seinerzeit war das Gebilde allerdings deutlich abhängiger von Schlüsselspielern. Manuel Windges, der heute mit Ruess als Trainerduo arbeitet, war ein Fixpunkt jenes Teams. "Wir waren damals ganz anders aufgestellt, wir waren wahnsinnig abhängig von Manuel. Heute ist die Last auf viele Schultern verteilt, wir können gewisse Ausfälle viel besser kompensieren", meint Ruess, der den genannten Aufstieg ebenfalls als Spieler des FCM miterlebt hat.

Die Chancen, dass der FCM ein Schicksal wie 2014 mit dem direkten Wieder-Aufstieg vermeiden kann, sehen diesmal wesentlich besser aus. Die Qualität für den Klassenerhalt in der Landesliga besitzt der Kader bereits jetzt - und Monheim wird personell sogar nachlegen. Im oberliga-erfahrenen Yannic Intven von TuRu Düsseldorf und Nick Nolte vom Bezirksliga-Nachbarn SSV Berghausen stehen zwei Verpflichtungen bereits fest. Verlassen wird den FCM Innenverteidiger Bahadir Incilli, der im nächsten Jahr aber wegen eines Auslandssemesters im Studium ohnehin die komplette Rückrunde verpasst hätte.

Quelle: RP
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