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Der Pokal: Handballer träumen vom Finale

Lokalsport: Der Pokal: Handballer träumen vom Finale
FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Langenfeld. Oberligist SG Langenfeld steht heute in der ersten Runde beim Westfalen-Oberligisten TuS Spenge vor einer richtig hohen Hürde. Von Michael Deutzmann

Inzwischen geht das seit zweieinhalb Monaten so. Damals begann Ende November 2015 der Höhenflug des Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL), der aus den vergangenen neun Spielen ohne Niederlage 16:2 Punkte holte. Das 28:22 vom Mittwochabend gegen den Zehnten TV Lobberich nahm der Titelkandidat ebenfalls gerne mit - weil er dadurch an die Tabellenspitze kletterte. Mit 27:9 Punkten liegt das Team von Trainer Dennis Werkmeister jetzt zumindest vorübergehend vor den Bergischen Panthern (26:6) auf dem Platz an der Sonne. Und der nächste Höhepunkt lässt nicht lange auf sich warten, denn die SGL tritt heute im Deutschen Amateurpokal die 200 Kilometer lange Fahrt zum Westfalen-Oberligisten TuS Spenge an. Beide kämpfen ab 19.15 Uhr um ihren Traum, der Hamburg heißt. Dort ist am 1. Mai das Finale zu Hause.

Werkmeister hatte es schon auf der Zielgeraden des Jahres 2015 betont: "Wir haben die Chance, etwas Großes zu erreichen." Seine Spieler sind ebenfalls heiß auf die Reise in den Norden der Republik - und heiß auf die Partie in Westfalen. "Darauf freuen wir uns alle sehr", sagt etwa Rückraumspieler Tim Menzlaff. Der 29-Jährige, der wie einige Teamkollegen zuletzt mit den Folgen einer Grippe-Erkrankung zu kämpfen hatte, kennt sich ganz gut aus in Spenge, weil er es in seiner früheren Zeit beim Drittligisten Leichlinger TV mehrmals mit dem TuS zu tun bekam. Persönlich besonders wertvoll dürfte im Rückblick wohl heute noch der 30. Oktober 2010 sein. Leichlingen verlor damals (27:31), doch Menzlaff erzielte insgesamt überragende 13 Treffer.

Für Trainer Werkmeister kommt es diesmal allerdings mehr denn je darauf an, dass Langenfeld eine brillante Teamleistung zeigt. Der Coach fordert die höchste mögliche Einsatz- und Laufbereitschaft, die sein Team etwa in den Oberliga-Spitzenspielen beim TV Aldekerk (28:28) und gegen Borussia Mönchengladbach ablieferte (26:24). Einen lahmen Start wie beim jüngsten Erfolg über Lobberich sollte sich die SGL seiner Auffassung nach unbedingt sparen: "So wird es gegen Spenge nicht reichen." Dass seine Spieler aber von der ersten bis zur letzten Minute an ihre Grenzen und zur Not noch weiter gehen wollen, belegt das Beispiel Andreas Nelte.

Der 33-Jährige leidet an einem Muskelfaserriss im Oberschenkel - normalerweise das Aus. Am vergangenen Wochenende riskierte der Kreisläufer und Abwehrchef in Rheinhausen (32:32) in der letzten Viertelstunde einen Einsatz. Gegen Lobberich setzte der erfahrenste Spieler der SGL dann aus. "Der Arzt hat mir gesagt, ich soll drei Wochen gar nichts machen", sagt Nelte. Ob die intensive physiotherapeutische Behandlung ausreicht, um ein Mitwirken in Spenge zu ermöglichen, wird erst ein Test an Ort und Stelle in Spenge zeigen.

Besser sind die Einsatzchancen bei André Boelken, der gegen Lobberich wegen einer Fußverletzung nach 20 Minuten aussteigen musste. "Ich denke, dass haut hin", vermutet Werkmeister, der dann in Boelken den passenden Spielmacher-Partner für André Eich hätte. Weil der erkrankte Mirko Stolley für die linke Seite im Rückraum sicher ausfällt, dürfte erneut Steffen Hambrock aus der zweiten Mannschaft in den Kader rücken. Das Motto für Werkmeister lautet ohnehin: "Wir bündeln alle Kräfte."

Der SGL will insgesamt 18 Spieler an Bord haben - und muss damit noch die eine oder andere schwierige Entscheidung treffen, weil nur 14 Namen auf den Spielberichtsbogen dürfen. Sportlich gehört die Aufgabe sowieso in die Kategorie mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad. "Wir haben nur dann eine Chance, wenn wir einen sehr guten Tag erwischen", glaubt Werkmeister. Einen zu großen Druck mag er daran nicht erkennen: "Wenn es Druck ist, dann höchstens positiver." Außerdem geht es ja inzwischen seit zweieinhalb Monaten so, dass Langenfeld damit ganz gut umgehen kann.

Quelle: RP
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