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Die Abfuhr: Handballer vergeigen Premiere

Lokalsport: Die Abfuhr: Handballer vergeigen Premiere
Plackerei: Auch Kreisläufer Andreas Nelte (rechts/mit Ball) hatte gegen resolut zupackende Leichlinger einen anstrengenden Abend. FOTO: Ralph Matzerath (Archiv)
Langenfeld. Der chancenlose Aufsteiger SG Langenfeld startete mit einer schmerzhaften 28:39-Niederlage beim Leichlinger TV ins Abenteuer 3. Liga. Von Michael Deutzmann

Es war der klassische Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Natürlich hatten die Handballer der SG Langenfeld (SGL) nach der traumhaften vergangenen Saison gehofft, ein bisschen von ihrem Schwung ins Abenteuer 3. Liga hinüberretten zu können. Neben guten Ergebnissen in der Vorbereitung gabs ja vor genau einer Woche in der ersten Hauptrunde des DHB-Pokals das 26:24 über den Zweitligisten TuSEM Essen und den sehr ansprechenden Auftritt gegen den Bundesligisten SC DHfK Leipzig (23:36). Dann betrat die SGL jetzt beim Nachbarn Leichlinger TV zum ersten Mal die Bühne, in der es um Meisterschaftspunkte ging. Und das Team von Trainer Dennis Werkmeister bekam ziemlich gnadenlos vor Augen geführt, wie steinig der Weg zum Klassenerhalt werden dürfte. Die SGL hatte von Beginn an nicht den Hauch einer Chance und am Ende neben viel Frust eine 28:39 (11:19)-Niederlage im Gepäck.

Auf den Trikots des Klassen-Neulings stand Langenfeld drauf, doch diesmal steckte eben nicht Langenfeld drin. Bis zum 1:1 (2.) von Max Adams und dem 2:2 (3.) von Tim Menzlaff blieb das Resultat zwar ausgeglichen, aber die sonst so starke Deckung fand bereits hier nicht statt. Gleichzeitig gab es im Angriff eine hohe Fehlerquote, sodass der Anschluss verloren gehen musste - 8:13 (18.). Ein Beispiel für das allgemeine Chaos war Pechvogel Vinzenz Preissegger. Erst traf er mit seinem Heber die Latte (19.), dann verlor er den Ball (20.) und scheiterte mit einem freien Wurf an Leichlingens Keeper Ante Vukas (21.). Alle drei Szenen passierten, als Leichlinger aufgrund einer Zeitstrafe in Unterzahl auf dem Parkett stand. Weiter ging es mit einem Stürmerfoul von Tim Menzlaff (22.), das nicht alle Schiedsricher so gepfiffen hätten, und mit einer Zeitstrafe gegen Andreas Nelte (22.), der ebenfalls die Welt nicht mehr verstand.

Leichlingen, in der vergangenen Saison der Meister der 3. Liga West, trug kein handballerisches Hexenwerk vor, kontrollierte die Partie allerdings durch seine Routine nahezu mühelos. "Das ist eine abgezockte Truppe", hatte der frühere Leichlinger Menzlaff vorher betont - und damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Die SGL war zwar in der Theorie bestens vorbereitet, konnte davon allerdings wenig umsetzen. Die zehn Treffer von David Kreckler etwa waren im Matchplan des Aufsteigers so nicht vorgesehen.

Beim 32:19 (46.) erreichten die Leichlinger in der zweiten Hälfte mit 13 Treffern Differenz ihren höchsten Vorsprung und für Langenfeld konnte es längst nur darum gehen, den Kampf gegen ein Debakel anzunehmen. Auf der verzweifelten Suche nach den erfreulicheren Aspekten war ein Pluspunkt, dass sich die Mannschaft nicht ihrem Schicksal hingab. In einer eigenen Rechnung für die letzten 14 Minuten ergab sich sogar ein 10:7-Sieg - ein kleiner Lichtblick an einem Abend voller Schmerzen.

Auf der Suche nach den Ursachen für die hohe Niederlage taten sich manche kurz nach dem Spiel schwer. "Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt so viele Gegentore bekommen haben", sagte Trainer Dennis Werkmeister, "das ist aber alles kein Beinbruch." Tim Menzlaff stellte ebenfalls was Richtiges fest: "Wir haben unser schnelles Spiel nicht aufziehen können und zu viele Tore kassiert." Matthias Herff war genauso enttäuscht wie die Teamkollegen. "Das haben wir uns alle ganz sicher anders vorgestellt. Jetzt müssen wir daraus lernen und weiter hart arbeiten", fand der Kapitän. Co-Trainer Thorsten Scholl lieferte die perfekte Zusammenfassung: "Willkommen in der 3. Liga." Anders ausgedrückt: Es war der klassische Widerspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

SG Langenfeld; Joest, Geske - Thöne, Heider (5), Wolter (3), Preissegger, Adams (4), Zimmermann (1), Herff (1), Stolley (1), Eich (5/2), Boelken (1), Menzlaff (7), Nelte.

Quelle: RP
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