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Analyse
Die Abwehr muss wieder dichter werden

Analyse: Die Abwehr muss wieder dichter werden
Akrobatisch: Vinzenz Preissegger und die Handballer der SG Langenfeld (SGL) sind aber noch auf der Suche nach der Balance. Vorteil: Die Brocken Aldekerk und Mönchengladbach hat die SGL schon hinter sich. FOTO: Ralph Matzerath (ARCHIV)
Langenfeld. Der Handball-Oberligist SG Langenfeld steht nach den ersten vier Spielen mit 5:3 Punkten auf Rang vier. Die in den vergangenen vier Jahren traditionell beste Defensive der ganzen Klasse bietet derzeit zu starke Schwankungen. Darunter leidet dann auch der Angriff. Von Michael Deutzmann

Die Handball-Oberliga hat erst vier Meisterschafts-Spieltage hinter sich - und steckt gerade traditionell wegen der Herbst-Schulferien bereits in der ersten Pause. Das ist auf der einen Seite weniger geeignet, um für den weiteren Verlauf der Saison in einen vernünftigen Rhythmus zu kommen. Auf der anderen bietet die Unterbrechung aber die Chance, eine erste Bilanz zu ziehen und möglicherweise an der einen oder anderen Stellschraube zu drehen. Für die SG Langenfeld (SGL) hätte sich der neue Trainer Dennis Werkmeister im Idealfall natürlich eine noch bessere Bilanz vorstellen können, doch der 32-Jährige sieht den vierten Platz und 5:3 Zähler gelassen: "Uns fehlt eigentlich nur ein Punkt."

Langenfeld startete mit einem Unentschieden gegen den ART Düsseldorf (24:24) und gewann anschließend sowohl beim Aufsteiger VfB Homberg (37:32) als auch gegen den TV Aldekerk (26:25), den womöglich heißesten Titelkandidaten. Happig war die Niederlage bei Borussia Mönchengladbach (30:38), als die sonst sattelfeste Abwehr total aus den Fugen geraten war. "Ich bin insgesamt sehr zufrieden", sagt Werkmeister, "gegen Aldekerk oder Mönchengladbach kann man verlieren. Und hätten wir 6:2 Punkte, wäre alles perfekt." Der Grund für Schwankungen ist klar: Alles hängt mit allem zusammen.

Dass die SGL eine Abwehr aus Beton hinzustellen vermag, beweist ein Blick zurück: In seinen ersten vier Oberliga-Jahren stellte Langenfeld immer die stärkste Abwehr seiner Klasse. Davon ist Werkmeisters Team aktuell ziemlich weit entfernt - und bei 117:119 Treffern ist die Bilanz derzeit sogar negativ. Der brillante Erfolg über Aldekerk war das Produkt einer optimalen Zusammenarbeit zwischen der grundsätzlich defensiven Deckung und dem überragenden Keeper Tobias Geske, dem sein Coach später eine "phänomenale Leistung" bescheinigte. In Mönchengladbach fand die Defensive praktisch gar nicht statt. Dahinter waren die Torhüter Geske und Alexander Riebau über 60 Minuten arm dran, weil ihnen die Vorderleute keine Unterstützung zukommen ließen. Werkmeister: "Unsere neue 6:0-Deckung braucht noch Zeit, bis sie hundertprozentig sitzt." Aufgeben mag er die Variante nicht.

Funktioniert die Deckung nicht, bleibt ein wichtiges Mittel stumpf - denn Gegenstöße und einfache Tore sind nur bei entsprechenden Ballgewinnen möglich. Das wurmt Werkmeister, weil er die Mannschaft am liebsten in jedem Angriff zu höchstem Tempo treiben will. Und in Philipp Wolter, Vinzenz Preissegger, Tim Schickhaus oder Jonas Zimmermann hat er schließlich genügend Spieler im Kader, die auf solche Gelegenheiten nur warten.

"Wir werden unseren Weg machen", betont Langenfelds Coach, "wenn wir am Ende nur die fünftbeste Abwehr haben und trotzdem weit oben stehen, ist das auch in Ordnung." Die Aufgabe heute (17 Uhr) in der zweiten Runde des HVN-Pokals beim Verbandsligisten TV Ratingen bietet die Gelegenheit, unter Wettbewerbs-Bedingungen an diesem oder jenem Bereich zu arbeiten. Gleichzeitig kann die SGL den Rhythmus verfeinern - der bei der Fortsetzung der Meisterschaft am 17. Oktober (17.30 Uhr) gegen den Drittliga-Absteiger SG OSC Wölfe Rheinhausen wenigstens halbwegs stimmen sollte.

Quelle: RP
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