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Lokalsport
Die Bergmeisters: Kerpen, Korea, Kalifornien

Langenfeld. Langenfelder Motorsportler waren auch über Ostern im Einsatz - und sowohl unter Palmen als auch im nassen Deutschland erfolgreich. Von Michael Deutzmann

Es gibt sicher verschiedene Möglichkeiten, Ostern zu verbringen. Wer den Nachnamen Bergmeister trägt, braucht sich darüber allerdings nicht besonders viele Gedanken zu machen. Das Thema erledigt sich in der Regel von selbst. Auf jeden Fall darf es gerne schnell sein - je schneller, desto besser. Und weil es praktisch immer in einem Teil der Welt etwas zu fahren gibt, blieb jetzt schon wieder keine Zeit für ein paar besinnliche Tage. Jörg Bergmeister war in Kalifornien unterwegs und ging dort seinem Dienst als Porsche-Werksfahrer nach. Anschließend kam er rechtzeitig wieder ins Rheinland zurück, um dort den Staffelstab von seinem Bruder zu übernehmen. Tim Bergmeister trat die weite Reise nach Korea an, wo das erste Rennen der Serie Superrace auf dem Programm stand. Deshalb musste er das "Heimspiel" im nahen Kerpen ausfallen lassen. Dort war Kart-Talent Jakob Bergmeister unterwegs - ohne seinen Vater Tim, aber mit seinem Onkel Jörg.

Jörg Bergmeister fuhr für Park Place Motorsports (Texas) auf dem Stadtkurs von Long Beach zum dritten Mal in der Saison 2017 in der WeatherTech SportsCar Championship um Meisterschaftspunkte. Nach dem frustrierenden Auftakt Ende Januar bei den 24 Stunden von Daytona (Florida), als das Rennen für den Porsche 911 GT 3 R nach einem Unfall vorzeitig beendet war, löste im März auch Rang sechs bei den 12 Stunden von Sebring wenig Begeisterung aus. In Long Beach, das als Monaco der USA gilt, reichte es jetzt zum vierten Platz - dem bisher besten Ergebnis 2017. "Es war in Ordnung", fand Jörg Bergmeister, der sich am Steuer mit Teamchef Patrick Lindsey abwechselte und erneut kein Wochenende ohne Probleme erlebte: "Wir waren zu langsam." Bergmeister/Lindsey verbesserten sich in der Gesamtwertung auf Rang zwölf, aber der Abstand zur Spitze (98 Punkte) ist bei 60 eigenen Zählern immer noch groß.

Für den Titel dürfte Tim Bergmeister in Frage kommen, der in Korea 2015 bereits Meister war. Nach einem eher durchwachsenen Jahr 2016 lief es jetzt zum Superrace-Auftakt fast optimal: Der in Kanada geborene Steven Cho als Erster, Bergmeister als Zweiter und der Japaner Masataka Yanagida als Vierter rasten zu einem glänzenden Ergebnis für Atlas BX Racing - das sich demnächst im wahrsten Sinne erschwerend auswirkend wird. Cho und Bergmeister müssen aufgrund ihrer Top-Resultate nach dem Reglement Zusatzgewichte ins Auto laden. Einfache Formel: Mehr Gewicht gleich weniger Geschwindigkeit. Trotzdem haben alle Beteiligten natürlich den Anspruch, die Meisterschaft zu holen. "Der Titel fürs Team ist unser Ziel, das haben wir bis jetzt noch nie geschafft", sagte Tim Bergmeister. Wenn er gerade nicht im Auto saß, hielt er sich über den Stand der Dinge in der Heimat auf dem Laufenden.

Dort nutzte Kart-Talent Jakob Bergmeister den Ostercup des Kart-Clubs Kerpen, um nach dem Umstieg aus der Bambini-Klasse zu den Junioren zusätzliche Erfahrung auf dem größeren Kart zu sammeln. Der Plan ging auch auf - aber anders als vorgesehen. Zuerst machte mit Hagel verbundener Regen den jungen Fahrern zu schaffen. Bergmeister gewann trotz schwieriger Bedingungen und nicht zu Ostern passender Kälte die beiden ersten Rennen, ehe die Strecke auf dem 1,107 Kilometer langen Erftlandring abtrocknete. Pech für den Langenfelder: Beim Start sprang das Kart nicht direkt an, sodass er dem Feld zunächst hinterherhetzen musste - eine ungewohnte Situation, aus der letztlich noch Rang sechs wurde.

Tim Bergmeister hat jetzt eine Korea-Pause, denn das zweite Rennen steht erst Mitte Mai auf dem Programm. Dafür macht er sich auf den Weg nach Ampfing (Bayern), das am Wochenende einen Lauf des Süddeutschen ADAC-Kart-Cups ausrichtet. Eine viel kürzere Anreise hat Jörg Bergmeister, der auf "seinem" Nürburgring das Qualifikationsrennen für die berühmten 24 Stunden im Mai absolviert. Es darf auf jeden Fall wieder gerne schnell sein - je schneller, desto besser.

Quelle: RP
 
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