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Die Euphorie treibt Langenfeld nach vorne

Lokalsport: Die Euphorie treibt Langenfeld nach vorne
Volle Pulle: Kapitän Matthias Herff (links) und Mirko Stolley stecken mit Langenfelds Handballern praktisch pausenlos im Stress. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der Handball-Oberligist kann durch einen Sieg bei der HSG Siebengebirge/Thomasberg das Halbfinale des Amateurpokals erreichen. Von Michael Deutzmann

Vermutlich ist es irgendwann an der Zeit, den Schalter auf Reserve zu stellen. Viel Zeit zum Nachtanken bleibt den Handballern der SG Langenfeld (SGL) derzeit jedenfalls nicht, weil sie von einem Höhepunkt zum nächsten hetzen. Das 33:30 in der ersten Hauptrunde des Deutschen Amateurpokals am 20. Februar beim Westfalen-Oberligisten TuS Spenge - abgehakt. Das 23:21 am 27. Februar in der Oberliga bei der DJK Adler Königshof - abgehakt. Das 20:18 des Tabellenführers vom vergangenen Samstag im Spitzenspiel gegen die Bergischen Panther - abgehakt. Jetzt muss das Team von Trainer Dennis Werkmeister erneut alle Kräfte bündeln, denn heute (17.30 Uhr) steht beim Mittelrhein-Oberligisten HSG Siebengebirge/Thomasberg das Viertelfinale des Deutschen Amateurpokals auf dem Programm. Für den großen Traum vom Finale am 1. Mai in Hamburg braucht die SGL einen weiteren Erfolg.

Werkmeister unternimmt alles, um das Thema Aufstieg in die 3. Liga vorübergehend auf neutral zu stellen. "Wir werden einfach unsere Hausaufgaben machen", sagt der SGL-Coach. Dabei muss er Andreas Nelte ersetzen. Der Kreisläufer und Abwehrchef, der sich gerade von einer Oberschenkel-Verletzung erholt hatte, fehlt wegen eines seit langer Zeit feststehenden privaten Termins. Dass es punktuell ohne den 33-Jährigen geht, stellte Langenfeld gerade in der ersten Hauptrunde des Amateurpokals mit dem 33:30 beim Westfalen-Oberligisten TuS Spenge unter Beweis. Dort gewann die SGL, weil sie eine starke Teamleistung abrief.

Für Lars Degenhardt ist die Lage sowieso klar. "Langenfeld ist der Favorit", sagt der HSG-Coach, "aber wenn wir einen sehr guten Tag haben, ist viel möglich. Wir bereiten uns intensiv vor." Den Amateurpokal, in dem sein Team bereits vor einem Jahr im Viertelfinale stand (23:37 bei Borussia Mönchengladbach), sieht er eher als Zugabe, zumal die Meisterschaft 2015/2016 nicht nach Wunsch läuft. "Die Saison ist schwierig", erklärt Degenhardt, "wir hatten unter anderem viele Langzeit-Verletzte." Von Rang neun aus wird die HSG alle Mühe haben, einen der sechs Mittelrhein-Plätze für die neue Nordrheinliga zu erreichen. Die äußerst ungewöhnliche Termin-Ansetzung: Gestern Abend um 20 Uhr, keine 22 Stunden vor dem Spiel im Deutschen Amateurpokal gegen Langenfeld, musste Siebengebirge/Thomasberg noch ein Meisterschaftsspiel gegen den TV Strombach absolvieren.

SGL-Coach Werkmeister geht davon aus, dass seine Spieler den Gegner trotzdem auf keinen Fall unterschätzen. Kapitän Matthias Herff bestätigt ihn: "Es ist schwierig, sich nach einem derartigen Höhepunkt wie dem Spiel gegen die Panther genauso auf den nächsten Gegner zu konzentrieren. Aber wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir es können." Sein Rezept ist die Blaupause der jüngsten Auftritte. "Wir sind eine Mannschaft, die vom Kampf und von der Geschlossenheit lebt. Zeigen wir beides, dann sollten wir es packen."

Den Kampf um die Meisterschaft, der am 19. März (17.30 Uhr) gegen den Vierten TuSEM Essen II weitergeht, will Langenfeld zumindest für ein paar Stunden verdrängen. Und das mögliche Finale des Deutschen Amateurpokals am 1. Mai in Hamburg soll ebenfalls frühestens nach dem Viertelfinale wieder in den Mittelpunkt rücken. Ganz ausblenden lässt sich das alles aber nicht. "Einige beschäftigen sich damit. Und es wäre eine tolle Sache, in derselben Halle wie die Profis zu spielen. Doch wir stehen auch jetzt vor einem aufregenden Wochenende", findet Herff, "wir müssen dranbleiben. Wir pushen uns gegenseitig, wir sind auf einer Euphoriewelle." Die Mannschaft scheint bereit zu sein, den Schalter für ihre Träume notfalls sofort auf Reserve zu stellen.

Quelle: RP
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