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Dritte Liga: Langenfeld liebt das Risiko

Lokalsport: Dritte Liga: Langenfeld liebt das Risiko
Letzte Instanz: SGL-Torhüter Alexander Riebau steht oft im Mittelpunkt - auch dann, wenn die Abwehr vor ihm nicht richtig zupackt. FOTO: Ralph Matzerath (Archiv)
Langenfeld. Der Handball-Regionalligist ist Tabellenführer - und ein Spezialist für knappe Spiele. Heute kommt TuSEM Essen II. Von Michael Deutzmann

Der Hang zur maximal möglichen Spannung scheint den Handball-Regionalligisten SG Langenfeld (SGL) nicht loszulassen. Die Liste der mit ein oder zwei Treffern Differenz gewonnenen Spiele ist lang - 27:26 gegen die HSG Siebengebirge, 27:25 beim TV Rheinbach, 26:25 bei der DJK Adler Königshof, 35:34 beim TuS 82 Opladen, 30:28 gegen den TV Aldekerk, 22:21 bei der HSG Siebengebirge, 28:27 gegen die DJK Adler Königshof. Außerdem gab es zwei Unentschieden, bei denen die Mannschaft den Blutdruck ihres Trainers Jurek Tomasik in die Höhe trieb. Das 29:29 beim VfB Homberg aus der ersten Partie des Jahres darf dabei als abgehakt gelten. Anders ist das mit dem 25:25 vom vergangenen Wochenende, als der Tabellenführer beim HC Wölfe Nordrhein zwei komplett gegensätzliche Halbzeiten ablieferte. Tomasik war mindestens irritiert. Weil er zugleich auf die Lernfähigkeit seiner Spieler baut, geht er von einer Rückkehr zum Besseren aus. Und die SGL wird jetzt Konzentration über 60 Minuten brauchen, denn die Aufgabe heute Abend (19 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den Neunten TuSEM Essen II birgt Risiken.

"Wir müssen die richtige Einstellung haben und unsere Linie durchziehen", fordert der SGL-Coach. Genau davon konnte am vergangenen Wochenende nur in Teilzeit die Rede sein. Der Schwung aus der ersten Hälfte mit guten Angriffen und einer stabilen Abwehr hielt nach dem 12:4 (21.) höchstens bis zum 19:12 (37.). Deshalb gab es nicht den glatten Erfolg, der beschlossene Sache zu sein schien, sondern letztlich nur ein sogar mühseliges 25:25. Dass sein Team diese Entwicklung mit etwas Abstand selbst nicht besonders gut fand, glaubt der SGL-Coach bemerkt zu haben: "Ich denke, die Mannschaft hatte so etwas wie ein schlechtes Gewissen. Sie hat sehr gut trainiert." Ihre Lernfähigkeit zeigte die SGL in dieser Saison besonders in der Woche nach dem 24. Februar beeindruckend. Direkt auf das 23:35 gegen die gefährdete HSG Düsseldorf II folgte das 35:26 beim Sechsten TV Jahn Köln-Wahn.

Essen ist die erste Etappe im Saison-Endspurt. Nach dem Spiel gegen die junge TuSEM-Zweite, die auf Rang neun (20:26 Punkte) im sicheren Mittelfeld zu Hause ist und bisweilen mit Leihgaben aus dem Essener Zweitliga-Kader antritt, geht es am 22. April (17 Uhr) zum gefährdeten Zwölften Bergischer HC II (16:30). Dann stehen die Aufgaben auf dem Programm, mit denen die SGL die Rückkehr in die 3. Liga unter Dach und Fach bringen kann. Im günstigsten Fall bringt bereits das Duell am 28. April (19 Uhr) gegen den Zweiten TSV Bonn rrh. (37:11 Zähler) die Entscheidung. Voraussetzung: Langenfeld (38:8) müsste vorher auch gegen Essen und beim Bergischen HC II gewonnen haben. Läuft es weniger günstig, rücken eventuell die beiden finalen Aufgaben am 5. Mai beim Dritten SG Ratingen (35:13) in den Mittelpunkt.

Langenfeld wird sich zunächst auf die bevorstehende Aufgabe konzentrieren und vielleicht mit einem Rückblick auf den 26. November 2017 weiterkommen. Damals gab es in Essen ein 28:21, nach dem Trainer Tomasik die Leistung seines Teams mit dem Prädikat gut versah. Auf der anderen Seite stellte die TuSEM-Zweite gegen Ratingen (35:32) und Bonn (28:24) bereits unter Beweis, dass sie ein gefährlicher Gegner sein kann. Die SGL setzt dem die starke Heimbilanz mit bisher zehn Siegen in elf Partien entgegen. "Wir spielen zu Hause, und da wollen wir immer gewinnen", betont Tomasik. Vermutlich würde er für zwei weitere Punkte in Kauf nehmen, dass die Mannschaft seinen Blutdruck erneut in die Höhe treibt.

Quelle: RP
 
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