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Analyse
Dritte Liga: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Langenfeld. Der Handball-Oberligist SG Langenfeld darf nach dem 20:18-Erfolg im Spitzenspiel gegen die Bergischen Panther mehr denn je vom Aufstieg träumen. Die Mannschaft hat das Zeug zum Titel. Die höhere Klasse stellt aber auch finanziell höhere Anforderungen. Von Michael Deutzmann

Es ist nicht bekannt, ob "De Höhner" aus Köln einen echten Bezug zu Langenfeld haben. Grundsätzlich sollten sich die Musiker um Frontmann Henning Krautmacher aber ein bisschen mit dem Handball auskennen, denn eins ihrer bekanntesten Lieder begleitete die deutsche Nationalmannschaft 2007 bei den Weltmeisterschaften auf dem Weg zum Titelgewinn. Und es war die richtige Frage: "Wenn nicht jetzt, wann dann?" Genau darum geht es jetzt für den Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL), der mittlerweile sogar zwei Träume lebt. Der eine dreht sich um den Deutschen Amateur-Pokal und den Einzug ins Finale am 1. Mai in Hamburg. Der andere ist der Titel in der Oberliga -verbunden mit dem möglichen Aufstieg in die 3. Liga. Langenfeld kann den Sprung schaffen - obwohl dadurch neben den sportlichen auch noch die finanziellen Anforderungen deutlich steigen würden.

Die Lage Unter der Regie von Trainer Dennis Werkmeister hat Langenfeld seit dem 29. November 2015 keins der folgenden 14 Pflichtspiele verloren - nicht in der Oberliga, nicht im Deutschen Amateurpokal, nicht im Verbandspokal, nicht im Kreispokal. Am vergangenen Samstag gab es vor der Handball-Rekordkulisse von über 700 Zuschauern im Spitzenspiel gegen die Bergischen Panther einen 20:18-Erfolg, nach dem die SGL sportlich alle Vorteile auf ihrer Seite hat. Sollte die Mannschaft keinen Einbruch erleiden, kann sie die übrigen vier Oberliga-Aufgaben ebenfalls bewältigen. Das Heimspiel am 19. März (17.30 Uhr) gegen TuSEM Essen II ist dabei im Restprogramm die höchste Hürde.

Die Mannschaft Das Team ist der Star - selten war es so zutreffend wie in diesen Wochen und Monaten. Natürlich gibt es auch im Kader von Trainer Dennis Werkmeister Führungsspieler wie Regisseur André Eich oder Torhüter Tobias Geske. Ein wesentliches Merkmal ist aber, dass sich Gegner kaum auf das Langenfelder Spiel einstellen können, weil immer wieder veränderte Aufstellungen möglich sind. "Jeder Spieler ist wichtig", betont Werkmeister, dessen Mannschaft längst einen Platz für die neue Nordrheinliga in der Tasche hat - und spätestens mit dem Erreichen dieses alten Saisonziels einen neuen Plan vorgelegt hat. Es stimmt, dass die Belastungen der 3. Liga für viele Spieler nur äußerst kompliziert zu bewältigen wären. Der eine oder andere wird allerdings vielleicht nicht ein zweites Mal die Chance bekommen, in dieser Klasse anzutreten.

Die Finanzen Die Mehr-Aufwendungen für die 3. Liga lassen sich grob umreißen. Jedes einzelne der vermutlich 15 Heimspiele schlägt mit gut 500 Euro zu Buche (Schiedsrichter, Kampfgericht). Etwa 6000 Euro liegt der Betrag über der aktuellen Summe (rund 150 Euro für jedes der zwölf Heimspiele). Hinzu kommen höhere Meldegebühren sowie zusätzliche Kosten für einige weite Auswärtsfahrten (Beispiel Aurich). Insgesamt gehen die Verantwortlichen von etwa 10 000 Euro Mehrkosten aus. Darüber hinaus geht es darum, beim Verband eine Bürgschaft über 10 000 Euro zu hinterlegen - was allgemein als der etwas einfachere Teil der Angelegenheit gilt. "Ich werde für die Sache kämpfen", sagt Handball-Abteilungsleiter Klaus Majeres, "aber alleine schaffen wir es nicht."

Soll heißen: Er hofft auf Hilfe durch den Gesamtverein - und eine rasche Entscheidung, um alle möglichen Meldefristen beim Verband einhalten zu können. "Wir müssen überlegen, wie wir das hinkriegen", bestätigt Werkmeister, der in Personalunion ja nicht nur Trainer, sondern auch Sportlicher Leiter der Handballer ist. Für seine Leidenschaft könnten "De Höhner" ihren Hit ebenfalls geschrieben haben: "Wenn nicht jetzt, wann dann?"

Quelle: RP
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