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Lokalsport
Ein Abend mit großen Gefühlen

Lokalsport: Ein Abend mit großen Gefühlen
Komm in meine Arme, Kleiner: Der 2,04 Meter lange Kreisläufer Dustin Thöne und Spielmacher André Boelken (1,81 Meter) brauchten wohl auch einen Augenblick, um den größten Moment in ihrer Handball-Karriere zu realisieren. FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Langenfeld. Das Spiel des Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) gegen Unitas Haan war gerade vorbei, als in der Gänsehaut-Stimmung in der Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium die Zeit der großen Gefühle begann.

Trainer Dennis Werkmeister nahm kurz entschlossen seinen Sohn Jasper auf den Arm, blieb ein paar Schritte von der Traube feiernder Spieler weg - und genoss die Momente doch in vollen Zügen. Etwas später war er dann wieder mittendrin: "Natürlich müssen wir die Kirche im Dorf lassen und erst abwarten, was in der 3. Liga passiert. Aber was hier im Moment los ist - megageil."

Tim Menzlaff, der erst vor dieser Saison vom Leichlinger TV zur SGL gestoßene Rückraumspieler, hat den Wechsel noch keine Sekunde bereut: "Wir haben eine geile Mannschaft, das war eine überragende Teamleistung." Sein Urteil konnte Kirsten Heider bestätigen, die fürs Team bei vielen Spielen am Kampfgericht saß - und dort gegen Haan ihren letzten Einsatz hatte, weil künftig in der 3. Liga der Deutsche Handball-Bund ein Kampfgericht stellt. Die Mutter von Spieler Henrik Heider hatte Geld gesammelt und überreichte Kapitän Matthias Herff eine riesige Meistertorte: "Wir haben mit euch gelitten, wir haben euch angefeuert, wir haben applaudiert. Eure Fans wollen sich so für diese tolle Saison bedanken." Herff, wegen einer Schulterverletzung nicht als aktiver Spieler an Bord, gab das Kompliment übers Hallen-Mikro sehr gerne zurück; "Die Mannschaft bedankt sich bei euch für die geile Unterstützung. Ihr wart einfach mega-gut."

Offizieller Gratulant des Vereins, der die Handballer in der kommenden Saison beim Abenteuer 3. Liga finanziell unterstützt, war Präsident Helmut Hermanns: "Ihr habt tolle Arbeit geleistet. Wir sind stolz auf euch." Für den Handball-Verband Niederrhein hatte Hans Bert Schäfer, Mitglied der Technischen Kommission, Meister-Medaillen dabei.

Zu den mehr oder weniger neutralen Beobachtern des letzten Saisonspiels gehörte Fabrice Voigt, der vor einigen Jahr selbst für Langenfeld spielte und inzwischen Co-Trainer des Mittelrhein-Meisters TuS 82 Opladen ist - der keine Meldung für die 3. Liga abgegeben hatte. Deshalb fallen auch die beiden früher üblichen Qualifikationsspiele zwischen Niederrhein-Vertreter und Mittelrhein-Meister aus. "Das wäre eine 50:50-Geschichte geworden", vermutete Voigt, "Langenfeld hat es jetzt verdient geschafft und gezeigt, was alles möglich ist, wenn der Zusammenhalt stimmt." Am Abend der großen Gefühle traf er damit den Nagel auf den Kopf.

(mid)
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