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Lokalsport
Ein Reiter zwischen Frust und Freude

Langenfeld. Die Rheinischen Meisterschaften auf Gut Langfort boten trotz zum Teil sehr schwieriger äußerer Bedingungen über vier Tage erstklassigen Sport. Der Turniermodus sorgte bis zum Schluss für Spannung - besonders im Springen. Von Michael Deutzmann

Die Rheinischen Meisterschaften der Reiter sind extrem anspruchsvoll oder sogar tückisch - bis zur letzten Sekunde. Jeder Fehler kann den Sieg kosten, der schon zum Greifen nah ist. Das musste gestern Nachmittag zum Abschluss auch Alexander Hufenstuhl von der Süttenbacher RSG schmerzhaft erfahren. Der 27-Jährige und seine Holsteinerstute Quicksilver hatten bis dahin begeisternde Leistungen gezeigt. In den beiden ersten Wertungsprüfungen war Hufenstuhl fehlerfrei geblieben und den ersten Umlauf des entscheidenden Drei-Sterne-S-Spingens um den Preis der Stadtwerke Langenfeld hatte das Paar ebenfalls makellos absolviert. Selbst nach dem ersten Abwurf wäre ihm die Meisterschaft noch sicher gewesen, weil der Titelkonkurrent Martin Sterzenbach (RV Lippe-Bruch-Gahlen) mit Balougraf vier Fehlerpunkte aus der zweiten Wertungsprüfung und 0,25 Punkte aus dem zweiten Umlauf auf dem Konto hatte. Dann fiel im letzten Sprung erneut eine Stange - und Hufenstuhl, der den Triumph so dicht vor Augen hatte, musste sich mit Silber hinter Sterzenbach begnügen.

Dass der Turnier-Modus mit über mehrere Tage verteilten Prüfungen viel verlangt, erlebte Patrick Sandner vom RC Gut Neuhaus Grevenbroich bei den Jungen Reitern. In der zweiten Wertungsprüfung, einem Ein-Sterne-S-Springen um den Preis der Rheinischen Post, gelang ihm mit Godiva ein Null-Fehler-Ritt. Schnell war Sandner auch, denn er knackte mit 57,92 Sekunden sogar die Zeit der bis dahin führenden Daniela Thelen (RSG Niederrhein/59,60). Der Sieg war für die Meisterschaft trotzdem wenig wert - alleine wegen der acht Strafpunkte aus der ersten Prüfung. Abschließend lief im dritten Springen wieder viel quer - und der frischgebackene Abiturient hatte keine Chance mehr auf ein Spitzen-Resultat.

Die teilweise schwierigen äußeren Bedingungen mit Regenschauern und böigem Wind hinderten die Reiter weder in der Dressur noch im Springen an starken Leistungen. Patrick Sandner etwa ritt seinen ersten Platz nach Hause, als es auf Gut Langfort gerade wieder besonders ungemütlich aussah. "Es war aber beherrschbar", urteilte Sandner, dessen Urteil sich viele anschlossen, "da gab es schon schlimmere Verhältnisse. Und vor allen Dingen war ja der Boden noch top in Schuss."

Turnierleiter Rolf-Peter Fuss und sein Helferteam ließen sich über die vier Tage ebenfalls nicht aus der Ruhe bringen - und nur einmal gab es für rund zehn Minuten eine wetterbedingte Unterbrechung. "Es ist alles im grünen Bereich", sagte Fuß gestern Nachmittag, "wir haben sehr viele positive Rückmeldung für unsere Organisation und den ganzen Rahmen bekommen." Dann ging sein Blick doch kurz in den bedeckten Himmel: "Ich hoffe, dass wir den Rest jetzt auch noch vernünftig über die Bühne bekommen." Sein Wunsch ging in Erfüllung - nicht jedoch der von Alexander Hufenstuhl. Genau darin liegt ja ein Reiz der Rheinischen Meisterschaften, die extrem anspruchsvoll sind. Oder sogar tückisch.

Quelle: RP
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