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Jiu Jitsu
Eine Mischung aus Judo und Ringen

Langenfeld. Beim brasilianischen Jiu Jitsu ist der Nahkampf am Boden gefragt. Thilo Vahlsing lehrt bei der Kampfsportschule. Von Dorian Audersch

Wenn Thilo Vahlsing und René Kowalski auf die Matte gehen, wird vor allem der Boden zum Kampfring. Beide Kämpfer scheinen miteinander verknotet zu sein. Es ist ein nicht enden wollender Kampf der Gliedmaßen. Mit gezielten Griffen und Aktionen versuchen sie sich gegenseitig zu überrumpeln - bis der erste aufgibt. "Die richtige Strategie ist sehr wichtig", sagt Vahlsing. Er ist einer der Trainer in der Kampfsportschule Langenfeld, die auch "Brazilian Jiu Jitsu" anbietet.

Dabei handelt es sich um die südamerikanische Kampfkunst, die dem Judo ähnlich ist. Allerdings spielen sich 95 Prozent eines Kampfes auf dem Boden ab. "Es ist im Grunde eine Mischung aus Ringen und Judo", meint der 35-Jährige. "Ziel ist, den Angreifer zu beherrschen und durch Technik zur Aufgabe zu zwingen." Vahlsing und sein Partner Alexander Marx trainieren rund 25 Kämpfer in der Sportart - und einige von ihnen sind auch außerhalb der Kampfsportschule an der Kaiserstraße erfolgreich.

Bei einem Turnier der North American Grappling Association (NAGA) mit 900 Teilnehmern aus ganz Europa holten die Langenfelder vier Gold- und zwei Silbermedaillen. Sie traten in verschiedenen Alters-, Erfahrungs- und Gewichtsklassen gegen die internationale Konkurrenz an. "Das Turnier war offen für Hobbysportler und Profis", erklärt Vahlsing. Die Erfolge seiner Schützlinge seien eine schöne Bestätigung. "Wir haben uns konsequent auf das Turnier vorbereitet und das hat sich gelohnt."

René Kowalski ist einer der Goldmedaillengewinner. Er empfand seinen ersten Auftritt bei einem Turnier als Herausforderung. Wer den ersten Fehler im Kampf mache, verliere das Duell in der Regel auch, weiß der 35-Jährige. "Es ist eine komplexe Sportart, bei der es vor allem um die richtige Taktik geht." Brazilian Jiu Jitsu sei eine Art Strategiespiel auf körperlicher Ebene. "Jeder Kämpfer muss seine individuellen Vorteile perfekt ausnutzen und auf die Griffe der Gegner die passende Antwort haben." Er selbst habe zum Beispiel vergleichsweise lange Arme und Beine, die er für seine Zwecke nutzen könne. "Im Kampf muss man die eigene Biomechanik und die des Gegners berücksichtigen." Das sei bei den Wettkämpfen in Dortmund gut gelungen.

Ansonsten werden in der Kampfsportschule vor allem Selbstverteidigungstechniken vermittelt - auch für Frauen. "Wir konzentrieren uns auf Befreiungs- und Abwehrtechniken mit Augenmerk auf Situationen, die im Alltag passieren können", betont Vahlsing. Es gehe um Techniken, die es ermöglichen, brenzlige Situationen zu meistern - oder im Idealfall zu vermeiden. "Jeder vermiedene Kampf ist ein gewonnener Kamp", meint der Trainer. Trotzdem könne es nicht schaden, das eigene Durchsetzungsvermögen zu trainieren. "Und das ist nicht immer unbedingt physisch gemeint."

Wie nahezu alle asiatischen Kampfkünste werden im Training auch Werte und mentale Aspekte vermittelt. "Wir vermitteln verschiedene Techniken, die auch unter Stress anwendbar sind. Die Abläufe werden regelmäßig geübt und gefestigt."

Quelle: RP
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