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Einwurf
Eine Stadt, zwei Oberligisten?

Langenfeld. Die Fußball-Saison 2016/2017 ist seit gestern Nachmittag Geschichte. Eigentlich. Ein Kapitel fehlte allerdings noch. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass der FC Monheim (FCM) daraus ein ziemlich einmaliges Ereignis macht. Dass eine aus der Bezirksliga aufgestiegene Mannschaft ohne weiteren Halt direkt die Oberliga erreicht, kommt schließlich eher selten vor. Und natürlich wollen die Monheimer jetzt auch mehr. "Die Relegationsspiele sind ein Bonbon, das wir uns in den letzten Wochen wirklich verdient haben", sagt Mittelfeldmann Philipp Hombach, "das ist eine Chance, die wir beim Schopfe packen müssen." Vor gar nicht langer Zeit schien der Zug bereits ohne den FCM abgefahren zu sein, ehe er seine letzten vier Spiele in dieser Saison gewinnen konnte - 5:1 gegen VSF Amern, 2:1 beim Meister FSV Vohwinkel Wuppertal, 2:1 beim Nachbarn VfL Benrath, 7:0 gegen den ASV Mettmann. Deshalb reichte es unter dem Strich noch zum Sprung auf dem dritten Platz. Monheim landete mit 71 Zählern und 83:33 Toren (plus 50) knapp hinter Vohwinkel (75 Punkte/plus 52 Tore) und dem DSC 99 Düsseldorf (72/plus 46), aber einen Hauch vor dem SC Velbert (69/plus 49), das den Platz in der Qualifikation auf den letzten Drücker abgeben musste. In zwei Duellen mit dem VfL Rhede, dem Dritten aus der Gruppe 2 der Landesliga, kämpfen die Monheimer nun um eine Eintrittskarte für die Oberliga. Bereits das Hinspiel am Mittwoch (voraussichtlich um 19.30 Uhr im Rheinstadion) wird Hinweise darauf geben, ob der große Traum wahr werden kann.

Das Abschneiden des FCM werden bestimmt auch die Sportfreunde Baumberg (SFB) sehr genau beobachten, die in den vergangenen Jahren immer wenigstens eine Klasse höher als der Lokalrivale angesiedelt waren. Als die Baumberger nach der Katastrophen-Saison 2014/2015 in die Landesliga abstiegen, gehörten die Monheimer noch der Bezirksliga an. Danach schafften beide Vereine den Sprung in die höhere Klasse, in der sich die Sportfreunde bereits ganz gut auskennen. Für Monheim wäre die Oberliga ziemliches Neuland. Und sollte die Mannschaft unter der Regie von Trainer Dennis Ruess den Baumbergern jetzt folgen, hätte sie jedes Recht der Welt, diesen Triumph in vollen Zügen zu genießen. Ob es Sinn ergibt, wenn eine Stadt von etwas mehr als 40 000 Einwohnern zwei Oberligisten hat, ist eine andere Frage - die aber die Mannschaft nicht beantworten muss. Michael Deutzmann

Quelle: RP
 
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