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Serie Aussergewöhnliche Sportarten
Einfach schwerelos: Wie Tauchen entspannt

Serie Aussergewöhnliche Sportarten: Einfach schwerelos: Wie Tauchen entspannt
Völlig losgelöst: Tauchen ist im Prinzip auch für den Stress-Abbau geeignet. Der sportliche Genuss steht bei Manta Haan sowieso im Vordergrund. FOTO: Olaf Staschik
Langenfeld. In Haan führt der Verein TSV Manta Interessierte in den Familiensport ein. Wer es probiert, kann Außergewöhnliches erleben. Von Anna Mazzalupi

KREIS METTMANN Daumen und Zeigefinger bilden einen Kreis, die übrigen Finger zeigen nach oben. Das Zeichen dafür, dass alles in Ordnung ist. Kurz noch werden die übrigen Handzeichen erklärt. Dann geht es los: Langsam und geräuschlos tauchen die Pärchen ab. Behutsam bewegen sie sich und wirken fast schwerelos. Wie kostbare Perlen blitzen die neongelben, -pinken oder -blauen Punkte von Flossen oder Netzen der Sauerstoffflaschen durch die Tiefe des Wasserbeckens im Haaner Schwimmbad. Ab und an zerplatzt fast unscheinbar eine Sauerstoffblase an der Oberfläche.

"Die Faszination ist ganz klar die Schwerelosigkeit. Tauchen ist ein Sport fürs Leben", sagt Gero Legner. Er ist der Vorsitzende des TSC Manta Haan. Durch das Wasser schweben und andere Welten entdecken - das macht für viele Tauchbegeisterte diese Sportart zu mehr als nur einem Hobby. Tauchen ist Leidenschaft. Das können Interessierte bei einem Schnuppertauchen des familiären Vereins erfahren - und testen, ob Sauerstoff-Flasche, Atemregler und Maske das Richtige sind.

Eine gewisse körperliche Grundvoraussetzung müssen Tauchanwärter allerdings mitbringen. Beim Training setzt der TSC Manta auf solide Schwimmfähigkeiten. Die Kondition fördern die fast 60 aktiven Mitglieder, rund ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche, etwa durch privates Nordic Walking oder Radfahren. "Tauchen macht viel Spaß. Aber es muss Disziplin vorhanden sein", erklärt Legner. Der älteste Tauchlehrling bisher war 70 Jahre alt und hat nach den Regeln des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) die Ausbildung durchlaufen. Menschen mit Behinderungen können die Unterwasserwelt ebenfalls kennenlernen.

Die körperliche Voraussetzung muss der Arzt mit der vorgeschriebenen Tauch-Tauglichkeits-Untersuchung bescheinigen. Stimmt der Druckausgleich bei den Ohren? Sind Lunge und Herz in Ordnung? Spricht nach der Untersuchung nichts dagegen, können auch Kinder ab zehn Jahren die Tauchausbildung machen, falls sie Vereinsmitglied sind. "Uns ist wichtig, dass sie Schritt für Schritt an das Tauchen herangeführt werden. Wer nur schnell den Tauchschein machen will, ist bei uns falsch", betont der Vereinsvorsitzende. Der TSC sieht Tauchen als Familiensport.

Das unverbindliche Schnuppertauchen ist ohne Mitgliedschaft möglich. Regelmäßig sind zum Beispiel Schüler des Haaner Gymnasiums zu Gast. Im Wasser werden das Jacket und die Taucherflasche angelegt. Die Ausrüstung stellt der TSC Manta. In einer intensiven Betreuung erklären die erfahrenen Goldtaucher, wie die Luftdruckkontrolle funktioniert. Sie testen, ob das Mundstück passt, und sie bringen den Kindern grundlegende Elemente der Tauchersprache bei, bevor es mit der Fünf-Liter-Flasche (fast rund 1000 Liter komprimierte Luft) auf den Beckenboden geht. Konzentriert hören die Kinder zu.

"Man muss sich bewusst machen, dass man unter Wasser nicht einfach miteinander reden kann", merkt Tauchlehrer Ralf Duckheim an. Er behält die Pärchen im Wasser im Blick, gleitet ab und zu mit. "Tauchen ist wunderschön und macht unheimlich viel Spaß. Für mich ist das Tiefen-Entspannung", erzählt der Tauchfan. Wichtig sei es, dass man gelassen an die Sache gehe und keine Angst habe. Die versucht er als Lehrer zu nehmen. Das Wohlbefinden stehe im Vordergrund.

Ist die mögliche anfängliche Angst überwunden, werden ausgebildete Sporttaucher mit außergewöhnlichen Erlebnissen belohnt - zum Beispiel im vereinseigenen und rund 30 Meter tiefen Tauchsee in Hitdorf, in dem man neben einem Wrack etwa eine alte Krankabine in der Unterwasserwelt erkunden kann. Mit einer Zehn-Liter-Flasche kommt ein Erwachsener bei einer Tiefe von bis zu zwölf Metern knapp 45 Minuten aus. Je tiefer es geht, desto schneller ist die Flasche leer. Duckheim betont: "Tauchen ist kein Hochleistungssport. Das Genießen stehe im Mittelpunkt. Das Motto dabei: Tauche wie ein Schatten und hinterlasse keine Spuren.

Quelle: RP
 
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