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Finale: Bergmeister holt nächste Trophäe

Lokalsport: Finale: Bergmeister holt nächste Trophäe
Hoch die Tassen: Jörg Bergmeister, Matthew McMurry und Patrick Lindsey (von links) durften sich für den zweiten Platz feiern lassen. FOTO: Porsche AG
Langenfeld. Der Langenfelder Motorsportler belegte beim Zehn-Stunden-Rennen "Petit Le Mans" in den USA den zweiten Platz. Im Rückblick auf die Saison 2016 kommen viele positive Momente vor - obwohl die Meisterschaft kein Thema war. Von Michael Deutzmann

Der Mann steht mal wieder unter Dauer-Stress. Und Jörg Bergmeister hat damit grundsätzlich auch gar kein großes Problem, weil er als Motorsportler in der Regel sogar um Bruchteile von Sekunden kämpft - die dann in einem Rennen vielleicht den entscheidenden Vorsprung bringen. In diesen Tagen und Wochen begibt sich der Porsche-Werksfahrer sogar gerne mal auf eine Tour über drei Kontinente. In der vergangenen Woche war der Langenfelder in den USA, um dort das letzte Rennen der Saison in der "WeatherTech SportsCar Championship" zu bestreiten. Hier gab es nach zehn Stunden auf der Road Atlanta in Braselton (Georgia) den durchaus versöhnlichen zweiten Platz. Am Anfang dieser Woche machte Jörg Bergmeister tatsächlich kurz Station in der Heimat, doch die Zeit war ziemlich knapp und reichte mit Mühe zum Wäsche-Wechsel und ein paar Stunden Schlaf. Inzwischen ist er schon längst in Thailand, wo in diesen Tagen die japanische Serie "Super GT" ein Gastspiel gibt.

Das WeatherTech-Finale mit dem Titel "Petit Le Mans" in Anlehnung an die großen 24 Stunden von Le Mans in Frankreich beendete eine Serie voller Höhen und Tiefen. Der ans texanische Team Parkplace Motorsports ausgeliehene Werksfahrer Bergmeister wechselte sich am Steuer des Porsche 911 GT 3 R mit den US-Kollegen Patrick Lindsey und Matthew McMurry ab, der den Dienstwagen im Qualifying auf den zweiten Startplatz stellte. Das Rennen begann dann allerdings weniger verheißungsvoll. Weil zwei Reifenschäden und ein Defekt am Rad-Drehzahlmesser unplanmäßige Boxenstopps erforderten. "Da hatten wir viel Pech", sagte Bergmeister, der erst nach über der Hälfte des Rennens zum ersten Mal ins Auto stieg - und dann auf der 4,087 Kilometer langen Strecke noch einige Kostproben seines Könnens lieferte.

Die 1:22,046 Minuten etwa waren die Bestmarke für Parkplace Motorsports - erzielt in der 341. von 384 Runden. Obwohl die in dieser Runde gemessene Geschwindigkeit bei nahezu 180 Stundenkilometern lag (179,28), wäre eine Top-Position vermutlich nicht mehr drin gewesen. "Ich glaube, wir wären Fünfter geworden", vermutete Bergmeister, "mit dem Podium hatte ich nicht mehr gerechnet. Dafür hatten wir zu viele Probleme." Dass es anders kam, war der unfreiwilligen Unterstützung durch drei Mitbewerber zu verdanken - die aus- oder zurückfielen. Der Parkplace-Porsche fuhr deshalb auf den letzten Drücker immerhin auf den zweiten Platz vor.

Im Rückblick auf die gesamte US-Saison 2016 bleiben bei Bergmeister einige sehr positive Aspekte hängen - obwohl aus dem ehrgeizigen Plan, in der Meisterschaft der Klasse GT Daytona entscheidend mitzumischen, doch nichts wurde. Das Dauerthema mit der Balance of Performance für die Einstufung der verschiedenen Autos sorgte oft für Ärger - besonders bei Parkplace Motorsports und dessen Eigner Patrick Lindsey. "Dafür, dass ich in ein neues Team gekommen bin, war es in Ordnung. Und im Laufe der Saison lief es ja auch immer besser", betonte Bergmeister. Ob er 2017 eventuell erneut für Parkplace unterwegs sein wird, steht aktuell noch nicht fest.

Die Ungewissheit über die sportliche Zukunft kennt Bergmeister aber ohnehin so gut wie den Dauer-Stress oder den Kampf um jeden Bruchteil einer Sekunde. Deshalb wird er jetzt in Thailand fürs "Excellence Team Porsche KTR" erneut alles für ein optimales Ergebnis tun. Mitte November geht es dann noch einmal für zwei Rennen nach Japan. Anschließend hat Bergmeister vielleicht die Gelegenheit, sich etwas entspannter zurückzulehnen.

Quelle: RP
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