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Analyse
Fortschritt: Bei Baumberg stimmt die Balance

Analyse: Fortschritt: Bei Baumberg stimmt die Balance
Lasst uns feiern: Kapitän Ivan Pusic, Kosi Saka, Jörn Zimmermann, Ricardo Ribeiro, Ali Daour und Robin Hömig (von links) hatten in den vergangenen Wochen reichlich Gelegenheit, sich angemessen über ein Tor zu freuen, Mittlerweile stellt Baumberg sogar die erfolgreichste Offensive der Oberliga. FOTO: Ralph Matzerath (ARCHIV)
Monheim. Der Fußball-Oberligist hat sieben Spiele hintereinander nicht mehr verloren und gehört zurzeit als Dritter zu den Spitzenteams. Trainer Salah El Halimi verfügt über einen breiteren Kader und mehr taktische Möglichkeiten. Zwei Beweise dafür sind Roberto Guirino und Louis Klotz. Von Michael Deutzmann

Vielleicht hatte die Pause sogar was Gutes. Nach sieben Siegen hintereinander hätte der Fußball-Oberligist SF Baumberg (SFB) am liebsten weitergemacht, doch die für Sonntag angesetzte Partie gegen den Fünften SpVg. Schonnebeck fiel aus - weil der Winter für einen kurzen Besuch im Rheinland war und das Stadion an der Sandstraße vorübergehend unbenutzbar machte. Das bot dann allen die Gelegenheit, die Dinge ein bisschen zu sortieren. Tatsache ist, dass Baumberg im Spätherbst 2017 so gut unterwegs ist wie wohl noch nie. Die 31 Punkte sowie Rang drei hinter dem SV Straelen (34) und dem TV Jahn Hiesfeld (31) lassen alle Möglichkeiten offen. Dass die Mannschaft von Trainer Salah El Halimi derzeit zu den Spitzenteams gehört, ist kein Zufall. Das Zauberwort für den Erfolg stammt eigentlich sogar schon aus dem vergangenen Jahr: Balance.

Seinerzeit kam Baumberg bei 41 Punkten auf 76:68 Tore. Nur zwei Teams erzielten mehr Treffer, doch nach hinten waren die Sportfreunde Mittelmaß. Für SFB-Coach El Halimi war das kein Wunder: "Die Balance stimmt nicht." Das sollte in dieser Saison unbedingt besser werden. Nach fünf Spielen ohne Niederlage stand das Konto bei 11:2 Toren - und der Plan schien voll aufzugehen. Mit dem 0:4 gegen die SSVg. Velbert begann jedoch eine Durststrecke, die bis zum 1:1 beim Letzten DSC 99 Düsseldorf reichte. "Wir waren in dieser Phase nicht durchschlagskräftig genug", sagt El Halimi, "wir haben zu wenig gute Chancen herausgearbeitet." Baumberg entwickelte eine Idee. Der Feldversuch sah vor, den bislang defensiv arbeitenden Roberto Guirino deutlich nach vorne zu schieben.

Direkt der erste Einsatz funktionierte perfekt, denn Guirino steuerte zum 4:0 beim 1. FC Bocholt drei Treffer bei. Mit neun Toren ist der gelernte Abwehrspieler mittlerweile Baumbergs erfolgreichste Offensivkraft. Alle Spieler zusammen kommen auf 36 Treffer - was der Bestwert in der Oberliga ist. Auch bei den Gegentoren (21) gibt es einen Aufwärtstrend, denn lediglich drei Klubs unterbieten diese Marke. Die Serie seit dem 8. Oktober - 1:1 beim DSC 99, 1:1 gegen den FC Monheim, 4:0 beim 1. FC Bocholt, 3:1 gegen den VfB Hilden, 4:1 beim FSV Vohwinkel, 2:1 gegen den SV Straelen, 6:3 beim VfB Speldorf. Daraus ergeben sich 21:8 Tore und 17 Punkte.

Ebenfalls ein wichtiger Baustein: Baumberg kann personelle Probleme wesentlich effektiver lösen als vor einem Jahr. Damals standen phasenweise derart viele Spieler auf der Liste der Ausfälle, dass oft nur Notlösungen drin waren - oder angeschlagene Kräfte auflaufen mussten. Bester Beweis für die Veränderung: Louis Klotz, der in Top-Form bei jedem Oberligisten Stammspieler wäre, konnte seinen Kreuzbandriss erst komplett auskurieren. Inzwischen ist er wieder eine Alternative für die Startelf. "Wir stehen nicht unter Druck", betont El Halimi, der glücklich ist über den Gewinn an taktischer Flexibilität, "wir können Spielern jetzt eher eine Pause gönnen. Es muss nicht jeder alle Spiele machen." So erklärt sich auch, dass in Robin Hömig nur ein Spieler des Kaders sämtliche bisher 16 Partien absolviert hat.

Beim Blick nach vorne bleibt El Halimi super-vorsichtig - wie immer. "Die Mannschaft macht das überragend. Über den nächsten Schritt sprechen wir aber erst, wenn wir 40 Punkte haben." Fußball-Obmann Redouan Yotla äußerst sich eine Spur offensiver: "Ich bin schon der Meinung, dass wir nach unserer Serie mit einer breiten Brust entsprechend auftreten und die Jungs ihre Qualitäten auf den Platz bringen sollten. Wir werden beim Erreichen der Punkte sicher nicht damit aufhören, Fußball zu spielen." Vom reinen Kampf um den Klassenerhalt redet immerhin inzwischen keiner mehr. Zweimal noch tritt Baumberg 2017 an - am Sonntag (14.15 Uhr) gegen den VfB Homberg und am 16. Dezember (16 Uhr) bei TuRU Düsseldorf. Dann geht es in die langen Winterferien. Auch diese Pause könnte was Gutes haben. Im Idealfall finden die Sportfreunde für sich sogar ein neues Saisonziel.

Quelle: RP
 
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