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Lokalsport
Gallier sind bereit für ihr Heimdebüt

Langenfeld. Die Handballer der SG Langenfeld haben das 28:39 in Leichlingen am ersten Spieltag in der 3. Liga abgehakt. Gegen die HSG Krefeld ist das Team von Trainer Dennis Werkmeister aber wieder Außenseiter. Von Michael Deutzmann

Sie wollten es so haben und das Risiko war allen ziemlich klar. Also gab es für die Handballer der SG Langenfeld (SGL) nach dem schmerzhaften Saison-Auftakt auch keinen Grund, sich sehr lange in einem Tal des Jammerns aufzuhalten - obwohl keiner für die Drittliga-Premiere beim Leichlinger TV eine derart herbe 28:39-Niederlage erwartet hatte. Trainer Dennis Werkmeister verzichtete auch darauf, seiner Mannschaft etwa die durchaus vorhandene Video-Aufzeichnung noch einmal anzubieten: "Ich habe dazu in der Besprechung nur einen einzigen Satz gesagt - und das hat gereicht. Das war unsere schlechteste Leistung im gesamten vergangenen Jahr." Besonders lange, um die Enttäuschung zu verarbeiten, bleibt dem Aufsteiger sowieso nicht. Heute Abend (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) wartet die Aufgabe gegen die HSG Krefeld - und sie wird sicher nicht einfacher.

Langenfeld war vor einer Woche in der Abwehr nur ein Schatten seiner selbst. Weil nur wenig passte, kamen die Leichlinger durch simple Täuschungen und Spielzüge immer wieder einfach zu Treffern. Die Folge daraus: Hinter der Deckung mit ihren zahlreichen Löchern hatten die Torhüter einen extrem schwierigen Abend, denn die Hausherren kamen oft sehr frei zum Wurf. "Wir hatten einen schlechten Tag und wir haben es auch nicht geschafft, die Vorgaben in die Tat umzusetzen", sagt Torhüter Tobias Geske. Die Betonung liegt auf "wir" und der 29-Jährige nimmt sich bei der Suche nach einer Steigerung keineswegs aus: "Natürlich war das für uns Torhüter ein elendiges Spiel. Aber es war schon der eine oder andere Ball bei, über den ich mich geärgert habe. Doch Handball ist ein Mannschaftssport. Und soll ich bei 39 Gegentoren von einer guten Torhüterleistung sprechen?"

Geske ist neben Tim Menzlaff der einzige Spieler im Kader, der bereits vor dem Aufstieg der SGL über Drittliga-Erfahrung verfügte. Deshalb weiß er besonders gut, dass in der höheren Klasse ein rauerer Wind herrscht - der dem Klassen-Neuling Langenfeld vermutlich noch öfter entgegenweht. Direkt heute gegen Krefeld wartet ein zumindest ähnlich schwieriges Spiel, in das Langenfeld erneut als klarer Außenseiter geht. Der Torhüter mag deshalb auch keinen Erfolg versprechen - der eine Art Sensation wäre. Die Garantie formuliert er mit dem Blick auf die kommenden Wochen lieber anders: "Wir werden eine Mannschaft sehen, die Spaß daran hat, die Großen zu ärgern."

Trainer Werkmeister ging nach der Auftakt-Niederlage auch bei sich selbst auf die Fehlersuche - und wurde fündig. "Dustin Thöne hätte nicht spielen dürfen, das muss ich ganz klar mir ankreiden", betont der Coach. Sein für die Abwehr und den Angriff wichtiger Spieler litt unter starken Rückenproblemen, wollte sich aber unbedingt fürs Drittliga-Debüt quälen. Gegen Krefeld wird der 23-Jährige, der in der Vorbereitung herausragend gut unterwegs war, nun pausieren.

Zuversicht, dass ein rascher Lernprozess möglich ist, zieht die SGL unter anderem aus Beispielen aus der vergangenen Serie. Da gab es in der Hinrunde zwei bittere Pleiten -30:38 bei Borussia Mönchengladbach, 24:33 bei den Bergischen Panthern. Beide Kontrahenten landeten am Ende hinter Langenfeld, das sich fortan beständig steigerte und in einer Traum-Saison von Erfolg zu Erfolg eilte. Werkmeister ist sich sicher: "Wir werden gegen Krefeld anders auftreten als in Leichlingen."

Torhüter Geske geht ebenfalls davon aus, dass Langenfeld wieder mehr Widerstand leisten kann. "Es wird kein Aufstecken geben", sagt der Schlussmann. Damit verrät er etwas vom Selbstverständnis der Mannschaft, die vor dieser Saison in die Rolle der Gallier geschlüpft ist - also selbst gegen übermächtig wirkende Gegner permanent an die eigenen Grenzen geht. Anders geht es im Kampf um den Klassenerhalt gegen die starke Konkurrenz sowieso nicht. Ganz nebenbei: Sie wollten es so haben und das Risiko war klar.

Quelle: RP
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