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Lokalsport
"Gallier" spielen im Konzert der Großen

Langenfeld. Die Handballer der SG Langenfeld treten heute Abend in der ersten Hauptrunde des DHB-Pokals beim Zweitligisten TuSEM Essen an. Der Drittliga-Aufsteiger ist klarer Außenseiter, will aber zumindest eine starke Leistung abliefern. Von Michael Deutzmann

Die Bühne war schon im Mai groß - und sie wird jetzt noch größer. Damals krönten die gerade als Aufsteiger zur 3. Liga feststehenden Handballer der SG Langenfeld (SGL) durch das 29:25 im Hamburger Finale des Deutschen Amateurpokals über den HC Glauchau-Meerane aus der Mitteldeutschen Oberliga eine traumhafte Saison. Das Spiel brachte die Eintrittskarte für den DHB-Pokal, den nie zuvor eine Langenfelder Mannschaft erreicht hat. Heute Abend (19.30 Uhr, Halle Margarethenhöhe) will das Team von Trainer Dennis Werkmeister beim Viererturnier der ersten Hauptrunde erstens die Atmosphäre aufsaugen und zweitens versuchen, aus ihren Möglichkeiten das Beste zu machen. Die SGL bestreitet gegen den gastgebenden Zweitligisten TuSEM Essen das zweite Halbfinale. Vorher beobachtet sie, wie im ersten Halbfinale der Bundesligist SG DHfK Leipzig mit dem SV Anhalt-Bernburg aus der 3. Liga Nord umgeht.

TuSEM ist ein Verein mit einer an Erfolgen sehr reichen Vergangenheit, dessen Infrastruktur in einer völlig anderen Welt angesiedelt ist. Rein sportlich ist der Zweitligist, der in der vergangenen Saison als Elfter sicher den Klassenerhalt schaffte, ebenfalls stark besetzt. Erfahrenste Kraft im ansonsten mit vielen jungen Leuten besetzten Kader von Trainer Stephan Krebietke ist der Ex-Nationalspieler Michael Hegemann (39). Krebietke hat zwar Respekt vor Langenfeld, geht allerdings von einem Essener Erfolg aus: "Langenfeld hat eine eingespielte Mannschaft und wird uns alles abverlangen. Sie kommen als Amateurpokal-Sieger und Oberliga-Meister mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein. Mit unseren Fans im Rücken wollen wir alles daransetzen, die Partie zu gewinnen."

Das will die SGL nicht ohne Gegenwehr zulassen. "Der DHB-Pokal ist die Belohnung für das, was wir in der vergangenen Saison geleistet haben", erklärt Kapitän Matthias Herff. Gleichzeitig macht er klar, dass die Mannschaft keinen gemütlichen Ausflug plant: "Wir wollen uns anständig verkaufen und haben nicht vor, uns abschießen zu lassen. Vielleicht können wir ja in Führung gehen." Und Langenfeld will zugreifen, falls sich im Fall der Fälle die Chance auf eine Sensation bietet.

Trainer Werkmeister findet es gut, dass seine Mannschaft nicht verkrampft, sondern Späße macht. Einer davon: "Natürlich nehmen wir Essen ernst. Aber das Spiel am Sonntag ist für uns wichtiger." Dass es dann um 16 Uhr zu einem Duell mit Leipzig kommt, hält der SGL-Coach naturgemäß ebenfalls für unwahrscheinlich: "Wir sind krasser Außenseiter. Eine winzige Chance haben wir höchstens, wenn bei uns alles passt und bei denen nichts." Drei Spieler fehlen der SGL, denn Andreas Nelte befindet sich im Urlaub und Rückraumspieler Steffen Hambrock muss wegen einer Verletzung am Sprunggelenk für viele Wochen pausieren. Torhüter Alexander Riebau (Ellbogen-Operation) befindet sich im Aufbau-Training.

Insgesamt passt die Partie zur gesamten kommenden Saison in der 3. Liga, in der die Langenfelder als Gallier von heute starten - immer bereit, gegen übermächtige Gegner zu kämpfen. Und die SGL betritt im DHB-Pokal eine große Bühne, die noch größer ist als jene im Mai.

Quelle: RP
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