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Lokalsport
Geschafft: Langenfeld quält sich ins Halbfinale

Langenfeld. Im Viertelfinale des Deutschen Amateur-Pokals gewann der Handball-Oberligist bei der HSG Siebengebirge/Thomasberg mit 26:22. Von Michael Deutzmann

Das Niveau der Partie lag irgendwo zwischen gruselig und schwer verdaubar. Und dem Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) war deutlich anzumerken, dass die Jagd von einem Höhepunkt zum nächsten allmählich an der Substanz zehrt. Deshalb ging der Blick nach dem Viertelfinale des Deutschen Amateur-Pokals beim Mittelrhrein-Oberligisten HSG Siebengebirge/Thomasberg erleichtert zur elektronischen Anzeigetafel. Dort stand immerhin ein 26:22 (12:10) für Langenfeld, das sich über weite Strecken durch die Halle quälte - und doch weiter seinen Traum leben darf. Die SGL steht in der Runde der letzten vier und ist nur noch einen Schritt vom Finale am 1. Mai in Hamburg entfernt.

Der Start war gefährlich einfach. Nach achteinhalb Minuten führte Langenfeld mit 5:0, weil es sich vorne entfalten durfte und hinten zupackte. Bis zum 9:4 (14.) hielt die Mannschaft von Trainer Dennis Werkmeister ihren Gegner auf Distanz, ehe plötzlich nichts mehr passte. Nach dem 10:6 (15.) von Max Adams begann die Plackerei, denn zehn Minuten lang erzielte die SGL kein Tor mehr und sie musste das 10:10 (25.) hinnehmen. Die vielen Fehler waren kaum nachzuhalten.

Nach dem 11:10 (25.) durch Mirko Stolley gelang Sven Kniesche das 12:10 (29.). Zehn Sekunden vor der Pause war die Partie für Kniesche dann beendet, als ein Spieler der Hausherren mit voller Wucht auf dem Knie des Langenfelders landete. Wie schwer die Verletzung des Rückraumspielers ist, wird sich erst noch zeigen müssen.

Das Duell blieb ein Kopf-an-Kopf-Rennen, weil der SGL auf die offensive Deckung gegen die linke und rechte Seite im Rückraum zu wenige Lösungen fand. Und selbst nach dem 17:14 (37.) ließ Langenfeld die HSG zurückkommen - 17:16 (40.), 19:17 (42.), 19:19 (45.), 20:20 (46.), 21:21 (50.). André Boelken sorgte mit dem 22:21 (51.), 23:21 (53.) und 24:21 (57.) für wertvolle Entlastung und Dustin Thöne mit dem 25:21 (58.) für die Entscheidung.

Niemand unternahm den Versuch, die Leistung mit einer guten Note zu versehen. "Was soll ich da schönreden", sagte Trainer Werkmeister. "Nur die ersten zehn Minuten waren gut", bestätige Kapitän Matthias Herff, "das muss wieder besser werden." Dass die SGL trotzdem weiterkam, hatten sie erneut ihrem Teamgeist zu verdanken - der personelle Sorgen linderte. Abwehrchef Andreas Nelte nahm einen seit Langem festen privaten Termin wahr. Keeper Tobias Geske war zwar da, kam aber nicht zum Einsatz (hatte in der Woche zuvor gar nicht trainiert/ebenfalls private Gründe).

Für Geske rückte Tobias Hanke zwischen die Pfosten - jener Keeper, der nach dieser Saison aus dem Kader ausscheidet. Wie er sich trotzdem reinkniete, verdiente erneut größten Respekt. "Es gibt nicht Geileres, als auf der Platte zu stehen", betonte der 29-Jährige, "und ich habe das schon mal gesagt. Ich kann mir trotzdem den Arsch aufreißen." Nach dem 19:19 (45.) musste er für Alexander Riebau raus, der ebenfalls wichtige Paraden zeigte. Hankes Urteil: "So, wie es am Ende gelaufen ist, war der Wechsel richtig." Auch deshalb gewann die SGL ein Spiel, dessen Niveau ansonsten oft irgendwo zwischen gruselig und schwer verdaulich lag.

SGL; Hanke, Riebau - Thöne (3), Heider (5), Preissegger (1), Menzlaff (5), Wolter (2), Adams (2), Herff, Kniesche (1), Stolley (1), Eich, Boelken (4/2), Zimmermann (2).

Quelle: RP
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