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Grausam: Zweite Halbzeit ist ein Albtraum

Lokalsport: Grausam: Zweite Halbzeit ist ein Albtraum
Rettungsversuche: Weder die Hinweise von Trainer Dennis Werkmeister (rechts) noch die neun Tore von Tim Menzlaff halfen am Ende. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der Handball-Drittligist SG Langenfeld begann gut, kam aber voll vom Kurs ab und verlor bei Eintracht Baunatal deutlich mit 28:35. Von Michael Deutzmann

Es gibt Niederlagen, die passieren eben. So war es in den vergangenen Wochen wohl im einen oder anderen Fall bei den Handballern der SG Langenfeld (SGL), die das Abenteuer 3. Liga mit relativ bescheidenen Mitteln bestehen wollen. Das 23:30 gegen den Spitzenreiter VfL Eintracht Hagen - kein Thema. Das 25:30 beim Zweiten Neusser HV - ebenfalls kein großes Problem. Insgesamt dachte nicht nur Trainer Dennis Werkmeister, dass der Aufsteiger das Gröbste hinter sich haben müsste und nun allmählich mit der Sammlung weiterer Punkte für den Klassenerhalt beginnen könnte. Die Wirklichkeit: Beim GSV Eintracht Baunatal kam der Klassen-Neuling nach einer guten ersten Hälfte komplett vom Kurs ab und hatte am Ende eine 28:35 (15:16)-Niederlage im Gepäck. Die Pleite wirkte sich auch in der Tabelle negativ aus, denn die SGL fiel auf den letzten Platz zurück - als neues Schlusslicht eines Quartetts, zu dem noch der TSV GWD Minden II, die SG Ratingen und der TuS Volmetal gehören (alle 3:17 Punkte). Der einstige Traum von der 3. Liga droht so zum Albtraum zu werden.

Trainer Werkmeister war der Schmerz über das Resultat auch am Tag danach anzumerken: "Das trifft uns tief ins Mark", sagte der Coach, dessen Mannschaft einen ordentlichen Auftakt erwischte - 3:0 (7.). Bis zum 6:3 (11.), 8:5 (15.) und 10:8 (19.) blieb Langenfeld relativ klar vorne, bevor sich die Hausherren herankämpften. Beim 14:13 (28.) führte die SGL immer noch, doch zur Pause lag sie knapp mit 15:16 hinten (30.), weil sie sich ein paar unnötige Fehler erlaubte. "Das war aber alles okay", meinte Werkmeister. Für den zweiten Durchgang wollte die SGL etwas Ähnliches vermeiden, das eine oder andere besser machen - und im Optimalfall den zweiten Saisonsieg einfahren.

Der schöne Wunsch hielt gut drei Minuten - bis zum 16:18 (34.). Was anschließend passierte, entzog sich ziemlich jedem Versuch der Erklärung. Die SGL erlaubte sich Ballverluste, Lücken in der Abwehr, Fehlwürfe und Fehlpässe - was zu einer kaum für möglich gehaltenen Quote an Unzulänglichkeiten führte. Beim Stande von 16:21 (37.) nahm die SGL ihre erste Auszeit nach der Pause und beim 17:24 (42.) gab es bereits die zweite und letzte Auszeit. Der Versuch, den entgleisenden Zug zurück in die richtige Spur zu bringen, blieb trotzdem erfolglos. Beim 23:33 (56.), 24:34 (57.) und 25:35 (57.) lag Langenfeld vorübergehend mit jeweils zehn Treffern hinten, ehe es durch drei späte Tore etwas Ergebniskosmetik betreiben durfte.

Der Aufsteiger hatte geglaubt, in Baunatal einen Gegner auf Augenhöhe zu haben - und der SGL-Coach änderte seine Einschätzung trotz des frustrierendes Ergebnisses nicht: "Dabei bleibe ich. Die erste Halbzeit hat das ja bestätigt." Die beinahe logische Schlussfolgerung aus dem Auftritt schob der 33-Jährige gleichzeitig selbst nach: "Wenn wir so spielen wie nach der Pause, gewinnen wir in dieser Saison kein einziges Spiel mehr. Und wenn wir solche Spiele nicht gewinnen, welche denn dann?"

Die 35 Gegentreffer dokumentierten erneut die aktuell größte Schwäche der SGL: Die Abwehr verdient ihren Namen nur sporadisch und ist inzwischen so etwas wie die Schießbude der 3. Liga. Wesentlich bitterer ist allerdings ein anderes Trainer-Urteil: "Baunatal hatte nach der Pause mehr Herz, Kampfgeist und Moral." Das ist für ein Team die die SGL, die genau diese Tugenden in der Vergangenheit selbst für sich zu nutzen vermochte, heftig. Vielleicht hilft es, wenn sich Langenfeld künftig einfach wieder für jedes Spiel als krassen Außenseiter sieht - von der ersten bis zur 60. Minute. Sonst drohen weitere Nackenschläge, die mitten ins Mark treffen.

SG Langenfeld: Joest, Geske - Thöne (3), Heider (1), Wolter (1), Preissegger, Adams, Klimke (1), Herff (2/1), Stolley (3), Eich (4/1), Boelken (4), Menzlaff (9), Nelte.

Quelle: RP
 
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