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Lokalsport
Gute Aussichten auf sechs Meter

Leverkusen. Zwei Wochen vor den Weltmeisterschaften der Leichtathleten in Peking (22. bis 30. August) sind die "Classics" die letzte Generalprobe für die besten deutschen Stabhochspringer. Erstmals gibt es einen eigenen Wettkampf für die Frauen. Von Stefanie Sandmeier

Die Freiluftsaison 2015 geht in ihre letzte und wichtigste Runde. Zehn Leichtathleten des TSV Bayer haben ihren Saisonhöhepunkt dabei noch vor sich. Mit den globalen Titelkämpfen im chinesischen Peking steht das Highlight des Jahres unmittelbar vor der Tür. Nach der offiziellen Nominierung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) treten gleich drei Stabhochspringer aus Leverkusen die Reise nach Asien an.

Silke Spiegelburg, Tobias Scherbarth und Carlo Paech starten in Chinas Hauptstadt für Deutschland - als letzte Formüberprüfung vor der Abreise soll ihnen das Heim-Meeting, die "Stabhochsprung Classics", am Freitag auf der Fritz-Jacobi-Anlage dienen.

Spiegelburg wird sich in der erstmals ausgerichteten Frauen-Konkurrenz mit namhaften Athletinnen aus Kanada, Australien und Belgien messen (ab 14.30 Uhr). So wollen etwa die beiden Belgierinnen Chloe Henry und Fanny Smets möglichst noch in letzter Minute auf den WM-Zug aufspringen. Mit zum Feld der Teilnehmerinnen gehört aus Leverkusener Sicht auch Katharina Bauer, die am vergangenen Wochenende in Beckum ihre persönliche Bestleistung auf 5,65 Meter steigerte. Diese Höhe hätte eine Woche zuvor bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg für das WM-Ticket gereicht - ihre Steigerung kam mit Blick auf die Titelkämpfe in Peking allerdings zu spät. Bauer will vor heimischem Publikum dennoch ihre gute Form noch einmal bestätigen.

Bei den Männern kommt es - wenn man so will - ab 18.45 Uhr zur Neuauflage der nationalen Meisterschaften. "Mit Ausnahme von Weltmeister Raphael Holzdeppe sind die ersten elf Springer der deutschen Bestenliste am Start", sagt Meeting-Direktor Michel Frauen.

Aus Leverkusener Sicht stehen dabei insbesondere die WM-Starter Tobias Scherbarth und Carlo Paech im Fokus. Beide Sportler präsentierten sich mit ihren Silber- und Bronzemedaillen bei den Deutschen Meisterschaften in absoluter Topform. Paech schraubte in den letzten Wochen als der Newcomer des Jahres seine persönliche Bestleistung auf 5,80 Meter. Scherbarth sprang in Nürnberg 5,70 Meter. Seine Bestleistung liegt bei 5,73 Metern. Mit dem Kanadier Shawn Barber bekommt Paech einen starken Gegner, der auf dem besten Weg ist, die Weltspitze zu erobern. Der 22-Jährige, der die Panamerikanischen Spiele gewann, flog in diesem Jahr schon über 5,93 Meter und scheiterte nur hauchdünn an den magischen sechs Metern. Bei den Organisatoren der "Classics" ist daher die Hoffnung groß, dass Barber diese Höhe in Leverkusen schaffen könnte. "Sechs Meter bei den Classics - das wäre wirklich ein Traum", sagt Frauen. "Die Chancen standen noch nie so gut."

Der Weltranglisten-Dritte Barber wäre der erst achtzehnte Athlet in der Geschichte, dem dieses Kunststück überhaupt gelänge. Zumindest der zwei Jahre alte Meetingrekord (5,82 Meter) scheint unter diesen Voraussetzungen zur Formsache zu werden. Zum international besetzten Feld der Männer gehört mit dem Brasilianer Augusto Dutra auch der Südamerika-Meister des vergangenen Jahres. Seine Bestleistung liegt bei 5,82 Meter.

In der Rolle der Herausforderer der Weltspitze finden sich weitere Springer aus dem Lager des TSV Bayer 04 wieder. Neben Scherbarth und Paech gehören Karsten Dilla, Hendrik Gruber und Frauen selbst zum Feld der Springer, das ab 18 Uhr im Stadion Manfort wieder auf gewohnt spektakuläre Weise präsentiert werden soll. Mit den zurückliegenden Auftritten aus einer Stretch-Limousine oder beispielsweise einer Ski-Gondel haben Frauen und sein Team die Latte hoch gelegt - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes!

Quelle: RP
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