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Lokalsport
Handball: Die "Gallier" aus Langenfeld sind da

Langenfeld. Der Aufsteiger in die 3. Liga beginnt heute mit der Vorbereitung auf die kommende Saison. Für den Außenseiter ist alles Neuland. Von Michael Deutzmann

Es war einmal. In der vergangenen Saison nahmen die Handballer der SG Langenfeld (SGL) innerhalb von zwölf Monaten alles mit, was an Titeln im Angebot war. Mit dem Triumph im Kreispokal 2014/2015 begann eine grandiose Erfolgsserie. Die SGL gewann den Niederrheinpokal und den Deutschen Amateurpokal, sie schaffte als Niederrheinmeister den Aufstieg in die 3. Liga und verteidigte fast nebenbei den Titel im Kreispokal. Aber die Zeit des Feierns ist vorbei. Langenfeld hat den Genießer-Modus wieder abgeschaltet - und ist bereit, sich der großen Aufgabe 3. Liga mit Hingabe zu stellen. Heute Abend versammelt Chefcoach Dennis Werkmeister die Mannschaft zum ersten Training. Es ist der Auftakt zur Vorbereitung auf eine Saison, in der nicht mehr viel so sein wird wie vorher.

Die SGL sieht sich als krassen Außenseiter in einer 3. Liga, die wohl noch nie so stark war. Ein Grund: Der Meister Leichlinger TV und der Ditte HSG Krefeld haben auf den Aufstieg in die 2. Liga verzichtet. Noch ein Grund: Von oben kamen als Absteiger der VfL Eintracht Hagen und Bayer Dormagen runter. Diese vier und andere Vereine sind in Mitteln und Infrastruktur ganz anders aufgestellt als Langenfeld, das Neuland betritt. "Wir sind das kleine gallische Dorf, das sich irgendwie gegen die anderen wehren muss", sagt Werkmeister. Angst hat er allerdings nicht - im Gegenteil: "Die Vorfreude steigt immer mehr."

Als der Deutsche Handball-Bund jetzt die Gruppeneinteilung vorlegte, gab es sogar eine Erleichterung für den Bereich Logistik. Die bisher in der Gruppe West angesiedelten VfL Fredenbeck (380 Kilometer), Varel (310 Kilometer) und OHV Aurich (300 Kilometer) gehören für die nächste Saison zur Gruppe Nord. Die weiteste Fahrt muss der Klassen-Neuling SGL mit etwa 220 Kilometern nun am 12. November zum GSV Eintracht Baunatal absolvieren. Trainer Werkmeister hat eine Meinung, die viele teilen dürften: "Was ist das für eine geile Gruppe!" Die 15 Gegner: Bayer Dormagen, Baunatal, Eintracht Hagen, TV Korschenbroich, Neusser HV, SG Ratingen, Longericher SC, SG Schalksmühle-Halver, Leichlinger TV, HSG Krefeld, TuS Volmetal, HSG Handball Lemgo II, VfL Gummersbach II, Ahlener SG, TSV GWD Minden II.

Langenfeld wird personell ganz überwiegend auf den Kader bauen, der in der Oberliga als perfekt funktionierendes Team unterwegs war. Der bisher einzige Neue ist Torhüter Tobias Joest (21), der vom alten Oberliga-Rivalen Bergischer HC II kommt. Weitere Veränderungen betreffen den Rahmen für die 3. Liga und die Intensität der Einheiten. Werkmeister: "Wir werden eine Vorbereitung haben, die die Jungs so noch nicht kannten. Manchmal werden sie mich hassen."

Ein Puzzleteil auf dem Weg in die Zukunft hat die SGL schon vor dem offiziellen Trainingsstart eingebaut. Das Langenfelder Unternehmen Orthomol unterstützt das Abenteuer 3. Liga - unter anderem durch Ernährungsberatung und den guten Draht zu Professor Klaus Baum. Der Kölner, der Athletik-Coach der deutschen Frauen-Nationalmannschaft ist, war in der vergangenen Woche zum Projekt Leistungsdiagnostik da und wird die Handballer durch die Saison begleiten. Die Langenfelder sind sich einerseits darüber im Klaren, dass sie wahrscheinlich nie wieder so erfolgreich sein werden wie zuletzt. Trainer Dennis Werkmeister könnte andererseits den listigen Anführer Asterix geben - zu dessen Eigenschaften ja Scharfsinn und Einfallsreichtum gehören. Die Gallier scheinen bereit zu sein.

Quelle: RP
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