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Handball: Langenfeld ist bereit für das Wunder

Lokalsport: Handball: Langenfeld ist bereit für das Wunder
Volle Kraft voraus: Andreas Nelte (mit Ball) spielt bereits seit 2007 für Langenfeld. Er ist mit 34 Jahren der erfahrenste Spieler des Drittligisten - und heiß darauf, mit den Teamkollegen die Klasse zu halten. FOTO: Ralph Matzerath (Archiv)
Langenfeld. Die Spannung steigt und die Handballer der SG Langenfeld (SGL) haben im besten Fall noch drei Endspiele. Der Nachteil für den Aufsteiger: Er kann den Kampf gegen den Abstieg nach dem Jetzt-Stand nicht mehr aus eigener Kraft zu einem Happy End bringen. Von Michael Deutzmann

Der Vorteil: Das Team von Trainer Dennis Werkmeister gewann zuletzt zweimal hintereinander - 30:27 bei der SG Schalksmühle-Halver, 24:19 gegen die SG Ratingen. Diese Siege könnten für jenen Schub gesorgt haben, der auf der Zielgeraden doppelt wertvoll ist. Das Spiel heute Abend (19.30 Uhr) beim TV Korschenbroich wird wieder etwas Klarheit bringen. Kurzformel: Gewinnt die SGL, leben ihre Hoffnungen weiter.

Geklärt ist im Keller der Tabelle, dass der Letzte SG Ratingen (5:49 Punkte) absteigt. Nichts mehr zu befürchten hat der Zehnte Schalksmühle-Halver (23:31), während der Elfte VfL Gummersbach II (21:33) theoretisch noch ein bisschen aufpassen muss. Dahinter folgen vier Klubs, die den Rechenschieber benötigen - der eine mehr, der andere weniger. Langenfelds Gastgeber Korschenbroich (20:34) ist als Zwölfter nach miserablen Auftritten (25:32 gegen Gummersbach II, 21:32 beim TSV GWD Minden II) wieder in die Gefahrenzone gerutscht, aus der sich auch die seit fünf Begegnungen sieglose Ahlener SG (18:36) auf Rang 13 bisher nicht zu befreien vermochte. Dahinter liegen der TuS Volmetal und Langenfeld (15:39) fast gleichauf. Haben beide Mannschaften am Ende ebenfalls die identische Punktzahl, bleibt der TuS vorne - weil er den dann entscheidenden direkten Vergleich über die auswärts mehr erzielten Tore gewonnen hat (26:29/36:33). Der Vorletzte steigt ebenfalls direkt ab, während dem Drittletzten der Gruppe West als letzter Strohhalm ein Turnier mit anderen Drittliga-Drittletzten bleibt.

In einer Teamsitzung stellte Trainer Werkmeister jetzt seine Ideen für die restlichen drei Partien vor: "Vier Punkt sind ein Muss." Der Widerspruch aus den Reihen der Spieler kam prompt. "Was soll ich mir vier Punkte vornehmen", betont Torhüter Tobias Geske, "ganz gut sieht es aus, wenn wir sechs holen. Die will ich haben. Für uns steht die Tür offen und es liegt nur an uns, durchzugehen." Der Standpunkt ist mutig, weil die SGL bisher nicht dreimal in Folge gewann und auswärts (4:22 Zähler) bestimmt keine Großmacht ist. Andererseits stammen die beiden Erfolge in fremden Hallen aus der Rückrunde - 33:32 in Krefeld, 30:27 bei der SG Schalksmühle-Halver. "Alle haben schon gedacht, Langenfeld ist weg", sagt Geske, "jetzt sieht das anders aus. Das sollte optimistisch stimmen. Ich will die 3. Liga auf Gedeih und Verderb halten."

Werkmeister findet die Idee des Teams natürlich großartig. Und er traut Langenfeld auch zu, dass es diesmal deutlich besser läuft als in der Hinrunde. Am 3. Dezember 2016 führte der Klassen-Neuling zur Pause mit 13:12 und wenig später mit 16:14 (34.), ehe überhaupt nichts mehr passte und letztlich eine 24:32-Pleite herauskam. Die SGL hatte nichts mehr im Griff - weder sich selbst noch die Korschenbroicher Haupttorschützen Henrik Schiffmann (elf Treffer) und Max Zimmermann (neun). Werkmeister erinnert sich: "Wir haben eine Abreibung bekommen."

Die Vorbereitung unter anderem mit einem Kurz-Trainingslager in eigener Halle lief gut und der Kader ist fast komplett. Allein Linksaußen Vinzenz Preissegger (Schnittwunde) steht nicht zur Verfügung.

Lediglich vier Spieler des bisherigen Aufgebots bleiben für die kommende Saison in Korschenbroich - was kürzlich gegen Minden II und Gummersbach II zu einem allgemeinen Mangel an Disziplin führte. TV-Coach Ronny Rogawska sieht es nun so: ""Wir müssen bereit sein, über unsere Grenzen zu gehen. Wir müssen diszipliniert und clever agieren." Kollege Werkmeister hält das für eine bewusst gewählte Untertreibung und sieht Korschenbroich weiter in der Favoritenrolle. Selbstredend muss jedoch auch die SGL sämtliche verfügbaren Reserven anzapfen. Nur dann hat sie möglicherweise eine Chance und nur dann geht die Serie der Endspiele vielleicht weiter. Die Spannung steigt.

Quelle: RP
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