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Handball: Langenfeld wird zur Partymeile

Lokalsport: Handball: Langenfeld wird zur Partymeile
Eine Festgesellschaft: Die Handballer der SG Langenfeld um Spielmacher André Boelken (Nummer 24) und den derzeit verletzten Kapitän Matthias Herff wollen am liebsten auch heute Abend wieder ihre tänzerischen Qualitäten zeigen. FOTO: Eva-Lotte Heine (ARCHIV)
Langenfeld. Der Oberligist, der bereits als Aufsteiger in die 3. Liga feststeht, will im letzten Heimspiel gegen Unitas Haan auch noch die Meisterschaft holen. Dazu reicht ein Unentschieden. Nach der Partie beginnt die Zeit des ausgiebigen Feierns. Von Michael Deutzmann

Es ist die Zeit, in der Träume in Erfüllung gehen. Und die Oberliga-Handballer der SG Langenfeld (SGL) können davon nicht genug bekommen. Seit Anfang der Woche ist der Aufstieg in die 3. Liga amtlich, denn das Team von Trainer Dennis Werkmeister wird auf jeden Fall um eine Etage nach oben klettern - weil kein anderer der in Frage kommenden Vereine eine Meldung abgegeben hat. Niemals zuvor war ein Langenfelder Handball-Team höher angesiedelt. Der kleine Haken: Das Werk ist trotzdem unvollendet, denn die SGL steht bisher nicht als Meister fest. Holt sie heute (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) zum Saison-Abschluss gegen den Letzten Unitas Haan wenigstens ein Unentschieden, ist aber alles klar. Der Tabellenführer (35:11 Punkte) kommt dann definitiv vor den Bergischen Panthern ins Ziel (33:13).

Matthias Herff kann wegen einer Schulterverletzung nicht aktiv ins Geschehen eingreifen. Trotzdem ist der Kapitän natürlich als Unterstützer und Motivator mit an Bord - und er lässt keinen Zweifel am Ziel: "Das Feuer brennt immer noch. Wir wollen mit aller Gewalt Meister werden und das Spiel gewinnen." Nach der Partie gibt es dann eine Party in mehreren Schritten - mit dem Auftakt direkt nach dem Abpfiff vor der Tribüne mit den eigenen Fans und kurz darauf auf dem kleinen Platz vor der Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium. "Da müssen wir um 23 Uhr Schluss machen", sagt Abteilungsleiter Klaus Majeres, "länger dürfen wir nicht." Selbstredend hat die Mannschaft nicht vor, sich rund um den größten Erfolg in der Geschichte der Handballer mit diesem schmalen Zeitfenster zu begnügen. "Die Emotionen müssen raus", findet Herff, der Mitglied im "Fest-Ausschuss" ist. In der Übersetzung heißt dass: Die eine oder andere Örtlichkeit wird sich darauf einrichten müssen, ausgelassen feiernde Handballer zu beherbergen.

Dass auf die SGL in der nächsten Saison ein großes Abenteuer wartet, ist allen völlig klar. Auf der anderen Seite kommt der Schritt für viele nicht wie aus heiterem Himmel. "Mit Langenfeld hat vielleicht keiner gerechnet. Aber wir hatten dieses Ziel immer vor Augen und waren die ganzen Spiele optimistisch", betont der junge Spielmacher André Boelken (21). Vor einem halben Jahr hatte er seine persönliche Idee in einer Art Vorahnung so formuliert: "Langfristig ist es mein Ziel, mal in der 3. Liga zu spielen." Die Herausforderung nimmt er gerne an - und auch von Handball-Müdigkeit ist trotz aller Strapazen nichts zu spüren. "Von mir aus könnte die Saison weitergehen", sagt der 21-Jährige, "ich hätte gar kein Problem damit, noch ein paar Spiele zu machen."

Boelken legt ebenfalls Wert auf die Feststellung, dass die Handballer den Erfolg ihrer mannschaftlichen Stärke verdanken. "Wir haben so viele Spiele auf einem guten Niveau gemacht und immer wieder weggesteckt, wenn jemand fehlt. Da gibt es keinen Egoismus und keinen Neid. Es ist beinahe egal, wer spielt."

Weniger egal ist ihm der Ausgang des letzten Punktspiels: "Wir werden das auch mit Blick auf Hamburg hundert Prozent ernst nehmen." In Hamburg bestreitet Langenfeld am 1. Mai das Finale des Deutschen Amateurpokals - und die SGL will mit zusätzlichem Rückenwind hinfahren. Für Boelken folgt daraus, dass sein Wunsch nach einer Saison-Verlängerung wahr wird. Das passt perfekt in diese Zeit, in der viele Träume in Erfüllung gehen.

Quelle: RP
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