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Lokalsport
Handball: Neuer Arzt zieht die Fäden

Langenfeld. Der Drittliga-Aufsteiger SG Langenfeld hat die medizinische Betreuung der Mannschaft nach dem Aufstieg ans höhere Niveau angepasst. Der Orthopäde und Unfallchirurg Fabian von Bergen ist jetzt eine wichtige Anlaufstelle für die Spieler. Von Michael Deutzmann

In der 3. Liga sind die Anforderungen viel höher. Das war den Handballern der SG Langenfeld (SGL) klar, als sie in der vergangenen Saison die Oberliga-Meisterschaft und den Aufstieg schafften. Eine der Ideen, das Umfeld anzupassen: Weil die Spieler mehr zu leisten haben als bisher, wäre eine vernünftige medizinische Betreuung sehr hilfreich. Für die Lösung brauchte Langenfeld nicht mal in die Ferne zu schweifen, denn das Gute lag ziemlich nah. Deshalb ist jetzt Fabian von Bergen der Teamarzt des Handball-Drittligisten.

Die Suche landete bei Martin Bock, dem Vorstand des Gesamtvereins SGL. Von dort ging die Nachrichtenkette weiter an seine Frau Angela, die in der Opladener Praxis des Orthopäden Dr. Klaus-Dietrich von Bergen arbeitet. Beschäftigt ist dort vorübergehend auch dessen Sohn Fabian von Bergen, den es nach Studium und Assistenz-Arzt-Zeit an der Uniklinik Dresden zurück ins Rheinland zog.

Nach dem ersten Kontakt zu Trainer Werkmeister ging es sehr schnell. "Wir haben sofort festgestellt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen", sagt von Bergen, für den Handball kein Neuland ist - weil er es früher beim TV Dellbrück selbst gespielt hat. Seine neue Tätigkeit nahm er sofort auf - und der Einsatz des Fachmanns hat sich bereits ausgezahlt. Aufgrund seiner Diagnose unterzog sich der unter Ellbogen-Problemen leidende Torhüter Alexander Riebau kürzlich einer Operation. Ohne rasches Handeln wären die Beschwerden im Laufe der Saison immer schlimmer geworden - und nun hofft der Schlussmann, möglichst bald wieder zwischen den Pfosten zu stehen.

Fabian von Bergen ist erst seit ein paar Wochen dabei und doch längst ein Fan der Langenfelder Handballer geworden. "Es macht viel Spaß und das ist eine tolle Mannschaft", betont der 33 Jahre alte Arzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Dass er zum 1. Oktober eine Stelle am St. Franziskus-Hospital in Köln antritt, behindert die Zusammenarbeit mit der SGL gar nicht, zumal die Orthopädie eins der zentralen der Felder der Klinik ist. "Ich werde so oft bei der Mannschaft sein, wie es geht", betont von Bergen, der sich für die berufliche Zukunft ohnehin einen Schwerpunkt im Bereich Sport vorstellen kann. Zweimal werden die Handballer demnächst trotzdem auf ihren "Doc" verzichten müssen, der am 27. August im DHB-Pokal beim Zweitligisten TuSEM Essen und zum Meisterschaftsstart am 3. September beim Leichlinger TV fehlt. Dafür hat das Team aber das vollste Verständnis: "Ich heirate." Zuerst steht der standesamtliche Termin an und eine Woche darauf folgt in Italien, der Heimat seiner Frau, die kirchliche Trauung.

Inzwischen hatte von Bergen direkt den nächsten echten Handballer-Patienten, denn Steffen Hambrock erlitt im Training eine Bänderverletzung. Der Rückraumspieler fehlte auch im Test gegen den VfL Gummersbach II (ebenfalls 3. Liga), in dem die SGL aus einem klaren Rückstand ein 34:34 (18:20)-Unentschieden machte. "Wir haben gesehen, wo wir noch anfällig sind", urteilte Werkmeister, "vielleicht war es ein Dämpfer zur rechten Zeit." Gut fand er die allgemeine Steigerung und den Auftritt seiner drei Rechtsaußen. Alexander Klimke (fünf Tore in Folge), Max Adams und Jonas Zimmermann waren zusammen neun Mal erfolgreich - in einer Halbzeit. Ähnlich viel Effektivität könnte die SGL in der 3. Liga immer gebrauchen, weil da viele Dinge ganz anders sind und die Anforderungen viel höher.

Quelle: RP
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