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Lokalsport
Handball: SGL sucht ein neues Märchen

Langenfeld. Langenfeld will in der Regionalliga oben mitmischen. Der Sportliche Leiter Dennis Werkmeister ist sehr zuversichtlich. Von Michael Deutzmann

Das Märchen ist erst mal vorbei. Vor zwei Jahren begann für die Handballer der SG Langenfeld (SGL) die Saison 2015/2016, deren Verlauf kühnste Erwartungen übertraf. Einiges spricht auch dafür, dass dieses Jahr einmalig bleiben wird. Am Ende standen schließlich die Meisterschaft in der Oberliga, der Aufstieg in die 3. Liga und der Erfolg im Deutschen Amateur-Pokal. In die Drittliga-Serie 2016/2017 ging das Team unter der Regie von Trainer Dennis Werkmeister als krassester Außenseiter - weil das Personal praktisch unverändert blieb und die Infrastruktur höchstens in Ansätzen für Drittliga-Handball geeignet war. Trotzdem hätte die Mannschaft am Ende durch vier Siege aus den letzten fünf Spielen sogar fast das Wunder Klassenerhalt geschafft. Weil ein paar Zentimeter zum rettenden Ufer fehlten, stieg Langenfeld ab und die neue Wirklichkeit heißt Regionalliga Nordrhein - die nur eine Durchgangsstation sein soll auf dem Weg zurück nach oben. Sicher ist, dass sich viele Dinge geändert haben. Beispiele: Ex-Trainer Werkmeister ist jetzt Sportlicher Leiter und der bisher für Unitas Haan tätige Jurek Tomasik sein Nachfolger als Coach.

Werkmeister hat hohe Ansprüche - an die Spieler, an den Trainer und an sich selbst. "Wir wollen unter die besten drei Teams", sagt der 34-Jährige, der sich im Hintergrund mittlerweile um viele Bereiche für die erste und zweite Mannschaft (Verbandsliga) kümmert. Mittelfristig geht es ihm darum, Handball als Marke auszubauen und die Rückkehr in die 3. Liga zu schaffen - an der Langenfeld ja durchaus viel Gefallen gefunden hat. Die größte Gefahr auf dem Weg in die Zukunft sieht Dennis Werkmeister im Stillstand: "Es darf uns nicht passieren, dass wir in der Nordrheinliga so dahindümpeln." Im Paket aus neuem Coach und umgebauter Mannschaft erkennt er die Voraussetzungen dafür, dass die SGL dieses Mittelmaß verhindern kann.

Seit dem Ende der vergangenen Drittliga-Saison sind sechs Spieler nicht mehr an Bord, die wenigstens zum Teil entscheidend an den Triumphen der jüngeren Vergangenheit beteiligt waren. Wechsel vollzogen Dustin Thöne (Longericher SC), Tim Menzlaff (Leichlinger TV) und Torhüter Tobias Geske (HG Remscheid), der jetzt sein nächstes persönliches Sommermärchen hauchdünn verpasste. Bei den Deutschen Meisterschaften der Beach-Handballer in Berlin verlor er mit "Beach & Da Gang Münster" das Finale gegen die SG Schurwald knapp mit 22:15, 16:22, 6:7. Dass der Ex-Langenfelder wie 2016 zum besten Torhüter des Turniers gewählt wurde, konnte ihn selbst mit etwas Abstand kaum trösten: "Ich bin immer noch tierisch traurig."

Weitere Abgänge konnte die SGL unter der Rubrik "intern" verbuchen. Andreas Nelte, rund ein Jahrzehnt lang eine feste Größe und an allen Triumphen der jüngeren Vergangenheit beteiligt, spielt künftig ebenso wie der bisherige Kapitän Matthias Herff und Rechtsaußen Alexander Klimke für die Langenfelder Zweite - die nahezu automatisch in den Bereich der Top-Teams ihrer Klasse aufrückt. Insgesamt hat die Erste sechs Stützen und viel Qualität verloren. Werkmeister geht allerdings fest davon aus, dass die neuen Spieler die entstandenen Lücken schließen werden.

Beispiel Kreis: Dort sind nun nicht mehr Thöne und Nelte aktiv, sondern Mats Heyde (21/Bergischer HC II), Christian Mergner (25/zuletzt Leichlinger TV) und Jan Schirweit (24/Mettmann-Sport). "Sportlich sind wir damit am Kreis nicht schlechter aufgestellt als zuletzt", findet Langenfelds Sportlicher Leiter, der natürlich auch von den weiteren Neuen Felix Korbmacher (23/Bergischer HC II), Lasse Fuhrmann (18/Unitas Haan) und Rückkehrer Fabian Bremer (24/nach Studium in Münster) einiges erwartet. Bremer wird sich zumindest in den ersten Monaten die Torhüter-Arbeit nur mit Alexander Riebau teilen, weil Tobias Joest mehrere Monate aussetzt (Auslands-Aufenthalt).

Alle müssen sich aneinander gewöhnen. Darüber hinaus muss Langenfeld viele Abläufe optimieren - obwohl die Schaltzentrale in der Rückraum-Mitte weiter bei André Eich und André Boelken liegt. Fazit: Bis alles nach Maß funktioniert, könnte es eine Weile dauern. "Wenn ich sehe, wie die Jungs miteinander arbeiten, habe ich ein gutes Gefühl", betont Werkmeister dennoch, "ich denke, dass wir auf den Tag genau richtig eingestellt sein werden." Um an den Feinheiten zu feilen, bleiben vier Wochen Zeit. Dann geht die Meisterschaft mit einem Heimspiel los, das es in sich hat - weil am 9. September um 20 Uhr der Nachbar TuS 82 Opladen kommt. Werkmeister: "Ich hoffe, dass die Bude voll wird." Dieser Wunsch dürfte nicht übertrieben sein. Ob Langenfeld ein neues Handball-Märchen schreiben kann, steht jedoch auf einem ganz anderen Blatt.

Quelle: RP
 
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