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Handball: Unterbau steckt in der Krise

Lokalsport: Handball: Unterbau steckt in der Krise
Suchender: Der neue Trainer Frank Holzweißig hofft, dass es mit seinem Team bald aufwärts geht. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Die zweite Mannschaft der SG Langenfeld findet sich nach fünf Niederlagen aus sechs Spielen im Abstiegskampf wieder. Neu-Trainer Frank Holzweißig will gegensteuern - und sich auf die Spieler konzentrieren, die hundert Prozent geben. Von Moritz Löhr

Viel unterschiedlicher könnten die Bilanzen wohl nicht aussehen. Die vergangene Spielzeit begann für den Handball-Verbandsligisten SG Langenfeld II (SGL) furios. Fünf Siege aus sechs Spielen - das konnte sich sehen lassen und machte Eindruck in der Liga. In der zweiten Serie nach dem Aufstieg ist nun alles ganz anders. Nach fünf Niederlagen aus sechs Spielen sollten die Alarmglocken bei der SGL laut klingeln.

Vor der Saison sprach der neue Coach Frank Holzweißig davon, dass er nicht wisse, wo genau sein Team steht. Jetzt ist klar: "Wir müssen ab sofort um jeden Punkt kämpfen, damit wir am Ende der Saison die Klasse halten." Die nächste Gelegenheit bietet heute (19.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) die Partie gegen den Tabellenletzten Niederbergischer HC.

Bei der Suche nach Gründen für die brenzlige Lage wird Coach Holzweißig schnell und zahlreich fündig. "Bei vielen Spielern ist der Stellenwert des Handballs nicht so hoch, wie ich mir das wünsche", meint der Coach. Konkret ablesbar war das zuletzt an der Trainingsbeteiligung, die keinen der Verantwortlichen zufriedenstellte. Die Beteiligung habe sich zwar wieder auf einem sehr guten Niveau eingependelt, doch andere Probleme bestehen weiter.

"Die Mannschaft hat sich immer noch nicht gefunden. Es müssen sich Hierarchien herausbilden", sagt Holzweißig, der außerdem ein weiteres klares Urteil fällt: "Das Team schätzt sich selbst stärker ein, als es aktuell ist. Zu viele Spieler gehen davon aus, dass es irgendwie wieder aufwärts gehen wird." Weil das alles keine kurze Liste ist, hat der Trainers bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet. Seit Kurzem trainieren die Langenfelder dreimal statt zweimal in der Woche. "Bisher geschah das Athletiktraining in Eigenregie", sagt Holzweißig, "jetzt machen wir das alle zusammen." Der Hintergrund ist klar: Die Spieler stehen unter genauerer Beobachtung. "Ich werde von nun an stärker der Fokus auf die Spieler legen, von denen ich weiß, dass sie zu hundert Prozent bei der Sache sind." Handball im Sparmodus soll es bei der SGL II nicht mehr geben.

Der Helfer in der Not? Stefan Wagener investiert schon viel in die dritte Mannschaft. FOTO: Ralph Matzerath (ARCHIV)

Dennis Werkmeister ist selbstverständlich ebenfalls nicht besonders glücklich über die Lage. "Aktuell hilft uns die zweite Mannschaft nicht so weiter, wie wir uns das vorgestellt haben", sagt der Sportliche Leiter der Langenfelder Handballer. Das Team ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Deshalb kann Werkmeister, zugleich Trainer des Oberliga-Teams, nicht mal ab und zu Spieler in die erste Mannschaft hochziehen. "Das hat nur mit der aktuellen Tabellensituation zu tun, nicht mit der Arbeit von Frank. Er macht einen super Job", betont Werkmeister. Der Trainer steht - nur logisch - nicht zur Debatte. Vielmehr ist erneut die Mannschaft in der Pflicht.

Momentan überlegt Holzweißig gemeinsam mit Werkmeister, für heute Abend wieder externe Hilfe hinzuzuholen. Beim bisher einzigen Saisonsieg (34:20 gegen die Cronenberger TG) sorgte etwa der Spielertrainer der dritten Mannschaft, Stefan Wagener, für die nötige Sicherheit und Ruhe. Wagener steht jedoch vor dem Auftritt der Zweiten selbst mit der eigenen Mannschaft auf dem Feld. Ein Einsatz ist daher eher fraglich.

Deshalb bleibt es dabei, dass es am Ende die verfügbaren Spieler richten müssen. Dass die mit zahlreichen Einzelkönnern ausgestattete Mannschaft die Mittel für die Wende hat, steht außer Zweifel. In der Theorie jedenfalls. Der praktische Nachweis fehlt noch.

Quelle: RP
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