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Handballer feiern Endspiel-Triumph

Lokalsport: Handballer feiern Endspiel-Triumph
Die pure Freude: Langenfelds Handballer lieferten auch nach dem Endspiel-Erfolg eine zum Anlass passende Vorstellung. FOTO: Michael Hinz
Langenfeld. Der Oberligist SG Langenfeld gewann das Finale des HVN-Pokals beim Klassen-Konkurrenten Rheinhausen verdient mit 25:22. Das Team von Trainer Dennis Werkmeister zeigte viel Leidenschaft und eine herausragende Mannschaftsleistung. Von Michael Deutzmann

Am Tag danach war Dennis Werkmeister wieder beruflich unterwegs. Diesmal führte ihn die Dienstreise erst nach Bremerhaven. Und hinterher wollte er die Fahrt nach Hamburg antreten. "Ja klar, ich mache da schon mal eine Unterkunft für uns fest", sagte der Trainer des Oberligisten SG Langenfeld (SGL), der zum Scherzen aufgelegt war und mit sich sowie der Handball-Welt vollkommen im Reinen. Das ließ sich gut nachvollziehen, denn am Abend zuvor hatten die Langenfelder beim Oberliga-Konkurrenten SG OSC Wölfe Rheinhausen das Finale des HVN-Pokals (Verbandsebene) verdient mit 25:22 (12:11) gewonnen. Als Sieger dieses Wettbewerbs nimmt die SGL im nächsten Jahr am Deutschen Amateurpokal teil. Hier treten die besten vier Teams Ende April 2016 die Reise nach Hamburg an. Dort ist das Amateur-Final-Four eingebettet ins Rahmenprogramm des Final-Four-Turniers, bei dem die Profis um den Triumph im DHB-Pokal kämpfen.

Langenfeld wirkte von der ersten Sekunde an perfekt motiviert und erwischte einen glänzenden Start. Die Hausherren dürften ihren Augen nicht getraut haben, wie die SGL durch die Halle wirbelte und entschlossen auf 8:3 (11.) davonzog. Bis hierhin war das Tempo, das Werkmeisters Team vortrug, für die Gastgeber viel zu hoch. Allmählich fanden die Wölfe jedoch etwas besser in die Partie, zumal Langenfeld die eine oder andere gute Gelegenheit ungenutzt ließ. In der ersten Hälfte kam Rheinhausen auf 7:8 (20.), 8:9 (23., 9:10 (25.), 10:10 (25.) und 11:12 (30.) heran. Nach dem Wechsel war das 13:13 (34.) der letzte Gleichstand, weil die SGL nun erneut das Kommando übernahm.

Die starke Deckung hatte eine defensivere 6:0-Ausrichtung und ließ den Hausherren durch resolutes Zupacken nur wenige freie Würfe. Hinter der Abwehr war Keeper Tobias Geske eine glänzende Stütze. Folge: Das Paket, das die SGL geschnürt hatte, war ein richtiger Betonblock. Vorne gab es oft wechselnde Formationen, sodass sich die Wölfe nur selten für längere Zeit auf Langenfelder Aktionen einstellen konnten.

André Eich hielt die Fäden in der Hand. Wann immer ihn die Mannschaft brauchte - der Regisseur war zur Stelle. Ein Beispiel war das 16:13 (37.), als Eich einen Tempogegenstoß vollendete. Ein anderes war der Siebenmeter zum 22:17 (53.), als der Spielmacher selbst gefoult worden war. Bezeichnend fürs Klima: Eich wollte vom Lob nichts wissen. Er wies lieber müde mit dem Daumen auf die feiernden Teamkollegen: "Am Ende hat man gespürt, wie die Kraft nachließ." Übersetzt: Der Erfolg war das Produkt einer herausragenden Teamleistung. Werkmeister brachte beide Punkte zusammen. "Gut ist bei uns, wie wir immer wieder als Mannschaft auftreten. Und wie André seinen Führungsanspruch annimmt, ist große Klasse."

Dass es nur 48 Stunden nach dem 34:28 in der Oberliga beim Bergischen HC II einige Ballverluste und Fehlpässe gab, kümmerte nachher keinen. Die SGL musste Rheinhausen auf 21:23 (56.) herankommen lassen, bleib jedoch ruhig. Die Entscheidung brachten die Tore durch Regisseur Eich zum 24:21 (57.) und durch den vorne wie hinten vorbildlich ackernden Andreas Nelte zum 25:21 (58.). Wenig später wurde aus der Anspannung grenzenloser Jubel. Langenfeld hat die Eintrittskarte für den Deutschen Amateurpokal gelöst. Und Dennis Werkmeister, Trainer und Sportlicher Leiter in Personalunion, könnte sich doch tatsächlich nach einem geeigneten Hotel im Hamburg umsehen.

SG Langenfeld: Geske, Hanke - Kühl, Wolter (3), Preissegger, Menzlaff (3), Adams (1), Herff (1), Kniesche (1), Stolley (1), Eich (7/3), Boelken (3), Nelte (5).

Quelle: RP
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