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Lokalsport
Handballer gewinnen mit Leidenschaft

Lokalsport: Handballer gewinnen mit Leidenschaft
Allein gegen alle: Christian Megner (mit Ball) und die Langenfelder Handballer nahmen es gerne auch mal mit mehreren Gegenspielern auf. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der mit argen Personalsorgen kämpfende Regionalligist SG Langenfeld verdiente sich das 30:25 über den HC Wölfe Nordrhein durch eine Steigerung nach der Pause. Der Tabellenzweite lieferte wenig Glanz, aber jede Menge Einsatz. Von Michael Deutzmann

Die Handballer der SG Langenfeld (SGL) arbeiten in der Regionalliga weiter daran, die Gesetze der Wahrscheinlichkeit außer Kraft zu setzen. Wie geht es, dass der rechte Rückraum ohne Linkshänder funktioniert? Auf Dauer gar nicht oder höchstens eingeschränkt. Wie geht das, wenn einer der besten Spielmacher der Klasse, als Aushilfe aus der Mitte nach rechts gerückt, ebenfalls ausfällt und eine neue Lücke aufreißt? Schwierig. Und was wird, wenn ein aus der zweiten Mannschaft ausgeliehener Spieler für diese Position im Spiel eine Verletzung erleidet und ins Krankenhaus fahren muss? Die Antwort auf alle diese Fragen gab das Heimspiel gegen den HC Wölfe Nordrhein, in dem die SGL aufgrund der Steigerung in der zweiten Hälfte einen verdienten 30:25 (15:15)-Sieg einfuhr. Trainer Jurek Tomasik fand ein treffendes Urteil für seine Mannschaft, die ihr Konto aus 16:2 Zähler ausbaute und den zweiten Tabellenplatz hinter dem TuS Bonn rrh. behauptete (17:3). "Gute Haltungsnoten für die Schönheit gibt es beim Skispringen oder im Turnen, aber im Moment nicht bei uns", fand Tomasik. Langenfeld überzeugte dafür mit Einsatz und Leidenschaft.

Linkshänder Henrik Heider, seit vielen Wochen wegen einer Knieverletzung außer Gefecht, machte sich schon mal mit warm. Später saß er direkt hinter der Bank und nah dran am Geschehen - ohne bereits für einen Einsatz in Frage zu kommen. Auf dem Feld stand dafür Christian Majeres, der einst zum Inventar der Ersten gehört und sich dann vor einiger Zeit in die zweite Mannschaft zurückgezogen hatte. Weil Regisseur André Eich derzeit aus beruflichen Gründen fehlt, wollte der 30 Jahre alte Rückraumspieler bis Weihnachten im Regionalliga-Team mitmachen. Das gelang auch ganz gut und im Spiel gegen die Wölfe sah es praktisch so aus, als sei Majeres nie weg gewesen - wie unter anderem sein 4:2 (5.). bewies. Später war vom Rückraumspieler nichts mehr zu sehen, weil er wegen einer Handverletzung (möglicherweise gebrochen) ins Krankenhaus musste. Und die SGL stand vor der Herausforderung, wieder alle Pläne umwerfen zu müssen. Phasenweise übernahm sogar der sonstige Kreisläufer Mats Heyde die Position im rechten Rückraum.

Einer, der über 60 Minuten durchhalten musste, war Vinzenz Preiss-egger. Der Grund: Auch der Positionskollege Philipp Wolter steht derzeit auf der Ausfall-Liste und wegen starker Schulterprobleme muss er womöglich sogar operiert werden. "Das ist Mist und tut mir sehr leid für ihn", sagte Preissegger. Der 29-Jährige war nicht nur der erfahrenste Spieler des Kaders, sondern auch ein echter Mannschaftsführer. Mit der Entwicklung des Teams ist Preissegger sehr zufrieden, ohne die kritischen Szenen zu ignorieren: "Mir wäre noch wohler, wenn wir diese Phasen weglassen könnten."

Gemeint waren die langen Minuten nach dem 12:8 (16.) und selbst die erste Auszeit beim Stande von 12:11 (21.) brachte zunächst keine Besserung - 12:12 (22.), 12:13 (24.). Es folgte die zweite Auszeit (28.) und mit dem 13:13 (28.) von Christian Mergner auch der Einstieg in die Wende. Ein hilfreicher Faktor: Der nach der Pause für Fabian Bremer zwischen die Pfosten gerückte Torhüter Alexander Riebau lieferte eine erstklassige Leistung ab. Außerdem packte die gesamte Abwehr nun entschlossener zu. Übers 21:17 (37.) und 24:19 (45.) wurde es beim 25:23 (51.) und 26:24 (52.) noch einmal enger, doch ernsthaft in Gefahr geriet der Sieg nicht mehr. Ob es der SGL jetzt weiter gelingt, die Gesetze der Wahrscheinlichkeit außer Kraft zu setzen, wird die Aufgabe am kommenden Sonntag (20 Uhr) beim Zwölften TuSEM Essen II zeigen.

SG Langenfeld: Riebau, Bremer - Preissegger (1), Heyde (6/2), Adams (2), Schirweit, Korbmacher (4), Mergner (3), Boelken (8/2), Hambrock, Meurer (5), Majeres (1).

Quelle: RP
 
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