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Lokalsport
Handballer klettern mit Schonkost an die Spitze

Lokalsport: Handballer klettern mit Schonkost an die Spitze
Fang ihn doch! Regisseur André Eich (links) und Kreisläufer Dustin Thöne (rechts) quälten sich mit Langenfeld zu zwei Punkten. FOTO: Olaf Staschik
Langenfeld. Der Oberligist SG Langenfeld war beim 27:23-Erfolg über den VfB Homberg für rund 40 Minuten von vielen guten Geistern verlassen. Von Michael Deutzmann

Die Musikauswahl war wohl dem nahenden Karneval geschuldet. "Oh, wie ist das schön", dröhnte es aus den Lautsprechern in der Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium, als die Partie des Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) gegen den VfB Homberg beendet war. Schön war aus der Sicht der Gastgeber aber nur das Ergebnis, denn sie gewannen mit 27:23 (10:12) und kletterten an die Tabellenspitze. Das nächste Textstück traf eher den Nagel auf den Kopf: "So was hat man lange nicht gesehen." Langenfeld, das in den vergangenen Wochen einige Höhepunkte gesetzt hatte, war zumindest 40 Minuten lang von vielen guten Geistern verlassen und schien auf dem Weg in eine überraschende Niederlage zu sein. Eine Umstellung in der Abwehr brachte die Wende -gepaart mit einem Plus an Tempo und Leidenschaft. Trainer Dennis Werkmeister, der zwischendurch zu verzweifeln schien, war erleichtert. "Vielleicht musst du am Ende der Saison genau diese Spiele gewonnen haben. Dass es nicht gut war, weiß ich auch."

Die SGL, die eine Woche zuvor im Spitzenspiel beim ART Düsseldorf beeindruckend konzentriert aufgetreten war, wirkte diesmal fahrig - und das gegen einen Widersacher, der ohne seinen verletzten Top-Werfer Tobias Reich auskommen musste. Trotzdem sah es zunächst nach einem ruhigen Abend aus - 5:2 ((11.) 8:4 (17.). Die Zahl der Ballverluste, technischen Fehler, überflüssigen Würfe und ausgelassenen Chancen kletterte jedoch beständig in die Höhe. Dafür gab es die Strafe, denn Homberg glich beim 8:8 aus (24.), und die SGL verlor komplett den ohnehin dünnen Faden.

"In der ersten Halbzeit war wenig Pepp drin", fand nicht nur Kapitän Matthias Herff. Der Start in den zweiten Durchgang ging ebenfalls total daneben, zumal Homberg aus bescheidenen Mitteln im Rückraum das Optimale herausholte. Beim 11:15 (34.) und 12:16 (36.) drohte der Favorit sehr ernsthaft in eine peinliche Pleite zu schliddern. Herff hatte auf 13:16 verkürzt (37.), ehe die SGL in einer weiteren Auszeit die rettende Idee einbrachte.

Die Hausherren stellten defensiv vom 6:0-Verbund auf eine 5:1-Deckung um, in der Vinzenz Preissegger die Rolle des vorgezogenen Abwehrspielers übernahm. "Ganz klar. Vinnie war der Matchwinner heute", fand Trainer Werkmeister, "kein anderer." Das wirkungsvolle Stören der gegnerischen Aktionen war die Basis dafür, dass die SGL die Wende einleitete - wovon Preissegger selbst nicht mal viel wissen wollte: "Die Umstellung der Abwehr hat es gebracht. Dass ich das gespielt habe, war gar nicht so wichtig. Das hätte ein anderer auch gekonnt."

Weitere sechs Tore in Folge brachten der SGL das 19:16 (44.), allerdings keine Ruhe. Bis zum 20:19 (51.), 22:21 (53.), 23:22 (55.) und 24:23 (57.) blieb Homberg hartnäckig, bevor die Solo-Aktion von André Eich das 25:23 brachte (58.). Die abschließenden Höhepunkte steuerte Linksaußen Preissegger bei, in dem er von rechts auf 26:23 (59.) erhöhte und mit dem Heber zum 27:23 (60.) den Endstand besorgte. Da passte es tatächlich: "Oh, wie ist das schön." Fürs nächste Spitzenspiel am kommenden Samstag (19.30 Uhr) beim Dritten TV Aldekerk wird sich Langenfeld trotzdem wieder deutlich steigern müssen.

SG Langenfeld: Hanke, Geske - Thöne (3), Wolter (1), Preissegger (3), Menzlaff (4), Adams (2), Herff (4), Kniesche, Stolley, Eich (6/3), Boelken (2), Zimmermann, Nelte (2).

Quelle: RP
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