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Handballer spielen sich in einen Rausch

Lokalsport: Handballer spielen sich in einen Rausch
Textiltest: Langenfelds Mats Heyde (links) teilte in der Abwehr kräftig aus und musste als Kreisläufer vorne selber viel einstecken. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der Regionalligist SG Langenfeld tat sich gegen den TV Jahn Köln-Wahn eine Halbzeit lang schwer - 14:14. Nachher zeigte das Team von Trainer Jurek Tomasik aber seine beste Saisonleistung und stürmte in der Schlussphase zum 37:24-Erfolg. Von Michael Deutzmann

Der Handball-Regionalligist SG Langenfeld (SGL) kennt doch noch die 30-Tore-Marke und deren Bedeutung. Wer den 30. Treffer erzielt, darf den Teamkollegen in der Regel eine Geldspende für die Mannschaftskasse oder eine flüssige Sachspende zukommen lassen. In den ersten vier Saisonspielen war das Team von Trainer Jurek Tomasik noch weit davon entfernt, sich darüber Gedanken machen zu müssen. Im Heimspiel gegen den TV Jahn Köln-Wahn holte die SGL aber beinahe alles auf, denn der Drittliga-Absteiger steigerte sich nach einer mühevollen ersten Halbzeit immer mehr in einen Rausch und gewann mit 37:24 (14:14). Es passte ganz gut, dass der 30. Treffer auf das Konto von Kapitän Vinzenz Preissegger ging, der zuerst für 46 Minuten auf der Bank gesessen hatte. Der Treffer des Linksaußen zum 30:21 (52.) war hier praktisch Chefsache.

SGL-Trainer Tomasik wirkte erleichtert: "Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt." Gemeint war das jüngste 23:26 bei der HSG Neuss/Düsseldorf II, als Langenfeld deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Durch die sofortige Wiedergutmachung und den Erfolg behauptete sich die SGL zudem als Dritter mit 8:2 Punkten hinter dem TuS Bonn rrh. (12:0 Zähler) und der SG Ratingen (8:2), die ihre bisher einzige Niederlage am zweiten Spieltag kassierte - mit dem 29:33 gegen Köln. Tomasik mochte insgesamt weder die gute Tabellenposition noch die zweite Hälfte überbewerten, für die er seiner Mannschaft eine "Lesiungsexplosion" bescheinigte: "Klar, für heute freuen wir uns sehr. Aber unser Weg ist noch weit und die Saison noch lang."

Langenfeld legte das 4:1 (5.), 5:2 (8.) und 7:4 vor (14.), drohte jedoch zunehmend an einer zu oft löchrigen Abwehr und einer schwächer werdenden Chancenverwertung zu scheitern. Höhepunkt: Bis zur Pause vergaben André Boelken (2) und André Eich (1) drei Siebenmeter. Der erneut starke Torhüter Alexander Riebau musste immer wieder eingreifen - was ihm fast perfekt gelang. Dass die Hausherren nicht mit einem Rückstand in die Pause gingen, war auch ein Verdienst von André Boelken. Der Spielmacher, der sich von seinen Siebenmeter-Fehlwürfen nicht irritieren ließ, traf eine Sekunde vor dem Ende der ersten Halbzeit mit einer Energieleistung zum 14:14 (30.).

Alle Sorgen lösten sich nach dem Wechsel innerhalb von zehn Minuten auf. Nach dem 16:16 (34.) gab es Zeitstrafen gegen Mats Heyde (34.) und Philipp Wolter (36.), die Langenfeld unbeschadet überstand. Zwei Eich-Siebenmeter sowie die Treffer von Maurice Meurer (2) und Felix Korbmacher brachten eine Fünfer-Serie zum 21:16- (40.). Als Mats Heyde kurz darauf die Rote Karte sah (42./dritte Zeitstrafe), schien neue Gefahr zu drohen. Doch es kam anders und auf der Zielgeraden gelang der SGL alles.

Beim Stande von 27:20 (50.) hätte Langenfeld die Partie kontrollieren können, aber Tomasiks Mannschaft drückte noch mehr aufs Tempo. Köln kam kaum noch zur Geltung - was einerseits mit Verletzungspech zu tun hatte und andererseits mit kompakterer Abwehrarbeit der SGL. Weil die Gäste auf der Zielgeraden jede Gegenwehr einstellten, wurde es am Ende sogar richtig deutlich. Dass Langenfeld im rechten Rückraum ohne den verletzten Henrik Heider wieder mit Regisseur Eich als Ersatz improvisieren musste, machte sich diesmal gar nicht bemerkbar. Ein weiterer Beweis dafür, dass der Regionalligist als Mannschaft funktioniert: Alle Spieler waren an der Treffer-Ausbeute beteiligt.

SG Langenfeld: Bremer, Riebau - Wolter (4), Preissegger (1), Heyde (1), Adams (3), Schirweit (1), Korbmacher (5), Mergner (6), Eich (6/3), Boelken (4), Meurer (6).

Quelle: RP
 
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