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Handballer träumen wieder von der 3. Liga

Lokalsport: Handballer träumen wieder von der 3. Liga
Im Anflug: Felix Korbmacher (links) konnte bis jetzt 90 Tore zur Tabellenführung der Langenfelder Handballer beisteuern. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der Regionalligist SG Langenfeld ist Spitzenreiter und hat die besten Karten. Das Spiel gegen Königshof wird trotzdem gefährlich. Von Michael Deutzmann

Die Situation ist da und der Handball-Regionalligist SG Langenfeld (SGL) inzwischen der heißeste Kandidat auf die Meisterschaft. In der klaren Definition ist das Team von Trainer Jurek Tomasik damit der Favorit. Dieser Begriff bezeichnet im Duden "den Teilnehmer an einem Wettbewerb mit den besten Aussichten auf den Erfolg". Das trifft auf die SGL definitiv zu, denn seit dem vergangenen Wochenende und dem 41:25 beim Letzten TV Weiden steht die Mannschaft bei 35:7 Punkten aus 21 Spielen auf Rang eins. Der TSV Bonn rrh. folgt mit 35:9 Punkten aus 22 Partien und dürfte der einzige ernsthafte Titelkonkurrent sein - während die SG Ratingen (31:13/22) selbst kaum eigene Chancen hat. Der Dritte ist trotzdem eine Gefahr für Bonn und Langenfeld, weil er beide noch in eigener Halle erwartet. Der Endspurt beginnt jetzt am Samstag, denn Ratingen trifft auf Bonn (18 Uhr), während es die SGL mit dem Siebten DJK Adler Königshof zu tun bekommt (19 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium).

Der Sportliche Leiter Dennis Werkmeister geht den Stand der Dinge offensiv an. "Keine Frage. Natürlich wollen wir hoch. Sonst würden wir diesen Aufwand doch nicht treiben", betont Werkmeister, der sich bereits vor der Saison weit aus der Deckung gewagt und einen Platz unter den ersten drei als festes Ziel ausgegeben hatte. Die Vorbereitungen laufen im Moment trotzdem zweigleisig - einmal für ein weiteres Jahr in der Nordrheinliga, einmal für die direkte Rückkehr in die 3. Liga. Werkmeister: "Wir haben einen Plan A und einen Plan B." Dass es trotz der momentan günstigen Situation keine Garantie auf die Meisterschaft gibt, ist ihm klar. Aber Langenfeld hat in den restlichen sechs Spielen alles selbst in der Hand.

Dass sich die Dinge so günstig entwickeln konnten, liegt auch an den vor der Saison zur SGL gewechselten Neuzugängen. Ein Beispiel: Felix Korbmacher, der gemeinsam mit Kreisläufer Mats Heyde vom Bergischen HC II kam (ebenfalls Nordrheinliga). Der 23-Jährige ist ein komplett anderer Spielertyp als Tim Menzlaff (jetzt Leichlinger TV), sein Vorgänger auf der Königsposition im halblinken Rückraum. Zum Zwei-Meter-Mann Menzlaff fehlen Korbmacher mit 1,85 Metern einige Zentimeter - was er durch ein Plus an Tempo auszugleichen versucht. "Ich komme eher über Zweikampf-Situationen und über die Schnelligkeit", findet der Student der Sicherheitstechnik (Wuppertal). Seinen Dienst auf dem Feld verrichtet er für die Mannschaft oft unaufgeregt - was ein Grund dafür sein mag, dass ein Blick in die offizielle Torschützenliste des Verbandes überrascht. Dort steht Korbmacher mit 90 Treffern nicht ganz vorne, doch er ist der bislang beste Langenfelder Werfer. Der Haaner ist erstaunt: "Echt? wusste ich wirklich nicht."

Wichtiger ist ihm, dass die Mannschaft als Einheit funktioniert. Darin sieht Korbmacher sowieso einen entscheidenden Schlüssel für den Höhenflug: "Wir sind ein junges, dynamisches Team. Und wir haben schon einiges weggesteckt." Gemeint ist auf der einen Seite die Fähigkeit, personelle Lücken und das Fehlen wichtiger Stützen zu kompensieren. Gemeint ist auf der anderen Seite, aus Rückschlägen zu lernen - wie aus jenem bitteren 23:35 vor vier Wochen gegen die HSG Neuss/Düsseldorf II. "Da kam alles zusammen", findet Korbmacher, "wir haben den Gegner unterschätzt und wir hatten einen schlechten Tag." Anschließend gab es nach dem 31:27-Erfolg über den TV Rheinbach das 41:25 in Weiden und damit den höchsten Saisonsieg.

Die größten Hindernisse auf dem Weg zur Meisterschaft scheinen die Aufgaben gegen Bonn (28. April) und in Ratingen (5. Mai) zu sein. Vielleicht fällt die Entscheidung aber genau in den anderen fünf Spielen. Dennis Werkmeister mahnt in diesem Zusammenhang, das Spiel gegen die Adler Königshof mit mindestens hundert Prozent Konzentration anzugehen: "Das ist eine der gefährlichsten Aufgaben. Königshof hat eine sehr starke Mannschaft." In der Hinrunde schaffte die SGL nach einem 19:23 (45.) gerade noch die Wende zum 26:25. Auch deswegen darf Langenfeld vom Wieder-Aufstieg träumen. "Ich würde mich schon gerne in der 3. Liga ausprobieren", sagt Felix Korbmacher. Die Mannschaft sieht das ähnlich und die Situation ist jetzt da.

Quelle: RP
 
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