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Lokalsport
Hart: Dieser Sieg ist wie eine Niederlage

Langenfeld. Die Langenfeld Longhorns setzten sich im Spitzenspiel der Football-Regionalliga in Essen knapp mit 14:10 durch, hätten aber für den direkten Vergleich mehr als fünf Punkte Differenz gebraucht. Bitterer war die Verletzung von Olaf Fries. Von Dorian Audersch

Die Langenfeld Longhorns dürften die Rückfahrt mit sehr gemischten Gefühlen angetreten haben. Das Team von Headcoach Michael Hap gewann zwar das Spitzenspiel der Football-Regionalliga bei den bisher unbesiegten Essen Assindia Cardinals mit 14:10 (0:0, 14:0, 0:10, 0:0), doch es fehlten ein paar Zentimeter zum großen Glück. Nach dem 19:24 aus der Hinrunde wäre ein Erfolg mit mehr als fünf Zählern erforderlich gewesen, um im direkten Vergleich vorne zu landen - der am Ende bei Punktgleichzeit zwischen zwei Kontrahenten entscheidet. Jetzt müssen die Longhorns (10:2 Punkte) für den Rest der Serie auf einen Ausrutscher der Cardinals (8:2) hoffen, damit der Sprung in die 2. Bundesliga gelingt.

"Wir haben getan, was wir konnten, und alles gegeben", sagte Hap, "am Ende war es eine unfassbar knappe Angelegenheit." Der Cheftrainer sieht keinen Grund, geknickt zu sein: "Wir haben fünf von sechs Spielen gewonnen und es gibt keinen Anlass für schlechte Stimmung." In den restlichen Spielen sei einiges denkbar: "Es ist richtig, dass wir es nicht aus eigener Kraft schaffen können. Wenn Essen doch einen Punkt liegen lässt, müssen wir bereit sein. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und uns keine Blöße geben."

Ein Sonderlob für die Fans gab es von Mario Corosidis. Rund 150 Anhänger der Longhorns, viele aus der zweiten Mannschaft oder der Jugend, waren mit nach Essen gekommen. "Die Jungs haben ordentlich Stimmung gemacht - und das war sehr wichtig", fand der Vereinspräsident, "im Grunde war es ein Heimspiel. Ich glaube, das ist in der Regionalliga relativ einmalig."

Die Partie war von starken Defensivreihen geprägt - und die Offensive der Longhorns hatte mehr Mühe als zuletzt beim 48:22 gegen die Solingen Paladins, in dem sie knapp 500 Yards Raumgewinn verzeichnete. Im ersten Quarter neutralisierten sich die Aufstiegskandidaten gegenseitig - und keiner konnte die Endzone erreichen. Hap: "Es war ein Spiel, bei dem die Tagesform und Kleinigkeiten entscheidend waren. Wir waren zum Glück gut drauf."

Das zeigte sich gerade im zweiten Viertel. Daniel Berg punktete nach einem Lauf und Justin Wiedelbach veredelte den Touchdown per Zusatzpunkt - 7:0. Gut eine Minute vor dem Ende des Abschnitts stürmte Olaf Fries nach einem Pass von Quarterback Michel Fritsche in die Endzone. Wiedelbach nutzte erneut den Zusatzversuch und erhöhte auf 14:0. Zu diesem Zeitpunkt schienen sich die Dinge ganz im Sinne der Longhorns zu entwickeln.

Nach der Halbzeit drehten dann die Gastgeber auf, die eine Schwächephase der Langenfelder Defensive zu nutzen wussten. Stefan Wittmann (Touchdown nach 40-Yards-Pass) und Tobias Lupp (Zusatzversuch) verkürzten für die "Men in Blue" auf 7:14, ehe Lupp ein Fieldgoal (drei Punkte) zum 10:14-Anschluss schaffte. Das End-Ergebnis stand damit bereits fest.

Bitter war für die Longhorns vor allem die Verletzung von Wide Receiver Olaf Fries, der in den Schlussminuten nach einem harten, aber nicht unsportlichen Kontakt am Boden liegen blieb. Die Partie musste lange unterbrochen werden, bis der Rettungsdienst den Langenfelder abtransportieren konnte - mit Verdacht auf eine Verletzung an der Halswirbelsäule. Gestern teilte der Verein mit, die Wirbelsäule sei nicht beschädigt. Und die Longhorns hoffen, dass sich ihr Teamkollege (konnte das Krankenhaus wieder verlassen) möglichst schnell erholt.

Quelle: RP
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