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Lokalsport
Henrichs' Anfang, Vollands Schlusspunkt

Leverkusen. Beim 8:0 gegen San Marino empfahlen sich zwei Akteure von Bayer 04 für weitere Aufgaben in der Nationalmannschaft.Ein Tor und eine Vorlage stehen in Kevin Vollands Bilanz - und Benjamin Henrichs gab ein ordentliches Debüt. Von Dorian Audersch

In der 85. Minute setzte Kevin Volland den Schlusspunkt hinter das WM-Qualifikationsspiel des DFB gegen San Marino. Keeper Aldo Simoncini rutschte bei einem Abschlag weg und der Ball landete bei Serge Gnabry. Der neben Bayers jüngstem Nationalspieler Benjamin Henrichs zweite Debütant in der Elf von Joachim Löw passte zu Thomas Müller, der wiederum flach an den zweiten Pfosten zu Volland flankte. Mit einem Linksschuss aus der Drehung erzielte der Leverkusener das 8:0 - sein erstes Länderspieltor. In der 71. Minute kam er für Mario Gomez in die Partie.

Dieser Treffer dürfte dem Angreifer gut getan haben. In der Bundesliga und der Champions League ist der 20-Millionen-Euro-Zugang von Bayer 04 noch ohne Tor. Immerhin zwei Mal traf er im DFB-Pokal in Lotte. Das Aus gegen den Drittligisten verhinderte das aber nicht. Insofern wird sich der 24-Jährige über das sportlich nicht besonders relevante Tor dennoch freuen.

Einen Sieg würde Volland auch am Freitag sofort unterschreiben, wenn es im Abendspiel zum Topduell mit dem Überraschungs-Aufsteiger RB Leipzig geht (20.30 Uhr). Der Offensivmann darf dann erstmals nach seiner Sperre wieder spielen. Wenn er zu einem möglichen Punktgewinn sogar mit einem Tor dazu beitragen könnte, wäre das für ihn noch umso schöner. Außer seinem Teamkollegen Chicharito trifft kein Leverkusener Stürmer (5 Ligatore) bislang verlässlich. Vierfach-Schütze Joel Pohjanpalo ist weiterhin verletzt. Gegen defensivstarke Leipziger, die in zehn Spielen erst sieben Gegentreffer zuließen, wird es allerdings genau auf die entsprechende Treffsicherheit ankommen.

Einen denkwürdigen Abend erlebte Benjamin Henrichs. Der 19-Jährige debütierte in der Startelf und zeigte im Dauerregen von San Marino eine ordentliche Leistung. Defensiv war der Rechtsverteidiger nicht gefordert. Umso mehr schaltete er sich in die Offensive ein. Das Eigengewächs hatte Chancen, auch gleich den ersten Treffer zu erzielen. Es blieb allerdings beim Versuch.

Dennoch freute sich Bayers Senkrechtstarter über die gelungene Premiere im Team des Weltmeisters. "Das ging relativ schnell bei mir, ich habe das noch nicht wirklich realisiert. Das dauert wohl noch ein, zwei Nächte", sagte Henrichs, der gerade einmal 18 Bundesliga-Partien und vier in der Champions League hinter sich hat. "Die Mannschaft hat mich super aufgenommen und es mir leicht gemacht."

Löw äußerte sich ebenso zufrieden über den Auftritt von Henrichs - auch wenn das Spiel sportlich sicher kein Maßstab gewesen sei. Ob der 19-Jährige auch morgen gegen Italien (20.45 Uhr) zum Einsatz kommt, ist unklar. Sicher ist aber, dass Bernd Leno zwischen den Pfosten stehen wird. Ein anderer Termin dürfte für Henrichs während des Italien-Aufenthalts freuen: Die Audienz heute bei Papst Franziskus. "Für uns alle ist das eine außergewöhnliche Sache", sagte Löw. Das gilt wohl besonders für den sehr gläubigen Henrichs.

Neuigkeiten gibt es von Charles Aránguiz, der im Spiel Chile gegen Kolumbien erst eine Gelbe Karte sah und dann mit muskulären Problemen ausgewechselt wurde. Er tritt verfrüht die Rückreise nach Leverkusen an. Für das Spiel gegen Uruguay morgen wäre er ohnehin gesperrt gewesen. Chicharito konnte indes den 2:1-Sieg Mexikos gegen die USA feiern - allerdings ohne eigenen Treffer. In der Nacht zu Mittwoch (3.05 MEZ) geht es für ihn in der WM-Quali gegen Panama weiter. Am Donnerstagabend kehrt er zurück. Einen bitteren Abend erlebten Bayers Österreicher Ramazan Özcan, Aleksandar Dragovic und Julian Baumgartlinger, die 0:1 gegen Irland unterlagen. Letzterer sorgte für einen skurrilen Moment. Der Kapitän gab in der Annahme, ausgewechselt zu werden, die Binde an David Alaba ab, blieb dann aber auf dem Feld. Die auf der Tafel aufleuchtende Nummer 14 galt nicht Baumgartlinger, sondern dem Iren Wes Hoolahan. Er spielte die restlichen rund 20 Minuten ohne Kapitänsschleife weiter, was nicht nur in Österreich für Erstaunen sorgte.

Quelle: RP
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