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Lokalsport
ICE Langenfeld rast im Rekordtempo zum Sieg

Langenfeld. Der Handball-Oberligist nahm den TSV Aufderhöhe beim 34:20 dank einer überzeugenden Leistung mit viel Leidenschaft auseinander. Von Michael Deutzmann

Die Bedenken waren plötzlich Lichtjahre weg. Und der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) konnten den Schalter umlegen - wieder mal. Nach dem 21:24 im Spitzenspiel bei TuSEM Essen II und einer sehr schwierigen Vorbereitungswoche traute selbst der meist zuversichtliche Trainer Dennis Werkmeister dem Braten nicht richtig. Es ging schließlich gegen den Solinger Nachbarn TSV Aufderhöhe, sodass alle eine enge Angelegenheit voller Emotionen erwarteten. Richtig heiß und auf die Sekunde bereit trat dann aber nur die SGL auf, die nach einer über 45 Minuten beeindruckenden Leistung mit 34:20 (18:8) gewann und ihre Position in der Spitzengruppe festigte.

Das Duell wirkte direkt wie das Wettrennen zwischen einem Intercity-Express im Bereich der Höchstgeschwindigkeit und einem Nahverkehrszug, der sich seine Haltepunkte in Ruhe aussuchen will. Langenfeld spielte entschieden wacher und entschlossener, sodass das frühe 1:2 (3.) bald vergessen war. Über 6:3 (6.), 8:4 (10.), 10:6 (18.) und 11:7 (20.) nahm die SGL das Heft in die Hand. Tim Menzlaff (20.), Max Adams (21.), Matthias Herff (22.), erneut Menzlaff (24.) sowie weitere zwei Mal Herff (27./28.) erhöhten durch sechs Tore in Folge zum 17:7.

Die restlichen anderthalb Minuten vor der Pause waren typisch für den Spielverlauf. Als Sven Kniesche ein Zeitstrafe absaß, konnte der TSV auf 7:18 verkürzen (59.). Anschließend dachte Langenfeld trotz Unterzahl nicht daran, in den kleineren Gang zu schalten - im Gegenteil. Als die Hausherren fünf Sekunden vor der Pause noch einmal in Ballbesitz kamen, ging es erneut überfallartig nach vorne. Das Spielgerät landete dann auch noch rechtzeitig bei Mirko Stolley, der den schnellen Gegenstoß sicher zum 18:8 verwertete. Langenfeld stand bei einer Zehn-Tore-Führung bereits nach der ersten Halbzeit als Sieger fest.

"Wir wussten, dass wir gegen diese Mannschaft viel Tempo machen müssen", sagte Werkmeister, dessen Taktik sich auszahlte. Sein Rückraum bestand zunächst aus Mirko Stolley sowie den Spielmachern André Eich, der in der Mitte die Fäden in der Hand hielt, und André Boelken, der auf der halbrechten Position eine starke Partie ablieferte. Der TSV wusste keine Antwort - auch nicht auf personelle Umstellungen. So kam Rückraumspieler Tim Menzlaff, der zuletzt erkrankt gefehlt hatte, erst nach 17 Minuten aufs Feld - das er zur Schonung phasenweise immer wieder verließ. Trotzdem war er am Ende mit sieben Toren der beste Werfer. Sein 25:11 (46.) war zudem ein perfekt herausgespielter Leckerbissen.

Rechtsaußen Max Adams passte den Ball quer durch den Wurfkreis auf die andere Seite. Dort täuschte Linksaußen Philipp Wolter mit Volldampf einen Wurf an - und spielte in letzter Sekunde auf den heranrauschenden Mitspieler. "Es hat gepasst heute", fand Menzlaff. Dass die SGL die Partie beherrschte, war allerdings sicher auch ein Verdienst der Defensive, die das Tempo in den Aktionen nach vorne in zahlreichen Szenen überhaupt erst möglich machte. "Wir hatten eine gute Deckung und eine starke Torhüterleistung", urteilte Trainer Werkmeister. In diesem Moment waren alle Bedenken wohl Lichtjahre weg.

SGL: Geske, Riebau - Thöne (1), Heider (1), Wolter, Preissegger (4), Menzlaff (7), Adams (3), Herff (3), Kniesche (3), Stolley (2), Eich (4/2), Boelken (6/1), Nelte.

Quelle: RP
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