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Interview mit Dennis Werkmeister
"Ich bin selber besessen vom Erfolg"

Interview mit Dennis Werkmeister: "Ich bin selber besessen vom Erfolg"
Trainer Dennis Werkmeister FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Langenfeld. Der Trainer sieht sich bei den Handballern der SG Langenfeld aber nur als ein Teil im Puzzle für das große Ganze.

Die Handballer der SG Langenfeld (SGL) spielen derzeit die erfolgreichste Saison in der Vereinsgeschichte. In der Oberliga liegt das Team von Trainer Dennis Werkmeister auf dem ersten Platz und hat den Sprung in die 3. Bundesliga vor Augen. Darüber hinaus steht die Mannschaft im Finale des Deutschen Amateur-Pokals am 1. Mai in Hamburg. Dennis Werkmeister, der Cheftrainer der Mannschaft und gleichzeitig Sportlicher Leiter der Handball-Abteilung, spricht im Interview über die Gründe für den Aufschwung und wagt einen Blick voraus.

Brauchen Sie manchmal jemanden, der Sie kneift? Können Sie realisieren, was die Mannschaft schon erreicht hat und noch erreichen kann?

Werkmeister Manchmal ja. Das ist deutlich mehr, als wir uns erträumt haben.

Wo liegen die Stärken der Mannschaft?

Werkmeister Die Stärken liegen auf jeden Fall in der Geschlossenheit und in der Breite des Kaders. Ich denke, dass die Entwicklung der jungen Leute dieses Jahr den Großteil dieses Erfolges darstellt.

Und wo muss sie noch besser werden?

Werkmeister Im Bereich Disziplin und im Bereich Torausbeute, weil wir da noch nicht gut sind - auf jeden Fall nicht da, wo ich mir das vorstelle.

Sie haben mal gesagt, dass Andreas Nelte "mein wichtigster Spieler" ist. Gilt das nicht auch für andere Spieler?

Werkmeister Wichtigster Spieler muss nicht immer heißen, dass die sportliche Geschichte das widerspiegelt. Andi Nelte ist einfach der ruhende Pol in dieser Mannschaft, der ganz viele Dinge zusammenhält, im Training und auch auf dem Platz. Deswegen behaupte ich immer noch, Andi Nelte ist mein wichtigster Spieler. Ja.

Wird Langenfeld am Ende der Saison vor den Bergischen Panthern stehen?

Werkmeister Wenn wir fokussiert bleiben, ja.

Wird die Mannschaft dann auch den Aufstieg in die 3. Liga schaffen?

Werkmeister Auf jeden Fall. Der Verein hat signalisiert, dass er hinter uns steht. Dementsprechend nehmen wir dann auch den Aufstieg in die 3. Liga wahr.

Wenn Sie sich entscheiden müssten: Wäre Ihnen der Triumph im Deutschen Amateurpokal lieber oder die Meisterschaft?

Werkmeister Ich bin ja selber erfolgsbesessen. Deswegen ist es unglaublich schwierig, sich da zu entscheiden. Wenn man sich entscheiden müsste und die Sache nehmen würde, die einmalig ist, dann ist es der Amateurpokal. Ich glaube, dass wir für die nächsten Jahre gut aufgestellt sind mit den jungen Leuten und mit Sicherheit noch mal so einen Aufstieg schaffen würden. Im Deutschen Amateurpokal gehört auch ganz viel Glück dazu.

Wie wichtig ist es für die Entwicklung, dass Langenfeld am 1. Mai in der großen Barclaycard-Arena im Finale des Amateurpokals steht?

Werkmeister Ich glaube, für die Entwicklung und die Wahrnehmnung im Handball ist das unglaublich wichtig. Für die Entwicklung der einzelnen Spieler glaube ich das eher nicht. Das ist aber ein Höhepunkt, den nimmt man einmalig mit.

Wo sehen Sie Langenfeld in drei Jahren? Hat die Stadt das Potenzial, sich in der 3. Liga zu etablieren?

Werkmeister Unser Ziel ist es, herauszufinden, ob wir da mit unseren Mitteln und dem bestehenden Personal mithalten können, um sich langfristig zu etablieren. Voraussetzung ist, dass es so bleibt, wie es jetzt ist - mit eigenen Leuten, mit Leuten aus dem eigenen Nachwuchs, mit Leuten aus der engeren Region.

Wie viel Anteil am Erfolg hat der Trainer Werkmeister? Und welchen der Sportliche Leiter Werkmeister?

Werkmeister Es ist immer schwierig, dass über sich selber zu sagen, Ich glaube, dass es mir die Mannschaft gerade im ersten Jahr als Cheftrainer sehr leicht gemacht hat. Sie hat mir sehr viel Vertrauen geschenkt und sich die Früchte für dieses geschenkte Vertrauen selbst abgeholt. Ich glaube aber auch, dass ich als Teil dieser Mannschaft meinen Part dazu beigetragen habe. Das alles funktioniert als Konstrukt extrem gut. So sehe ich mich - als eins dieser Teile, die sehr gut funktionieren.

Haben Sie ein Vorbild? Von welchem Trainer haben Sie am meisten profitiert?

Werkmeister Ein direktes Vorbild hab ich nicht. Ich versuche, meinen eigenen Stil zu pflegen. Ich habe natürlich von meinen Vorgängern Heino Kirchhoff und Leszek Hoft extrem viel mitgenommen. Das gilt aber auch für Trainer wie Gunnar Holz oder Jörg Müller, die ich in Aufderhöhe haben durfte. Ich glaube, man nimmt von jedem ein bisschen mit. Da versucht man, umzumünzen, was für einen selbst am wichtigsten ist.

Könnten Sie sich als Ur-Langenfelder vorstellen, jemals für einen anderen Verein zu arbeiten?

Werkmeister Grundsätzlich fühle ich mich extrem wohl in Langenfeld. Es macht natürlich Spaß, hier eine Menge mit aufzubauen. Aber es kategorisch auszuschließen, wäre gelogen. Ich habe auch einen gewissen Weg, den ich mir anschaue. Wir müssen sehen, wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt. Ich könnte mir aber nicht vorstellen, für die Trainertätigkeit meinen Beruf aufzugeben.

MICHAEL DEUTZMANN FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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