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Wasserball
Import-Schlager

Wasserball: Import-Schlager
Herr der Bälle: Dirk van Kaathoven betreibt seinen Sport mit Leidenschaft. „Nebenbei“ will er in einem Jahr das Abitur bauen. FOTO: RPO
Wasserballer Dirk van Kaathoven gab seinen niederländischen Pass ab, um für Deutschland zu starten. Der 18 Jahre alte Schüler ist schon Junioren-Nationalspieler. Beim ASC Duisburg will er sich in der Bundesliga etablieren. Von Holger Besslich

Die Wurzeln von Dirk van Kaathoven liegen in den Niederlanden. Der Langenfelder Gymnasiast hatte früher auch einen niederländischen Pass – wie Vater Henk (46) und Mutter Kitty (46). Aber seit zwei Jahren ist der Schüler (18) mit einem deutschen Ausweis ausgestattet. „Meine Eltern kamen 1986 aus Holland hierher. Durch den Sport ist es eine gezielte Planung gewesen, für Deutschland zu starten. Schließlich wollten wir zur Wasserball-Europameisterschaft“, erzählt van Kaathoven.

In der Qualifikation zu den kontinentalen Titelkämpfen auf Zypern stellte sich der Erfolg allerdings nur bedingt ein. Der Langenfelder traf zwar in drei von vier Spielen, doch durch die 4:9-Niederlage gegen den Mit-Favoriten Griechenland verpassten Verteidiger van Kaathoven und das Team ihr großes Ziel – die Teilnahme an der Endrunde. „Alle haben an ein Weiterkommen geglaubt und dafür hart gearbeitet. Bei allen anderen EM-Gruppen gab es sechs Teams. Da hätte der zweite Platz gereicht. So haben wir die Endrunde zum ersten Mal nicht erreicht. Unsere Chancenverwertung war einfach zu schlecht“, sagt der Junioren-Nationalspieler.

Schulische Unterstützung

In der EM-Vorbereitung gabs eine Menge Termine (Lehrgänge, internationale Turniere, Testspiele gegen andere Nationen). Darunter litt vor allem die Schule. Auf dem Konrad-Adenauer-Gymnasium bereitet sich der Center-Spieler aufs Abitur im kommenden Jahr vor. „Ich bin froh, dass ich Unterstützung bekomme. Lehrgänge und Spiele in der Nationalmannschaft wären ohne eine Freistellung und besondere Rücksichtnahme bei Klausurterminen nicht möglich“, betont der Oberstufen-Schüler.

Während Dirk in der Reserve des Bundesligisten ASC Duisburg auf Torejagd geht, spielen Vater Henk (gleichzeitig noch Vorsitzender) und Bruder Joost (16) beim Düsseldorfer SC. Im Familien-Duell dieser Saison hatte Dirk mit Duisburg gleich zwei Mal die Nase vorn – 22:5, 21:8. „Das war das erste Mal, dass wir gegeneinander gespielt haben. Ich hoffe nur, dass die beiden mit ihrer Mannschaft nicht absteigen“, sagt Dirk van Kaathoven.

„Bei den Großen geht was“

In Zukunft will sich das Talent fest im Bundesliga-Kader etablieren. Neben den Einheiten im Kadertraining und mit der Mannschaft absolviert van Kaathoven ein Einzelprogramm. Seine Zukunft sieht er zuversichtlich: „Wenn ich weiter fleißig bin, dann könnte ich 2008 den Sprung in die Bundesliga schaffen. Die ersten Einheiten mit den Großen hab ich schon gemacht. Da könnte was gehen.“

Quelle: RP
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