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Lokalsport
Indiaca ist wie Volleyball - nur einfacher

Monheim. Seit etwas mehr als drei Jahren hat der Baumberger Turn- und Sportclub eine Indiaca-Abteilung. Ursprünglich stammt der Sport aus Südamerika. Das Spielgerät sieht dabei aus wie ein kreisförmiges Kissen, an dem Federn befestigt sind. Von Dorian Audersch

Einmal kurz durchatmen, leicht in die Hocke gehen, mit dem Arm Schwung holen und die flache Hand gegen das "Pad" klatschen lassen - für Marc Blasberg sind Aufschläge beim Indiaca immer etwas Besonderes. Der 26-Jährige schafft, was nur wenigen mit diesem Spielgerät gelingt. "Er kann auch mal einen Ball anschneiden", sagt sein Trainer Guido Dubs, "das ist im Indiaca ziemlich schwierig."

Zunächst ist "Ball" nicht unbedingt das richtige Wort. Der aus Südamerika stammende Sport wird mit dem namengebenden "Indiaca" gespielt. Dabei handelt es sich um ein kreisförmiges und gepolstertes Kissen ("Pad"), an dem diverse Federn befestigt sind. Gespielt wird ausschließlich mit Hand und Unterarm. Alle anderen Körperteile sind im Spiel tabu.

"Im Grunde ähnelt Indiaca dem Volleyball", sagt Dubs. Die Regeln und die Abläufe seien relativ identisch: "Allerdings gibt es auch ein paar entscheidende Unterschiede." Zum einen, findet der Trainer, sei Indiaca relativ einfach zu erlernen. Außerdem sei es ein Sport, der in jedem Alter ausgeübt werden könne: "Es ist nicht so schnell und kräftezehrend wie Volleyball - und viel schonender für die Gelenke." Das ist einer der Gründe, warum das "Indi-Team" des Baumberger Turn- und Sportclubs (BTSC) eine bunt gemischte Truppe ist.

Die Altersspanne reicht von Mitte 20 bis Ende 60 - und alle stehen gemeinsam auf dem Feld. "Das heißt aber nicht, dass es nicht anstrengend wäre", betont Birgit Hayn, die seit knapp zwei Jahren dabei ist, "nach ein paar Spielen weiß man, das man was gemacht hat."

Das sieht Frank Pauls genauso, der seit einigen Monaten zum Training kommt. "Es ist ein interessanter Sport, der leicht zu erlernen ist", meint der 46-Jährige, "man kommt viel schneller zurecht als zum Beispiel beim Volleyball." Der Teamgedanke sei ebenfalls reizvoll: "Wir haben als Mannschaft Spaß und gemeinsame Erfolgserlebnisse." Beim Indiaca-Tunier des Turnverbandes Düsseldorf belegte das Team des BTSC gleich zwei Mal den ersten Platz. In spannenden Spielen konnten sich die Damen eine der Trophäen sichern. Anschließend zeigten die Baumberger im Mixed, dass sie hier eine weitere schlagkräftige Truppe haben.

Der Sport ist dennoch vorwiegend ein reines Hobby. Es gibt zwar Ligen, in denen Indiaca gespielt wird, aber die Teams müssten dafür bisweilen weite Auswärtsreisen auf sich nehmen - und dafür fehlt meist das Geld. "Natürlich ist das eine Randsportart", meint Dubs, "aber eine, die einfach Spaß macht." Den großen Vorteil sieht der Trainer in der Einsteigerfreundlichkeit. Im Gegensatz zum Volleyball, wo es sehr um Technik und Tempo geht, sitzen die Bewegungsabläufe beim Indiaca schon nach ein paar Übungen. "Die Technik kann jeder schnell lernen", findet Dubs, "und wir freuen uns über jeden neuen Mitspieler."

Derzeit besteht die Abteilung im BTSC aus rund 20 Mitgliedern. Gespielt wird Indiaca in der Regel in Teams mit fünf Aktiven. "Man hat relativ schnell erste Erfolgserlebnisse und das motiviert, weiterzumachen", meint Blasberg. Er spielt nicht nur beim BTSC, sondern zugleich für einen Verein in Neuss, der am Ligabetrieb teilnimmt. Im Februar steht für Baumberg in Wuppertal das nächste Turnier an. "Es ist für uns ein Hobby", sagt Dubs, "aber das nehmen wir durchaus ernst."

Quelle: RP
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