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Irrer Krimi: Handballer holen nächsten "Pott"

Lokalsport: Irrer Krimi: Handballer holen nächsten "Pott"
Objekt der Begierde: Langenfelds Torhüter Tobias Geske nahm bei der Siegerehrung nach dem spannenden Finale des Kreispokals die entsprechende Trophäe stellvertretend für alle Teamkollegen entgegen. FOTO: SGL-Handball
Langenfeld. Der künftige Drittligist SG Langenfeld erreichte im Finale des Kreispokals noch das Siebenmeterschießen - und gewann hier mit 3:2. Von Michael Deutzmann

Für die Handballer der SG Langenfeld (SGL) scheint es derzeit fast keine Grenze zu geben. Und falls das doch so ist, geht die Mannschaft gerne mal darüber hinaus. Jetzt fügte das Team von Trainer Dennis Werkmeister seinem an Superlativen ohnehin reichen Jahr den nächsten Höhepunkt hinzu - obwohl der Chefcoach nicht dabei war (Urlaub). Nach dem Sieg im Kreispokal 2014/2015, dem Erfolg im HVN-Pokal und dem Triumph im Deutschen Amateurpokal sowie der Meisterschaft in der Oberliga und dem Aufstieg in die 3. Liga schien der Hunger auf Erfolg gestillt zu sein. Alle Beteiligten gönnten sich eine fast drei Wochen lange Pause. Der Start beim Final-Four-Turnier im Kreispokal 2015/2016 galt eher als Pflichttermin. Das Motto: Wir fahren trotzdem mal hin.

Das Ergebnis: Langenfeld gewann das Halbfinale gegen den Oberliga-Aufsteiger HG Remscheid mit 31:26 (19:11) und lieferte im Endspiel gegen den ewigen Rivalen Bergische Panther einen irren Krimi. Bis zur Pause (11:15) und weit in die zweite Halbzeit hinein (17:23, 21:25) drohte eine deutliche Niederlage, doch es kam ganz anders. Langenfeld holte den Rückstand auf, glich in der 60. Minute zum 25:25 aus und rettete sich ins Siebenmeter-Werfen.

Der stellvertretende Abteilungsleiter Uwe Stolley, der sich am Endspieltag gemeinsam mit Co-Trainer Thorsten Scholl ums Team kümmerte, fand eine Erklärung: "Als wir mit sechs Toren zurücklagen, hat der Hanke angefangen zu halten." Der Hanke - das war Keeper Tobias Hanke, der mit dem Beginn der zweiten Halbzeit den Keeper-Kollegen Tobias Geske abgelöst hatte und zunächst das Anwachsen des Lochs zu den Panthern nicht verhindern konnte. Auf der Zielgeraden begann er allerdings an seinem Arbeitsplatz in Zusammenarbeit mit der offensiver werdenden Abwehr um den herausragenden Vinzenz Preissegger eine Mauer aus Beton zu errichten. "Die Panther sind nervös geworden", fand Stolley, der fürs Siebenmeterwerfen einen ungewöhnlichen Entschluss fasste: "Wir werfen nach." Langenfeld gewann die Wahl - und beschloss, den Panthern den Vortritt zu lassen.

Nachdem André Eich und André Boelken ihre Versuche sicher verwandelte hatten, hieß es 2:2. Alles war noch offen - ehe wiederum Hanke zwischen die Pfosten rückte und die Gastgeber erneut zur Verzweiflung brachte. Seine erste Parade half vor allem Max Adams, der anschließend als dritter Langenfelder an der Reihe war und scheiterte. Dann wehrte Hanke erneut ab, ehe Tim Menzlaff schnörkellos zum 3:2 für die SGL traf. Weil die Panther danach zum dritten Mal in Folge scheiterten, brauchte Alexander Klimke für die Langenfelder nicht mehr anzutreten. Und der Titelverteidiger durfte schon wieder feiern.

Co-Trainer Scholl zeigte sich begeistert: "Das kann man mal so machen. Das war eine großartige Mannschaftsleistung und ein Spiegelbild der gesamten Saison." Langenfeld war ohne richtige Vorbereitung angetreten und musste personell improvisieren. Ein Beispiel: Am Halbfinaltag fehlten eben dem urlaubenden Trainer Werkmeister und seinem Co-Trainer Scholl unter anderem Vinzenz Preissegger (beide private Gründe) und der an der Schulter verletzte Kapitän Matthias Herff, der dafür als Aushilfstrainer an Bord war. Herff sah einen bis weit in die zweite Hälfte hinein soliden Auftritt der SGL, die erst nach dem 27:17 (47.) nachließ.

Am Finaltag hatte der künftige Drittligist das Fehlen von Abwehrchef Andreas Nelte und den Ausfall von Linkshänder Henrik Heider zu verkraften (Knieprobleme). Beides gelang - und nicht zum ersten Mal halfen andere dabei, die Lücken zu schließen. Deshalb gab es das nächste Happy End für Langenfelds Handballer, die derzeit keine Grenzen zu kennen scheinen - oder gerne darüber hinweggehen. Ein bisschen davon wird die SGL auch brauchen, wenn in dreieinhalb Monaten das Abenteuer 3. Liga beginnt.

Kreispokal, Finale: SG Langenfeld - Bergische Panther 28:27 (25:25/11:15); Geske, Hanke, Riebau - Thöne (1), Preissegger (2), Menzlaff (6/1), Adams (2), Klimke (3), Hambrock, Stolley (6), Eich (3/1), Boelken (4/1), Ißling (1).

Kreispokal, Halbfinale: Langenfeld - HG Remscheid 31:26 (19:11); Geske, Hanke, Riebau - Thöne (5), Heider, Guggenmos (1), Menzlaff (3), Adams, Klimke (2), Hambrock (3), Stolley (2), Eich (1), Boelken (10/4), Zimmermann (3), Nelte (1).

Quelle: RP
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