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Lokalsport
Joelina Gerards beherrscht ihr Brett

Langenfeld. Die Wakeboarderin aus Langenfeld zeigte sich beim "Wake-Masters" in Hamburg nervenstark. Ein fehlerfreier zweiter Versuch brachte ihr Rang eins. Für die 19-Jährige zählen aber nicht nur die Resultate, sondern auch der Spaß am Sport. Von Fabian Schmitt

Das ist erstaunlich und Joelina Gerards scheint Nerven wie Drahtseile zu haben. Zumindest bewies die Langenfelder Wakeboarderin bei der einzigen deutschen Wettkampf-Serie "Wake-Masters", dass sie sich von Enttäuschungen nicht aus der Bahn werfen lässt. Bei ihrem ersten Versuch auf der Hamburger Binnenalster fiel sie direkt beim ersten Trick ins Wasser. Doch Gerards blieb ruhig - und sie nutzte ihre zweite Chance zum Sieg.

Jetzt fuhr die 19 Jahre alte Langenfelderin äußerst vorsichtig und zeigte alle Tricks ohne Fehler. Diesmal hatte sie sich einfachere Aktionen ausgesucht, um nicht erneut zu scheitern. "Beim zweiten Versuch bin ich natürlich auf Sicherheit gegangen. Vorher habe ich mir extra überlegt, wie viele Punkte ich für den ersten Platz brauche. Am Ende war das aber auch eine Glückssache. Dass ich wirklich die Erste werden würde, hatte ich vorher auf keinen Fall erwartet", erklärt Gerards.

Doch der Traum ging in Erfüllung und die Langenfelderin gewann in der Klasse Open Ladies vor der starken Konkurrenz. So landete der Berliner Shootingstar Marie Eleni Grüneberg (14) auf Platz zwei, während Jonna Golks (16) aus Brühl den dritten Rang belegte. "Das Leistungsniveau war enorm. Wir sind zuversichtlich, in den nächsten Jahren eine sehr spannende Entwicklung im Wakeboard-Sport erleben zu dürfen", betont Thilo Trefz, der hauptverantwortlich für die Organisation der Veranstaltung war.

Dass Gerards das "Wake-Masters" gewinnen konnte, war jedoch keine ganz große Überraschung, denn sie holte sich ja im September 2015 bei der Junioren-Europameisterschaft in Italien bereits die Bronze-Medaille. "Damit hatte ich im Leben nicht gerecht", meint Gerards, die in den Jahren 2014 und 2015 jeweils deutsche Vizemeisterin war.

Wegen eines Meniskusrisses ließ sich die Langenfelderin nach der Europameisterschaft operieren, sodass sie eine längere Auszeit einlegen musste. Ende Juli kam sie dann auf die große Bühne zurück - und sicherte sich bei der Deutschen Meisterschaft in Norderstedt den dritten Platz. "Vorher war ich sehr lange verletzt. Deshalb war ich in Norderstedt auch nicht bei hundert Prozent. Wenn ich total fit gewesen wäre, wäre vielleicht mehr drin gewesen", vermutet Gerards, die momentan ein duales Studium zur Ingenieurin absolviert.

Obwohl Gerards beruflich sehr stark eingespannt ist, will sie ihrer sportlichen Leidenschaft treu bleiben. "Ich habe wenig Zeit, aber für meinen Sport nehme ich mir trotzdem die Auszeiten", sagt das Talent. Fünf Mal pro Woche übt die Langenfelderin auf der Wasserski-Anlage in Berghausen - und jede Einheit dauert rund drei Stunden. Die teure Ausrüstung wird von mehreren Sponsoren finanziert. Gerards: "Die Berghausener Anlage ist gut, aber sie ist leider oft zu voll."

Der erfolgreiche Langenfelder Wakeboarder Maurice Prior respektiert die Leistungen seiner Kollegin: "Für ein Mädchen fährt Joelina nicht ganz schlecht. In Deutschland ist sie auf jeden Fall ordentlich dabei. International ist die Konkurrenz aber noch viel größer und es ist noch schwieriger, Erfolge zu holen." Gerards ist ohnehin nicht alleine auf Platzierungen fokussiert. Sie will hauptsächlich den Spaß am Wakeboard-Sport behalten.

Quelle: RP
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