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Lokalsport
Jörg Bergmeister muss viel Frust verarbeiten

Langenfeld. Der Langenfelder Motorsportler fährt dem Erfolg in den USA und Japan hinterher. Nun freut er sich auf den Nürburgring und Le Mans. Von Michael Deutzmann

Er ist ein Vielbeschäftigter. Und weil der Motorsport für Jörg Bergmeister nicht nur ein Beruf ist, sondern eine Berufung, hat er damit nicht das geringste Problem. Der schnelle Wechsel zwischen den Kontinenten, der anstrengend ist - kein Problem. Tests, interne Termine für den Arbeitgeber, die intensive Vorbereitung auf zwei Langstrecken-Klassiker - mehr Lust als Last. Alleine die Ergebnisse passen im bisherigen Verlauf der Saison nicht zum enormen Aufwand und den hohen Ansprüchen des Langenfelders. Der 40-Jährige, der in seiner erfolgreichen Karriere schon viel erlebt hat, fasst es knapp zusammen: "Die USA und Japan - sehr bescheiden." Sowohl in der WeatherTech Sportscar Championship in den Vereinigten Staaten als auch in der Serie Super GT in Japan liegt der Porsche-Werksfahrer um Lichtjahre hinter den eigenen Erwartungen.

Porsche hat den Langenfelder für diese Saison an "Park Place Motorsports" aus Texas ausgeliehen. Ziel aller war es, den neuen Porsche 911 GT 3 R so weit wie möglich nach vorne zu bringen. Und Bergmeister war vor ein paar Monaten durchaus zuversichtlich, die Ansprüche zu erfüllen: "Es wird mal wieder Zeit, dass ich ein Rennen gewinne." Davon allerdings war er bei den ersten drei Anläufen trotz vielversprechender Resultate in Tests, Trainingsrunden oder Qualifyings weit weg.

Bei den 24 Stunden von Daytona wurde das Auto Ende Januar wegen technischer Probleme ebenso nur auf Platz 17 in der Klasse GT Daytona gewertet wie Mitte März bei den 12 Stunden von Sebring (Motorschaden). Der Wechsel aus Florida nach Kalifornien brachte jetzt in Laguna Seca den elften Rang. Der Dienstwagen mit der Startnummer 73 war wieder voll konkurrenzfähig, doch von einem Rennen ohne Schwierigkeiten durfte Park Place Motorsports erneut nur träumen. "Ohne Bremsprobleme wäre ein Platz unter den besten drei möglich gewesen", fand Bergmeister, "mit dem Auto sind wir eigentlich super dabei, aber wir haben Pech."

Noch frustrierender ist der Stand der Dinge im asiatischen Teil des Dienstplans für 2016. Dort wollte Bergmeister zusammen mit dem Japaner Naoya Yamano für das "Excellence Team Porsche KTR" in einem Porsche 911 GT 3 nicht nur Mitläufer sein - doch genau danach sieht es gerade aus. Bereits beim Saisonstart im April in Okayama konnten Bergmeister/Yamano nicht mal ansatzweise mithalten. Das Fazit des Langenfelders nach Rang 22: "Ich glaube, ich wäre lieber zu Hause geblieben." Ähnlich hätte er dann den zweiten Versuch und Rang 23 kürzlich in Fuji kommentieren können. "Wir haben ein Problem mit den Reifen", erklärt Bergmeister, "wir haben keine Entwicklungsreifen, die für jede Strecke zur Verfügung gestellt werden. Wir sind mit Kundenreifen ausgerüstet - also Reifen, die man praktisch frei kaufen kann. Da kannst du, wenn echt alles passt, vielleicht unter die Top Ten fahren."

Die Jagd nach superschnellen Runden geht für den Langenfelder am 28./29. Mai beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring weiter. Dann soll Bergmeister am 3./4. Juni in Detroit den vierten Saisonlauf in den USA bestreiten und unmittelbar danach ein Flugzeug besteigen, dass ihn nach Frankreich bringt. Dort stehen die offiziellen Testtage für das große Rennen an, dem jeder Motorsportler entgegenfiebert. Die 24 Stunden von Le Mans am 18./19. Juni sind auch für Jörg Bergmeister noch etwas Besonderes. Und der Motorsport-Profi erinnert sich immer gerne an den Juni 2004, als er sich in der GT-Klasse als Gewinner feiern lassen durfte. Bergmeister hätte ganz wenig dagegen, dass Aufwand und Ertrag mal wieder zueinander passen.

Quelle: RP
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