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Jörg Bergmeister rast am Podium vorbei

Lokalsport: Jörg Bergmeister rast am Podium vorbei
Vorwiegend wolkig: Für Jörg Bergmeister war das Rennen in Texas bei Außentemperaturen von fast 40 Grad im schwarzen Porsche eine ausgesprochen heiße Angelegenheit. FOTO: Porsche AG
Langenfeld. Der Motorsportler musste sich in Texas mit dem fünften Platz begnügen, weil die Strategie des Teams nicht aufging. Nach dem Rennen "Petit Le Mans" in den USA biegt die Saison für den Porsche-Werksfahrer in Japan auf die Zielgerade ein. Von Michael Deutzmann

Jörg Bergmeister ist schon weit rumgekommen und er hat so viel erlebt, dass ihn nur wenige Dinge aus der Ruhe bringen. Das gilt auch für die Saison 2016 in der "WeatherTech SportsCar Championship" in den USA, der Heimat seiner größten Erfolge als Motorsportler. Der Porsche-Werksfahrer (40), der in diesem Jahr zum Team Park Place Motorsports aus Texas abgestellt ist, wollte um Siege mitfahren - weil das seinem eingebauten Ehrgeiz entspricht. Den Traum, sogar in den Kampf um die Meisterschaft in der Klasse GT Daytona eingreifen zu können, mussten alle Beteiligten wegen eines schwachen Saisonstarts bald zu den Akten legen. Zwei zweite Plätze in Detroit (Juni) und Elkhart Lake (August) stehen als beste Ergebnisse in der Bilanz. Daran änderte das zehnte Rennen der Serie nichts, denn der Porsche 911 GT 3 R raste auf Rang fünf über die Ziellinie - obwohl ein Platz auf dem Podium drin war.

"Wir waren grundsätzlich schnell genug und Platz zwei oder drei wäre wohl realistisch gewesen", sagte der Langenfelder, "aber wir haben die Strategie vermasselt." Der kurze Boxenstopp, den sich das Team als Vorteil ausgedacht hatte, brachte nur eins - das Ende aller Hoffnungen auf ein Top-Resultat. "Vorher waren wir auf P 3", erklärte Bergmeister, "und nachher auf P Letzter." Mehr als Rang fünf ließ sich daraus denn nicht mehr machen.

Die Veranstaltung in Austin (Texas) war insgesamt ein echtes Hitzerennen, in dem sich Bergmeister mit seinem schnellen Team-Eigner Patrick Lindsey am Steuer des 500 PS starken Dienstautos abwechselte. "Draußen waren es 36 oder 37 Grad und bei uns war es echt heiß in der Hütte. Das war das erste Mal, dass ich heiße Füße hatte", berichtete Bergmeister, der insgesamt rund zwei Stunden des Rennens über 2:40 Stunden übernahm - und damit nicht nur fahrerisch, sondern auch körperlich besonders viel zu leisten hatte.

Die aktuelle Saison geht nun auf die Zielgerade, doch bis zu einer echten Pause gibt es noch einige Wochen mit Vollbeschäftigung. Höhepunkt und Abschluss der WeatherTech SportsCar Championship 2016 ist das Traditionsrennen "Petit Le Mans" am 1. Oktober auf der "Road Atlanta" in Braselton (Georgia). Beim Zehn-Stunden-Finale kommt es nicht nur auf schnelle Rundenzeiten an, sondern auch auf Zuverlässigkeit über eine ungewöhnlích lange Distanz. Bergmeister will alles dafür tun, dass es vielleicht doch noch mit dem ersten Saisonsieg klappt, mag jedoch keine Garantie darauf geben: "Das wäre natürlich ein Traum, aber es wird verdammt schwer für uns."

Eine Woche nach dem USA-Finale unternimmt Bergmeister dann mal wieder einen Abstecher in die japanische Serie Super GT, in der er aufgrund von Termin-Überschneidungen nicht alle im Kalender stehenden Einsätze für das Excellence Porsche Team KTR bestreiten konnte. Die Japaner weichen fürs vorletzte Wochenende der Saison 2016 nach Thailand aus, bevor Mitte November das Serienfinale in Motegi folgt. Damit steht auf jeden Fall fest, dass Jörg Bergmeister in dieser Saison noch ziemlich weit in der Welt herumkommt. Aus der Ruhe wird ihn dabei aller Voraussicht nach nichts bringen.

Quelle: RP
 
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