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Lokalsport
Junge Judoka sind stark auf der Matte

Monheim. In der Judo-Abteilung des Baumberger Turn- und Sportclubs (BTSC) trainieren vor allem Kinder und Jugendliche. Von Dorian Audersch

Wenn Julia und Anika die Matte betreten, geht es schnell zur Sache. Beide sind Trägerinnen des grünen Gurtes. Mit flinken Griffen versuchen die beiden 14-Jährigen, ihre Kontrahentin aufs Kreuz zu legen. Dafür gibt es verschiedene Ansätze. Julia entscheidet sich für ein "Harai Goshi". Dabei handelt es sich um einen Hüftwurf. "Das ist eine typische Technik aus dem Judo, die gerne von Frauen genutzt wird", sagt Oliver Kandeler. Er trainiert die beiden Gymnasiastinnen.

Wichtig sei dabei die saubere Ausführung. Darauf achten Preisrichter bei Turnieren laut Kandeler ganz genau. "Es geht oft darum, dass die Bewegungsabläufe der einzelnen Techniken exakt den Vorgaben entsprechen." Der 47-Jährige hat in jungen Jahren mit dem asiatischen Kampfsport angefangen. Seit 1977 steht er regelmäßig auf der Matte.

"Angefangen hat alles, weil meine Eltern dachten, dass ich Selbstvertrauen brauche", erinnert er sich. "Das hat mir auf Anhieb gut gefallen - viel besser als Schwimmen oder Fußball." Also blieb er beim Judo und kämpfte sich durch die verschiedenen Gürtelfarben. Inzwischen ist er Träger des schwarzen Gurtes im dritten Dan und seit vielen Jahren Trainer beim BTSC.

Judo, findet er, sei ein sehr guter Sport für Kinder und Jugendliche. Unter seinen Fittichen sind vor allem 9- bis 15-jährige Judoka. Insgesamt hat die Abteilung etwa 70 Mitglieder. "Es geht im Judo nicht nur um den Kampf, sondern auch um Werte und mentales Training", betont der zweifache Vater.

Dazu gehören unter anderem auch Disziplin, Respekt vor den Gegnern, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Mut und Selbstbeherrschung. All dies sind seiner Meinung nach Dinge, die den Charakter formen und für eine positive Entwicklung hilfreich sind. "Judo ist so viel mehr als eine Kampfkunst", meint der Trainer. "Das Schöne daran ist auch, dass es im Grunde jeder lernen kann - unabhängig von Größe, Gewicht und anderen Merkmalen.

Seine Schützlinge sehen es ähnlich. Für Julia Kastner und Anika Potthoff hat der Sport viel gebracht. "Es geht nicht nur um Kraft, sondern auch sehr viel um Technik", findet Anika. Zudem sei Judo auch ein guter Ausgleich zum Alltag. Ihr Trainer, meint Julia, sei ziemlich nett, "aber er kann auch streng werden. Das treibt uns an und ist ein Ansporn, besser zu werden."

Die Werte des Judo haben die jungen Frauen verinnerlicht. "Das gehört unbedingt dazu", sagt Katrin Freimann - ebenso, wie die körperliche Anstrengung. "Nach zwei Trainingsstunden weiß man, was man gemacht hat", meint Kandeler. Eine typische Einheit besteht aus Aufwärmübungen, Ausdauer- und Konditionstraining, Kämpfen und zum Abschluss eine Runde "Zombie-Ball" zum Auflockern.

Auch, wenn es im Judo sehr körperlich zugeht, sind ernsthafte Verletzungen die absolute Ausnahme. "Blaue Flecken können hingegen vorkommen", sagt der Coach, dessen beide Söhne ebenfalls als Judoka aktiv sind oder waren. Kandeler selbst war einst deutscher Vize-Meister in seiner Gewichtsklasse - und Teil des U21-Bundeskaders. "Das ist lange her", meint er. Das gilt auch für seine ersten Trainings Ende der 1970er Jahre. Die Leidenschaft für Judo ist aber bis heute erhalten geblieben.

Quelle: RP
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