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Kart-Talent setzt Karriere in Italien fort

Lokalsport: Kart-Talent setzt Karriere in Italien fort
FOTO: Burkhard Kasan
Langenfeld. Der zehn Jahre alte Jakob Bergmeister verpasste beim Bundes-Endlauf als Fünfter gegen viel ältere Konkurrenz knapp den dritten Platz. Ab der kommenden Saison liegt der sportliche Schwerpunkt des Langenfelders jenseits der Alpen. Von Michael Deutzmann

Vermutlich brauchte Danilo Rossi die Bestätigung gar nicht mehr - weil er als fünfmaliger Kart-Weltmeister sowieso den perfekten Blick für Talente hat. Deshalb war es auch kein Zufall, dass der Italiener Ende 2014 den damals noch neun Jahre alten Jakob Bergmeister als jüngsten Werksfahrer aller Zeiten in sein Team DR Racing holte. Für 2015 sollte Jakob, der in vierter Generation die Leidenschaft der Motorsport-Dynastie Bergmeister fortsetzt, noch einmal in den verschiedenen Serien in Deutschland wichtige Erfahrungen sammeln. Das zurückhaltend formulierte Ziel: Platzierungen unter den besten zehn bis 15 Teilnehmern in der Bambini-Klasse, in der bis zur 14 Jahre alte Sportler an den Start gehen dürfen. In der gerade beendeten Renn-Saison übertraf Jakob Bergmeister die Vorgaben allerdings deutlich.

Bei seinen Starts in deutschen Serien sammelte er nicht nur viele Kilometer, sondern auch glänzende Ergebnisse. Am Ende war alles dabei - Top-Resultate im Training und im Qualifying, Top-Resultate in den Rennen. Der Langenfelder war in den verschiedenen Regionalserien so gut platziert, dass er sich sogar für den ADAC-Kart-Bundes-Endlauf in Bopfingen im Osten von Baden-Württemberg qualifizierte. Die 2011 umgebaute "Breitwangbahn" mit einer Länge von 1020 Metern bietet Zuschauern an fast jeder Stelle die perfekte Sicht. Und Jakob Bergmeister nutzte die Verhältnisse, um nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Im ersten freien Training gab es Platz fünf, im zweiten mit einer schnelleren Zeit den neunten Rang und im dritten noch einmal Rang fünf. Das Zeittraining brachte eine weitere Verbesserung und den dritten Startplatz.

Im ersten Rennen über 13 Runden sprang mit nur 2,5 Sekunden Rückstand zum Sieger ebenso Rang vier heraus wie im zweiten Rennen des Tages - das an Dramatik kaum zu überbieten war. Mit 11:22,567 Minuten lag Jakob nahezu gleichauf mit Miroslaw Kravchenko (Krefeld/11:22,050), Niels Tröger (Großfriesen/11:22,140) und Nico Hantke (Hürth/11:22,443). In der Gesamtwertung für den Bundes-Endlauf brachten die 30 Punkte (jeweils 15 pro Rennen) im Feld der zum großen Teil deutlich älteren Konkurrenten den fünften Platz hinter Kravchenko (40 Zähler), Tröger (34), Hugo Sasse (Dittersbach) und Hantke (beide ebenfalls 30). "Das ist schon ein gutes Ergebnis", betont Jakobs für die Vor-Ort-Betreuung zuständiger Vater Tim Bergmeister.

Die Pläne für die nächste Saison gehen über die Grenzen von Deutschland hinaus, denn Jakob Bergmeister soll schwerpunktmäßig jenseits der Alpen starten. "Wer im Kartsport was werden will, muss nach Italien gehen", erklärt Tim Bergmeister. Die schulischen Voraussetzungen für den damit verbundenen Aufwand sind vorhanden, denn Jakob ist seit ein paar Wochen Schüler auf dem Sportzweig des Landrat-Lucas-Gymnasiums in Leverkusen-Opladen. Dort besteht die besondere Möglichkeit, schulische Anforderungen und sportliche Leidenschaft miteinander zu kombinieren. Im Moment ist die Lage wegen der Herbst-Schulferien nach einer langen Saison gerade einigermaßen entspannt, doch bereits im November stehen in Italien erste Tests für 2016 auf dem Programm.

Für Tim Bergmeister steht fest, dass er seinen Sohn mit der ganzen Erfahrung aus einer langen Rennfahrer-Karriere unterstützt: "Jakob hat die Zukunft schließlich noch vor sich." An den eigenen Rückzug von den Strecken dieser Welt denkt der 40-Jährige dabei trotzdem vorerst nicht. Schon am kommenden Wochenende geht es für Tim Bergmeister in der koreanischen "Superrace-Serie" richtig zur Sache. Der letzte Lauf 2015 auf dem "Korea International Circuit" wird darüber entscheiden, ob der Langenfelder den Titel in der Fahrerwertung holen kann. Der Rückstand ist überschaubar - und die Konkurrenz zugleich nicht schlecht. Bergmeisters Standpunkt: "Eine Meisterschaft ist immer schön." Zu Hause werden sie ihm sicher alle verfügbaren Daumen drücken.

Quelle: RP
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