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Kart-Talent startet ins Abenteuer Italien

Lokalsport: Kart-Talent startet ins Abenteuer Italien
Langenfeld. Jakob Bergmeister Jahr ist als Werksfahrer für das Team der Kart-Legende Danilo Rossi im Einsatz, der den zehn Jahre alten Langenfelder behutsam fördern will. Beim ersten Rennen der neuen Saison in Adria wartet reichlich Konkurrenz. Von Michael Deutzmann

Ein paar Dinge haben sich bei Jakob Bergmeister geändert. Vor zwei Jahren war er noch Schüler der St. Paulus-Grundschule in Langenfeld-Berghausen. Sein Lieblingsfach konnte er damals schnell nennen: "Mathematik." Seit ungefähr einem Jahr gehört er zu den Schützlingen der italienischen Kart-Legende Danilo Rossi - als jüngster Werksfahrer aller Zeiten. Und jetzt steht der Zehnjährige unmittelbar vor dem nächsten Schritt in seiner Laufbahn als Motorsportler. Klar: Mathematik muss in der Schule immer noch sein, hat aber in der Beliebtheitsskala verloren. "Am liebsten mache ich jetzt Sport und Englisch", sagt der Jüngste aus der Langenfelder Motorsport-Dynastie. Was er jetzt in Angriff nimmt, taugt sowieso zum Sprachkurs. Am Wochenende beginnt in Adria, rund 70 Kilometer entfernt von Venedig, der WSK Champions Cup. Deutsch ist dort nicht die "Amtssprache". Sportlich wird die Serie dem Kart-Talent ebenfalls alles abverlangen.

Jakob Bergmeister bekam die Leidenschaft für den Motorsport praktisch in die Wiege gelegt. Sein Urgroßvater Wilhelm Bergmeister war einst als Motorrad-Werksfahrer für Zündapp und Herkules unterwegs. Den Stab reichte er an seinen Sohn Willi weiter, der sich unter anderem als Deutscher Bergmeister und Tourenwagen-Europameister einen Namen machte. In dessen Fußstapfen traten die Söhne Tim (40), Jakobs Vater, und Jörg (38) Bergmeister, der Onkel. Wie andere Experten bescheinigten die beiden Profi-Rennfahrer dem jungen Mann bald ein außergewöhnliches Talent, das Jakob Bergmeister in der jüngeren Vergangenheit in nationalen Serien bestätigen konnte. Weil sich das Potenzial schnell herumsprach, war irgendwann der mehrmalige Kart-Weltmeister Rossi im Spiel. "Wenn du im Kart etwas erreichen willst, musst du nach Italien gehen", betont Tim Bergmeister.

Um die Schule und die Leidenschaft Motorsport kombinieren zu können, wechselte Jakob Bergmeister nach der Grundschule auf den Sportzweig des Landrat-Lucas-Gymnasiums nach Leverkusen. Der Vorteil: Für Termine an den Wochenenden gibt es relativ unbürokratisch frei. Der "Nachteil": Den in der Schule versäumten Stoff muss der Langenfelder nachholen, weil es sonst keinerlei Bevorzugung gegenüber anderen Schülern gibt. Die hohe Belastung mit vielen voll ausgefüllten Tagen steckt Jakob bisher ganz gut weg: "Das geht eigentlich." Was auf der Strecke wirklich geht, konnte er an einigen Test-Wochenenden nur in Ansätzen zeigen. Einer der Termine im Kart des Teams "DR Racing" zum Beispiel war verregnet und ein anderes Mal kam eine Erkrankung dazwischen. Trotzdem konnte sich Teamchef Danilo Rossi vom Können seines Fahrers überzeugen, den er in den kommenden Jahren behutsam aufbauen will.

Eine feste Vorgabe für den Saisonstart gibt es nicht - also auch keinen Druck, eine bestimmte Position erreichen zu müssen. Den Maßstab legt Jakob Bergmeister selbst fest: "Ich will probieren, ins Finale und unter die ersten zehn zu kommen." Das allein wird ohnehin kompliziert genug, weil für die Mini-Klasse des WSK Champions Cups mehr als 80 Meldungen von Kart-Fahrern aus 19 Ländern vorliegen. Jakob Bergmeister, der unter den bis zu 14 Jahre alten Teilnehmern zu den jüngsten gehört, muss sich zunächst in einer von fünf Gruppen durchsetzen. "Jakob wird in Italien einen Riesenschritt nach vorne machen. Du musst schon beim Testen immer ans Maximum gehen", sagt Tim Bergmeister, "wenn er ins Finale kommt, wäre das erstaunlich. Jakob soll in dieser Saison viel lernen." Natürlich weiß er sehr genau, dass es trotzdem nicht jede beliebige Platzierung sein darf. Der Ehrgeiz ist schließlich bei jedem Bergmeister fest eingebaut. Daran wird sich auch bei Jakob nie etwas ändern.

Quelle: RP
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